Anzeige
4. Dezember 2013, 10:15
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Bundesbürger sind mit Bankberatung unzufrieden

Sechs von zehn Deutschen stellen der Bankberatung ein schlechtes Zeugnis aus, so das Ergebnis einer aktuellen Studie. Genauso viele glauben nicht, dass das seit 2010 gesetzlich vorgeschriebene Beratungsprotokoll die Bankberatung verbessert hat.

Bankberatung: Kunden sehen keine Verbesserung durch Beratungsprotokoll

Sechs von zehn Deutschen sind mit der Bankberatung nicht zufrieden.

62 Prozent der Befragten befürchten im Gegenteil, dass nun während der Bankberatung eher Anlagen empfohlen werden, die kein aufwändiges Protokoll erfordern. Eine weitere Sorge ist der Studie zufolge, dass die Geldhäuser sich gleich ganz aus der Beratung insbesondere von Kleinanlegern zurückziehen, weil der bürokratische Aufwand zu groß ist (59 Prozent).

Das sind die Ergebnisse einer bevölkerungsrepräsentativen Umfrage der Unternehmensberatung Cofinpro, die 1.000 Bundesbürger zur Bankberatung befragt hat. “Die Bundesbürger spüren, dass die Banken bei ihrer Beratung zurückhaltender geworden sind”, sagt Melanie Purgar, Wertpapier-Expertin bei der auf Banken spezialisierten Unternehmensberatung Cofinpro.

Bankberatung: Kunden sehen keine Verbesserung durch Beratungsprotokoll

Die Mehrheit der Bankkunden meint, dass die Banken sich wenig für die Bedürfnisse ihrer Kunden interessieren. Quelle: Cofinpro

Bankberatung auf häufig auf hauseigene Produkte beschränkt

Viele Institute hätten zudem die Produktauswahl eingeschränkt, so Purgar. So empfehlen Institute im Rahmen der Bankberatung in erster Linie Standardprodukte aus dem eigenen Haus, das zeigen die Erfahrungen von 83 Prozent der Befragten. Die Bundesbürger beklagen der Studie zufolge jedoch nicht nur den Rückzug der Geldhäuser aus der Beratung.

Zwei Drittel haben demnach außerdem das Gefühl, die Institute interessieren sich wenig für ihre Bedürfnisse bei Fragen rund um die Geldanlage. “Dabei bietet gerade das Beratungsprotokoll den Banken immense Chancen, die Wünsche und Besonderheiten des Kunden herauszufinden”, so  Cofinpro-Beraterin Purgar. Es liefere damit sehr wertvolle Informationen für ihr Geschäft. Diesen Vorteil sollten die Institute nutzen, um trotz des bürokratischen Aufwands einen klaren Mehrwert für ihre Kunden zu schaffen, empfiehlt Purgar.

Bankberatung: Kunden sehen keine Verbesserung durch Beratungsprotokoll

Drei Viertel der Befragten wünschen sich, dass die Banken die für das Beratungsprotokoll erfragten Informationen nutzt, um ihnen passgenaue Angebote zu machen. Quelle: Cofinpro

Kunden wollen individuellere Bankberatung

Die befragten Bundesbürger würden es der Studie zufolge begrüßen, wenn die Banken die Beratungsprotokolle  gezielt auswerten. 75 Prozent der Befragten wünschen sich ausdrücklich, dass die Geldhäuser die dort gewonnenen Informationen nutzen, um ihnen künftig passgenaue Angebote zu unterbreiten.

Statt unpersönliche Standardbenachrichtigungen zur Entwicklung der Vermögensanlagen zu verschicken, sollten die Banken den Studienautoren zufolge dabei auf die individuellen Wünsche ihrer Kunden eingehen. Aus Sicht der Bundesbürger sei dieser Beratungsfolgeprozess überfällig: 74 Prozent bemängeln, dass die Banken bisher nach der Beratung zu wenig Zeit investieren, um die Geldanlagen ihrer Kunden im Blick zu behalten. (jb)

Foto: Shutterstock

Anzeige
Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

1 Kommentar

  1. ist doch klar das bei diesem Regulierungswahnsinn der Kleinanleger auf der Strecke bleibt. Wie soll ich Kunden die € 10.000,- zum Anlgen haben oder € 100,- pro Monat sparen können noch Kostendeckend und umfassend beraten???? Da sind doch Leute am Werk die gar nicht wissen wie das tägliche Leben funktioniert. Wäre schön wenn sie dieses Thema mal umfassend aufgreifen.

    Kommentar von Klaus Hahn — 6. Dezember 2013 @ 10:56

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Biotech-Fonds – Kfz-Policen – Versicherungen für Wohneigentum – Family Offices

Ab dem 19. Oktober im Handel.

Cash.Special 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Herausforderungen 2018 – bAV-Reform – Elementarschadenversicherung – Digitale Geschäftsmodelle

Ab dem 24. Oktober im Handel.

Versicherungen

xbAV Beratungssoftware mit neuem Geschäftsführer

Boris Haggenmüller verantwortet als Geschäftsführer seit September 2017 das operative Geschäft der xbAV Beratungssoftware GmbH. Zuvor war er der verantwortliche Prokurist des Tochterunternehmens der xbAV AG.

mehr ...

Immobilien

Baufinanzierung: Die Service-Champions

Welche Banken bieten deutschen Kunden den besten Kundenservice bei der Baufinanzierung? Die Kölner Beratungsgesellschaft Servicevalue hat Kunden der Banken hierzu befragt. Eine Bank konnte besonders überzeugen und sicherte sich einen “Gold-Rang”.

mehr ...

Investmentfonds

Finanzbranche befürchtet Blasenbildung an Märkten

Die Politik der Europäischen Zentralbank hat bereits zur Blasenbildung an den Finanzmärkten geführt, oder wird dies noch tun. Dessen ist sich die Finanzbranche sicher. Die Mehrheit wünscht sich den Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik, hält dies jedoch gleichzeitig für unwahrscheinlich.

mehr ...

Berater

Insurtechs: Die fairsten digitalen Versicherungsmakler aus Kundensicht

Welche digitalen Versicherungsmakler werden von ihren Kunden als besonders fair wahrgenommen? Das Kölner Analysehaus Servicevalue hat gemeinsam mit Focus-Money die Kunden von 24 Anbietern befragt. Neun von ihnen erhielten die Note “sehr gut”.

mehr ...

Sachwertanlagen

IPP-Fonds der Deutschen Finance schütten aus

Der Asset Manager Deutsche Finance aus München kündigt für seine beiden Fonds IPP Institutional Property Partners Fund I und Fund II Auszahlungen für das Geschäftsjahr 2016 an die Privatanleger an.

mehr ...

Recht

IDD: Umsetzung könnte in Teilen verschoben werden

Wie der AfW – Bundesverband Finanzdienstleistung e.V. mitteilt, könnte sich der Umsetzungstermin von Teilen der europäischen Richtlinie Insurance Distribution Directive (IDD) verschieben. Die delegierten Rechtsakte sollen nach dem Willen des europäischen Parlaments demnach erst im Oktober 2018 in Kraft treten.

mehr ...