4. April 2013, 09:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Vermittlerregister: AfW rät zur Anmeldung

Bisher sind rund 4.000 Berater im Finanzanlagenvermittler-Register der Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) registriert. AfW-Vorstand Frank Rottenbacher warnt die Vermittler angesichts der niedrigen Zahl der Anmeldungen vor einem Spiel auf Zeit.

Frank Rottenbacher

Frank Rottenbacher AfW: “Warten ist unheimlich gefährlich.”

Seit 1. Januar 2013 müssen sich Berater, die Finanzanlagen gemäß Paragraf 34f Gewerbeordnung (GewO) vermitteln, im Finanzanlagenvermittler-Register anmelden. Bisher haben sich 4.245 Berater getan. Von den registrierten Finanzanlagenvermittlern gemäß Paragraf 34f GewO hat die Mehrheit (4.208) eine Erlaubnis nach für die Vermittlung von Investmentfonds beantragt. 1.244 Vermittler haben sich zudem auch für die Vermittlung von geschlossenen Fonds registriert, 481 besitzen eine Gewerbeerlaubnis für sonstige Vermögensanlagen (Stand 28. März).

“In meinen Augen sind das noch unfassbar wenige Anmeldungen”, kommentiert Rottenbacher, Vorstand des Berliner Bildungsanbieters Going Public und Vorstand des AfW – Bundesverband Finanzdienstleistung e.V. (AfW) gegenüber Cash.-Online.

Register wird noch deutlich wachsen

Dass die meisten Vermittler sich auf Investmentfonds spezialisieren deckt sich mit Rottenbachers Erfahrungen aus Verband und dem Schulungsalltag. “Ausgehend von den Ergebnissen des letzten AfW-Vermittlerbarometers, rechne ich insgesamt mit einer noch deutlich steigenden Zahl an Registrierungen”, so Rottenbacher weiter.

Der Studie zufolge planen mehr als drei Viertel der Vermittler (78,2 Prozent) eine Erlaubnis zur Vermittlung von Investmentfonds gemäß Paragraf 34f GewO beantragen. Knapp die Hälfte will demnach eine Teilerlaubnis zum Vertrieb Geschlossener Fonds anzustreben. Eine Teilerlaubnis für die Produktklasse “Sonstige Vermögensanlagen” zu erwerben, plane mehr als ein Viertel der Befragten (27,8 Prozent).

Warten ist gefährlich

Zum Ende des ersten Quartals 2013 ist die Halbzeit der “Umtauschfrist” erreicht,  zu der sich Finanzanlagenvermittler ohne Sachkundeprüfung mit Qualifikationsnachweis registrieren können (bis 30. Juni 2013). AfW-Vorstand Rottenbacher rät Vermittlern davon ab bis zum Ende dieser Frist zu warten. Seiner Einschätzung nach zögern einige Vermittler die Anmeldung aus Kostengründen hinaus, da die Vermögensschadenshaftpflichtversicherung (VSH) erst ab dem Tag der Erlaubniserteilung zu zahlen sei. “Warten ist unheimlich gefährlich”, mahnt Rottenbacher.

Finanzanlagenvermittlung ohne gültge Erlaubnis könnte demnach nicht nur zu Abmahnungen durch die Behörde führen. “Es kann zwar sein, dass die zuständige Behörde ein “Moratorium” erlässt, also Vermittler ohne Erlaubnis auch nach Verstreichen der Frist nicht sofort abmahnt”, erläutert Rottenbacher weiter. Allerdings beziehe sich dieses Moratorium nur auf das Verhältnis zwischen Vermittler und Behörde. Sowohl Kunden als auch Mitbewerber könnten den Vermittler demnach abmahnen. Zudem greife auch die Vermögensschadenshaftpflichtversicherung nicht. (jb)

 

Foto: Christof Rieken

2 Kommentare

  1. Warum werden nicht einfach nur Produkte auf den Markt gebracht die von der BaFin und dem Verbraucherschutz geprüft und zugelassen worden sind?
    Dann braucht man als Vermittler den ganzen verwaltungstechnischen Aufwand nicht und muss auch nicht haften.

    Kommentar von H. Braun — 8. April 2013 @ 07:12

  2. Sorry aber wenn man Ihre Veröffentlichungen zum Thema Honorarberatung und Finanzdienstleistung hört, kann einem die Lust an dem Beruf vergehen.

    Kommentar von Edgar Niklaus — 5. April 2013 @ 09:28

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Munich Re fürchtet starke Hurrikan-Saison im Atlantik

Die bevorstehende Hurrikansaison im Nordatlantik wird in diesem Jahr nach Einschätzung von Geowissenschaftlern vermutlich heftiger als üblich ausfallen. Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie wären schwere Sturmtreffer auf Land besonders problematisch, warnte der weltgrößte Rückversicherer Munich Re am Freitag.

mehr ...

Immobilien

Nach Neuregelung der Maklercourtage: Forderung nach Sachkundeprüfung für Makler

Durch die Neuregelung der Maklerprovision ist eine Steigerung der Qualität und Professionalisierung der Maklerbranche zu erwarten. Dazu gehört nach Meinung von Re/Max Germany auch ein Examen noch Meisterbrief die für den Maklerberuf bislang nicht nötig seien.

mehr ...

Investmentfonds

Wie wahrscheinlich sind negative Zinssätze?

Negative Zinssätze sind wieder in den Schlagzeilen. Die Märkte haben begonnen, die Chance einzupreisen, dass sowohl die US-Notenbank als auch die Bank of England gezwungen sein werden, die Zinsen zu senken und die Nullgrenze zu durchbrechen, um ihre Wirtschaft zu stützen und den wachsenden disinflationären Druck auszugleichen. Aber wie wahrscheinlich ist dies und warum wird jetzt darüber gesprochen? Ein Kommentar von Colin Finlayson, Co-Manager des Kames Strategic Global Bond Fund

mehr ...

Berater

Corona: KI als Sofortsicherheit für Soforthilfe

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie sorgen dafür, dass die digitale Transformation an Fahrt aufnimmt. Daraus ergeben sich aber auch neuartige Problemstellungen. Die Betrugsversuche bei den online zu beantragenden Corona-Hilfen zeigen in beispielhafter Weise, welche das sind und wie sie zu lösen wären. Gastbeitrag von Frank S. Jorga, WebID Solutions

mehr ...

Sachwertanlagen

Bisher kaum Corona-Prospektnachträge bei Publikums-AIFs

Nur drei Prospekte von geschlossenen alternativen Investmentfonds (AIFs) für Privatanleger, die vor der Corona-Krise aufgelegt wurden und sich noch in der Platzierung befinden, wurden bislang durch spezielle Risikohinweise zu den möglichen Folgen der Pandemie ergänzt.

mehr ...

Recht

BVDW sieht Gefahr eines „Digitalen Lockdown“

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat sein Urteil im Fall Bundesverband der Verbraucherzentralen gegen die Planet49 GmbH gesprochen. Demnach reicht eine bereits vorangekreuzte Checkbox nicht aus, um den Anforderungen an eine Einwilligung beim Setzen von Cookies zu entsprechen. Dies war zu erwarten. Der BGH hat aber nicht eindeutig darüber entschieden, ob prinzipiell eine Einwilligung des Nutzers für den Einsatz von Cookies zur Erstellung von Nutzerprofilen für Zwecke der Werbung oder Marktforschung  erforderlich ist.

mehr ...