11. Juni 2013, 09:20
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Honorarberatung: Bundesrat stimmt Gesetz zu

Der Bundesrat hat am vergangenen Freitag grünes Licht für die Neuregelung der Honorarberatung über Finanzanlagen gegeben. Damit unterstützt der Bundesrat die Entscheidung des Deutschen Bundestags, der das Gesetz bereits Ende April verabschiedet hatte.

Honorarberatung: Bundesrat stimmt Gesetz zu zuGegen das Votum der Opposition hatte der Bundestag am 25. April den Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Förderung und Regulierung einer Honorarberatung über Finanzinstrumente in der vom Finanzausschuss geänderten Fassung angenommen. Nun muss das Gesetz nur noch vom Bundespräsidenten unterzeichnet werden und tritt nach der Veröffentlichung im Bundesanzeiger in circa vier Wochen in Kraft.

Trennung von Provisions- und Honorarberatung

Mit Inkrafttreten des Gesetzes zur Honorarberatung wird erstmals ein eigenständiges Berufsbild des Honorarberaters geschaffen. Nach dem Gesetz dürfen Honorarberater für ihre Beratungs- und Vermittlungsleistung ausschließlich vom Kunden vergütet werden. Sind Produkte nicht ohne Provision erhältlich, muss der Honorarberater die Provision unverzüglich und ungemindert an den Kunden auskehren.

Honorarberatung: Bundesrat stimmt Gesetz zu zu

Ilse Aigner, Bundesverbraucherschutzministerin: “Die Neuregelung der Honorarberatung wird dazu beitragen, dass der Wert der Beratung wieder stärker in den Vordergrund rückt.”

Wer als Honorarberater tätig ist, wird in ein öffentliches Register eingetragen und darf dann nicht mehr auf Provisionsbasis arbeiten. Bieten Banken Anlageberatung sowohl auf Honorar- als auch auf Provisionsbasis an, müssen sie beide Bereiche strikt voneinander trennen.

BMELV will Honorarberatung ausweiten

Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) strebt an, das Modell der Honorarberatung auf weitere Bereiche der Finanzberatung auszudehnen.

“Die Finanzkrise hat gezeigt, dass gerade im Bereich der Geldanlage großer Handlungsbedarf besteht, die Beratung stärker an den Interessen der Verbraucher auszurichten. Daher bin ich davon überzeugt, dass die Honorarberatung in Deutschland zu einem Erfolgsmodell wird”, so Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner. (jb)

 

Foto: Bundesrat / BMELV/ M.Leis

2 Kommentare

  1. Wer sich das Honorar nicht leisten kann, braucht sicher auch keine Finanz- sondern eher Schuldnerberatung.
    Viel wichtiger und mit Fragezeichen ist doch die Frage der Haftung des Honorarberaters, wenn er die Provision an den Mandanten auskehren muß und der Vertrag vom Kunden nicht erfüllt wird??? Muß er sich dann die Provision vom Mandanten holen?
    Wie ist das mit Bestandsprovisionen? Soll der Berater dann jedes Jahr 2 Euro an zig Mandanten überweisen?? Wäre gut, wenn jemand darauf eine sinnvolle Antort bzw. Lösung hat.

    Kommentar von Lehmann — 1. Juli 2013 @ 14:54

  2. Ein erster Meilenstein in die richtige Richtung ist mit der Verabschiedung des Honorarberatungsgesetzes gemacht. Hoffentlich wird auch über Lösungen nachgedacht für Verbraucher die sich Honorare nicht leisten können (z.B. Beratungsgutscheine etc.), damit diese nicht von der Wahl der Vergütungsform in der Finanzberatung ausgeschlossen bleiben.

    Kommentar von Andre Perko - FINANCEDOOR GmbH — 11. Juni 2013 @ 09:40

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