23. August 2013, 15:36
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

BCA: Keine Kostensenkung auf dem Rücken der Vermittler

Der Oberurseler Maklerpool BCA wendet sich gegen Vorschläge einer GDV-Offensive, die freie Vermittler durch eine Provisionsdeckelung erheblich benachteiligen würde.

BCA-Jutta-Krienke in BCA: Keine Kostensenkung auf dem Rücken der Vermittler

Dr. Jutta Krienke, BCA: “Man ist versucht, an das ‚Hebammenproblem‘ zu denken, wo ebenfalls Angehörige eines freien Berufs aus ihren Einnahmen heute kaum noch ihre Haftpflichtversicherung bezahlen können.”

“Wir plädieren für eine Beibehaltung bewährter Vergütungssysteme – gern auch über längere Vertragslaufzeiten hinweg”, unterstreicht Vorstand Dr. Jutta Krienke und führt weiter aus: “Ansonsten läuft der ehrbare Kaufmann, der sein Unternehmen auf eigene Verantwortung, Kosten und Rechnung führt, Gefahr, dass er zum Verlierer wird.”

Gute Beratung hat ihren Preis

Der Vermittler soll eine qualitativ hochwertige Beratung, die gesetzlich wie gesellschaftlich gewollt sei, liefern. Diese nachhaltige Form der Beratung aber habe verständlicherweise ihren Preis: Bereits heute seien Makler gezwungen, hohe Kosten zu tragen, um nicht nur technisch auf dem neuesten Stand zu bleiben.

Wichtig sei, gerade in nächster Zukunft, die Sicherstellung einer auskömmlichen Vergütung der freien Finanzvermittler, damit diese beispielsweise ihre unabhängige, intensive Marktrecherche, die strukturierte Organisation und Führung ihres Unternehmens, ihr Weiterbildungsengagement und ihre Berufshaftpflichtabsicherung gewährleisten können. Gerade dank dieser Investitionen sind die freien Makler die geeigneten Partner, die eine unabhängige Beratung ihrer Kunden gewährleisten können.

Einkommensverluste bereits jetzt spürbar

“Natürlich müssen wir uns in der Branche aufgrund der Zinssituation über Kostensenkungsmöglichkeiten bei Vorsorgeprodukten unterhalten. Aber dies darf nicht nur einseitig auf dem Rücken der freien Vermittler ausgetragen werden”, so Krienke.

Die bereits erfolgte Deckelung der Provisionen für Private Krankenversicherungen und die Zurückhaltung der Kunden beim Abschluss von Altersvorsorgeprodukten hätten bei vielen freien Vermittlern bereits heute zu Einkommensverlusten geführt.

Eine Regulierung der Einkommen wäre daher kontraproduktiv. Auch andere Vergütungssysteme, wie die Honorarberatung, könnten klassische Provisionsmodelle keineswegs ersetzen. Für weite Bevölkerungskreise sei eine aufwändige Beratung gegen Honorar nicht bezahlbar und, wie Studien belegen, auch nicht gewünscht. Insbesondere in der Vorsorgeberatung mit ihren vielfältigen, individuellen Möglichkeiten aber bestehe ein zeitlich nicht unerheblicher Bedarf an Information und Beratung vor dem Abschluss.

Eine Provisionsdeckelung würde laut Krienke zu Verwerfungen in der Maklerschaft führen: “Denn schon heute haben wir Nachwuchsprobleme und laufen Gefahr, die sozialpolitisch verantwortliche Versorgung breiter Bevölkerungsschichten mit Vorsorgeleistungen nicht aufrechterhalten zu können. Man ist versucht, an das ‚Hebammenproblem‘ zu denken, wo ebenfalls Angehörige eines freien Berufs aus ihren Einnahmen heute kaum noch ihre Haftpflichtversicherung bezahlen können.“

Die private Altersvorsorge sei ein hohes Gut, das im Interesse der Kunden der freien Vermittler nicht durch eine Neiddebatte über Einkommen beschädigt werden dürfe. (fm)

Foto: BCA

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Hanse Merkur: “Herausragendes Neugeschäftswachstum in allen Vertriebswegen”

Die Hanse Merkur hat 2019 mit einem herausragenden Neugeschäftswachstum in allen Vertriebswegen abgeschlossen. Insbesondere die Geschäftsfelder Gesundheit und Pflege (plus 10,4 Prozent) sowie Risiko- und Altersvorsorge (plus 62,5 Prozent) hatten einen großen Anteil an diesem Ergebnis. Die Brutto-Beitragseinnahme  stieg um 11,7 Prozent beziehungsweise 238,8 Millionen Euro auf 2.288 Milliarden Euro.

mehr ...

Immobilien

Online-Portale von Immobilienmaklern im Test

Besonders in den Großstädten gilt: Wohnraum ist knapp und die Suche nach einer neuen Immobilie – sei es zur Miete oder zum Kauf – zerrt an den Nerven. Wer dabei auf professionelle Hilfe setzt, kann sich neben überregionalen Makler-Ketten auch an einen der zahlreichen Anbieter vor Ort wenden, die mit der regionalen Situation und den Marktpreisen bestens vertraut sein sollten. Ob die Websites der Makler vor Ort eine Verbraucherempfehlung sind, zeigt ein Test des Deutschen Instituts für Service-Qualität.

mehr ...

Investmentfonds

EY-Prüfberichte zu Wirecard könnten bald eingesehen werden

Gläubiger und Aktionäre haben unter bestimmten Voraussetzungen das Recht, die normalerweise streng geheimen Abschlussberichte von Wirtschaftsprüfern einzusehen. Das könnte im Fall Wirecard große Bedeutung haben, sagt Wirtschaftsprofessor Kai-Uwe Marten von der Universität Ulm.

mehr ...

Berater

Blau Direkt will den LV-Bereich stärken

Der Lübecker Maklerpool Blau Direkt hat Bastian Paulsen zum Head of Life Insurance ernannt. In Zusammenarbeit mit dem Maklerpool Wifo soll er den Bereich Lebensversicherung stärken.

mehr ...

Sachwertanlagen

Zweitmarkt: Umsatz gestiegen, Kurse gefallen

Die Fondsbörse Deutschland Beteiligungsmakler AG verzeichnet im Juni bezüglich der Anzahl der Transaktionen und des Nominalumsatzes eine leichte Belebung des Zweitmarkts für geschlossene Fonds. Der Durchschnittskurs sank hingegen zum dritten Mal in Folge.

mehr ...

Recht

Urteil: Haushaltsführungsschaden kennt keine Altersgrenze

Nach einem Verkehrsunfall kann man Anspruch auf eine vierteljährlich zu zahlende Rente haben – der sogenannte Haushaltsführungsschaden. Diese Zahlung ist nicht auf ein Höchstalter begrenzt. Das geht aus einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Frankfurt hervor (Aktenzeichen: 22 U 82/18), von der die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) berichtet.

mehr ...