9. Juli 2013, 11:25
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Haben Sie die richtige §34f-Erlaubnis?

Viele Vermittler haben in den vergangenen Monaten eine Erlaubnis nach § 34f Abs.1 Nr.1 und 2 GewO beantragt, nicht jedoch nach § 34f Abs.1 Nr.3 GewO (sonstige Vermögensanlagen). Sie gehen offenbar davon aus, dass sie nur offene Investmentfonds und Kommanditbeteiligungen vermitteln. Dies könnte jedoch ein Trugschluss sein.

Gastbeitrag von Jens Reichow, Kanzlei Michaelis

Treuhänder

“Ein Verstoß gegen die Erlaubnispflicht führt nicht nur zur unmittelbaren Haftung des Vermittlers, sondern auch zum Wegfall des Versicherungsschutzes in der Berufshaftpflichtversicherung.”

Ein Blick in die Fachpresse belegt, dass inzwischen die Auffassung vertreten wird, viele Vermittlungen von “Kommanditbeteiligungen” seien eigentlich Vermittlungen von “sonstigen Vermögensanlagen”. Dementsprechend reiche eine Erlaubnis nach § 34f Abs.1 Nr. GewO nicht aus, sondern der Vermittler würde eine Erlaubnis für die Vermittlung sonstiger Vermögensanlagen nach § 34f Abs.1 Nr.3 GewO benötigen.

Treuhänder-Lösung versus Kommanditbeteiligung

Begründet wird dies damit, dass sich nur in einigen Fällen der Anleger direkt als Kommanditist an einer KG beteilige, also tatsächlich eine Kommanditbeteiligung vermittelt werde. In vielen Fällen werde aber auch eine sogenannte Treuhänder-Lösung vermittelt, bei welcher sich der Anleger gerade nur an einem Treuhandvermögen beteiligt und dieses dann die KG-Anteile für die Anleger hält. Es werde also – so die Argumentationskette – lediglich eine Beteiligung am Treuhandvermögen und nicht an der KG selbst vermittelt. Folglich sei daher eine Erlaubnis nach § 34f Abs.1 S.3 GewO erforderlich.

Seite zwei: Risiko: Wegfall des Berufshaftpflicht-Versicherungsschutzes

Weiter lesen: 1 2

2 Kommentare

  1. es gibt hierzu Entwarnung:

    das Thema ist durch das Auslegungsschreiben der BaFin vom 14.06.2013 zum Anwendungsbereich des KAGB und zum Begriff des Investmentvermögens geklärt. Das BaFin führt zum Thema Beteiligung durch einen Treuhänder folgendes aus: „ Beteiligen sich mehrere Anleger über einen Treuhänder an dem Organismus, liegt eine Anzahl von Anlegern auch dann vor, wenn sich laut Satzung, Gesellschaftsvertrag oder den Anlagebedingungen nur der Treuhänder als Anleger an dem Organismus beteiligen darf; die BaFin stellt in diesen Fällen eine materielle Betrachtung an und schaut in Übereinstimmung mit dem Final Report von ESMA durch den Treuhänder auf die Anleger durch.“

    Kommentar von Jürgen Beisler — 5. September 2013 @ 15:59

  2. Ein Aspekt den man zu schnell übersieht, daher “Danke Herr Reichow” für diese wichtige Information. Jetzt hat es jeder Vermittler selbst in der Hand, das Beste daraus zu machen.

    Kommentar von Roland Schluifelder — 15. Juli 2013 @ 14:33

Ihre Meinung



 

Versicherungen

LV 1871 erweitert fondsgebundenes Angebot

Moderne Vorsorgelösungen für die ganze Familie: Pünktlich zur DKM 2019 erweitert die Lebensversicherung von 1871 die Produktpalette der fondsgebundenen Rentenversicherungen. „StartKlar“ und „MeinPlan“ werden mit „MeinPlan Kids“ und der „MeinPlan Basisrente“ zur „MeinPlan“ Produktfamilie. Zudem bietet die LV 1871 ab sofort ein neues Nachhaltigkeitsportfolio für alle fondsbasierten Versicherungen an.

mehr ...

Immobilien

Erstes Hotelprojekt von Novum Hospitality bei Barcelona gesichert

Mit der Unterzeichnung des Franchise- und Mietvertrags mit der InterContinental Hotels Group und dem Hamburger Projektentwickler Europa-Center sichert sich Novum Hospitality das erste Hotelprojekt in Spanien.

mehr ...

Investmentfonds

BlackRock Managed Index Portfolios von WWK IntelliProtect

Die WWK Lebensversicherung bietet bei ihren Fondsrenten mit Garantie in allen Schichten ab sofort auch vier ETF-basierte BlackRock Managed Index Portfolios an.

mehr ...

Berater

Nur wenige Banken erhöhen die Gebühren

Trotz schwächelnder Gewinne setzt im Augenblick nur eine Minderheit der Kreditinstitute in Deutschland auf Gebührenerhöhungen. Bei einer Umfrage unter 120 Geldhäusern gaben 16 Prozent an, in diesem Jahr an der Gebührenschraube zu drehen. Das geht aus einer Untersuchung des Prüfungs- und Beratungsunternehmens EY hervor.

mehr ...

Sachwertanlagen

PIM-Insolvenzverwalter auf Goldsuche

Der vorläufige Insolvenzverwalter der PIM Gold GmbH, Rechtsanwalt Dr. Renald Metoja, hat mit der Auswertung der Buchhaltung des Unternehmens begonnen. Daneben geht er einer eigenen Mitteilung zufolge Hinweisen auf den Verbleib weiterer Vermögenswerte nach.

mehr ...

Recht

Financial Modeling für Start-ups: Erfolg bei Finanzierungsrunden

Zu den kritischen Erfolgstreibern bei Start-ups zählen nicht nur bahnbrechende Ideen und innovative Produkte, sondern auch ein solides umfassendes Konzept – der Business Plan. Er wird regelmäßig in einem Finanzmodell in Excel zusammengefasst und insbesondere bei Finanzierungsrunden von den potenziellen Investoren unter die Lupe genommen. Für ein zielführendes Pitch Deck oder für eine erfolgreiche Finanzierungsrunde sollte das Finanzmodell entsprechend der „goldenen Regeln” des Financial Modeling aufgebaut werden.

mehr ...