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5. Oktober 2012, 14:39
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Deutsche in der Vorsorge-Lethargie

Die Deutschen haben einen zweifelhaften Rekord aufgestellt: 42 Prozent der Berufstätigen in Deutschland – so viele wie noch nie – betrachten ihre private Altersvorsorge als ausreichend und planen keine Erweiterung, so das Ergebnis einer aktuellen Studie der Postbank.

Vorsorge in Deutsche in der Vorsorge-Lethargie

Damit wurde seit Beginn der Erhebung im Jahre 2003 ein Negativ-Rekord aufgestellt. Vor neun Jahren waren es lediglich 30 Prozent der Berufstätigen, die keine Ausweitung ihrer privaten Altersvorsorge vorsahen.

Laut der Studie, die die Postbank in Kooperation mit dem Institut für Demoskopie Allensbach erstellte, ist neben der fehlenden Vorsorgebereitschaft auch der monatlich vorgehaltene Sparbetrag von immerhin durchschnittlich 204 Euro im Jahre 2005 um zehn Prozent auf jetzt 185 Euro zurückgegangen.

Sinkende Bereitschaft zur privaten Altersvorsorge

Im Rahmen der Untersuchung wurden drei Faktoren ausgemacht, die den negativen Trend erklären könnten:

Einerseits machen sich über die Hälfte der Erwerbstätigen Sorgen wegen der europäischen Staatsschuldenkrise. Aus der gefühlten Unsicherheit heraus sinkt nach Aussage von Dr. Michael Meyer, Retailvorstand der Postbank, die Vorsorgebereitschaft in der Bevölkerung. Zum anderen spiele die starke deutsche Konjunktur ebenfalls eine entscheidende Rolle, da sich die Arbeitnehmer durch die hohen Beschäftigungszahlen in Sicherheit wiegen.

Darüber hinaus haben die Studienmacher einen Wandel bei der Einstellung der Menschen zur Vorsorgenotwendigkeit festgestellt. Nur noch 14 Prozent sind demnach bereit, ihren heutigen Konsum zugunsten des morgigen einzuschränken. 2010 waren es immerhin noch 22 Prozent.

Aus Sicht der Experten sei vor allem die Aussage jedes zweiten Befragten bedenklich: „Die Inflation spielt bei der Planung meiner Altersvorsorge keine Rolle“. Laut Meyer ist die Vernachlässigung des Preissteigerungseffekts bei langfristigen Projekten wie der Altersvorsorge schlichtweg „fahrlässig“.

Immobilien und Erbschaften sind feste Vorsorge-Größen

Immobilien als Altersvorsorge sind nach den Studienergebnissen bei den Deutschen sehr beliebt. Fast jeder Dritte plant den Bau oder Erwerb eines Eigenheims.

Auch Erbschaften erfreuen sich einer immer größeren Beliebtheit. Für mehr als jeden vierten Befragten spielen bereits erhaltene oder geplante Erbschaften „eine wichtige Rolle bei der Planung der eigenen privaten Altersvorsorge“.

Im Gegensatz zu der höheren Popularität von Immobilien und Erbschaften bei der Altersvorsorge hat die Riester-Rente deutliche Einbußen hinnehmen müssen. Wurde sie 2007 noch von 31 Prozent der Deutschen als „ideale Form der Alterssicherung“ bewertet, geben dies in der aktuellen Umfrage nur noch 24 Prozent an.

Mehrheit befürwortet betriebliche Altersvorsorge

Besonders positiv äußerten sich die Befragten zu einer verpflichtenden betrieblichen Altersvorsorge. Eine deutliche Mehrheit von 56 Prozent sprach sich für die Rente vom Chef aus. Lediglich 19 Prozent waren dagegen.

Auch Meyer hält die betriebliche Altersvorsorge für einen vielversprechenden Vorsorge-Baustein: „Ich bin überzeugt, dass in der bAV noch erhebliches Potenzial steckt, das wir nutzen können, um die Vorsorgesituation in Deutschland nachhaltig zu stärken.“ (nl)

Foto: Shutterstock

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1 Kommentar

  1. fyi

    Kommentar von Peter Bock — 5. Januar 2013 @ 10:48

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