15. September 2016, 08:45
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Ein Family Office muss eigenständig und unabhängig sein”

Eines Ihrer Verbandsziele ist die Interessenvertretung gegenüber Gesetzgeber und Aufsichtsbehörden. Um welche Fragestellungen geht es hierbei konkret?

Wir glauben, dass durch den Wildwuchs im Finanzdienstleistungsmarkt, was die Neugründungen von Family Offices in den letzten Jahren anbelangt, die Bafin kein klares Bild davon hat, was ein Family Office eigentlich ist und wie es sich von einem erlaubnispflichtigen Finanzdienstleister abgrenzt. Und das ist kein Vorwurf – der Begriff Family Office ist weiterhin weder inhaltlich noch institutionell definiert oder geschützt.

Hierdurch wächst die Sorge nicht nur der Multi Family Offices, sondern auch die der derzeit noch aufsichtsrechtlich privilegierten Single Family Offices, dass sich die Regulierung für sie künftig deutlich verschärfen könnte. Der Vufo verfolgt letztlich die gleichen Ziele wie der Gesetzgeber beziehungsweise die Aufsichtsbehörde: Nämlich den Schutz von Privatvermögen vor schädigendem Eigeninteressen-motiviertem Fehlverhalten von unqualifizierten oder unseriösen Finanzdienstleistern.

Ein Family Office hat ja insbesondere auch genau diese Funktion, seine Familie(n) als deren uneigennützige Interessenvertreter gegen – auch durch Dritte verursachte –Vermögensverluste zu schützen und das Vermögensmanagement zu professionalisieren. Und bei dieser Aufgabe will der Vufo seine Mitglieder unterstützen. Dies sollte eine stabile Grundlage für einen sehr fruchtbaren Dialog zwischen Bafin und Vufo darstellen, der zu einem gemeinsamen und einem gegenseitige Verständnis führen sollte.

Was steht für den Vufo als Nächstes auf der Agenda?

Im Herbst werden die Mitglieder über die ersten Unterstützungsmaßnahmen der Forschungsarbeiten der Institute und Lehrstühle einzelner Hochschulen entscheiden, die sich in ihrer wissenschaftlichen Arbeit mit family-office-relevanten Themen beschäftigen.

Wir fördern den Dialog der über ganz Deutschland verteilten Mitglieder sowohl durch zwei größere und recht prominent besetzte Veranstaltungen im Jahr als auch die Formierung von Regionalkreisen, in denen die Mitglieder sich gegenseitig sehr intensiv mit Fachleuten über Themen austauschen können, die ihnen beim Betrieb des Family Offices besonders am Herzen liegen. Dies können Fragen der Vermögensallokation wie auch der optimalen Personalrekrutierung sein. Aber und auch die Kontaktaufnahme zur Bafin steht recht weit oben auf der Agenda.

Interview: Julia Böhne

Foto: WSH Deutsche Vermögenstreuhand

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Neue Hoffnung für Vertriebler?

Die Obergerichte hatten bislang ein Ausufern der Grundsätze der Kündigungserschwernis verhindert. Eine Entscheidung des Landgerichts Freiburg lässt Vertriebler nun wieder aufhorchen, die abstrakte Vorschüsse erfolglos in den Aufbau eines Geschäfts investiert haben.

mehr ...

Immobilien

Im Vergleich: Immobilie verkaufen oder vermieten?

Immobilienwert und mögliche Rendite sind für den Entscheidungsprozess besonders wichtig. Vermieter müssen ausreichend Rücklagen besitzen für den Fall, dass Mieter nicht zahlen oder Modernisierungsmaßnahmen anstehen. Eigentümer sind nach dem Immobilienverkauf frei von Verpflichtungen.

mehr ...

Investmentfonds

ÖKOWORLD bietet Eltern und Großeltern den passenden politischen Investmentfonds

Der Zusammenschluss „Parents for Future“ ist eine wirkungsvolle Initiative, die jungen Menschen der “Fridays für Future”-Bewegung in ihren Forderungen nach einer konsequenten Klima- und Umweltschutzpolitik unterstützt. Der ROCK ´N `ROLL FONDS von ÖKOWORLD ist als erster Elternfonds der Welt ist genau für diese Community gemacht.

mehr ...

Berater

Zurich übernimmt Berliner Insurtech dentolo

Mit dem Erwerb des Berliner Insurtech dentolo stärkt die Zurich Gruppe Deutschland ihren Direktversicherer DA Direkt bei der  strategischen Weiterentwicklung mit dem vorgesehenen Einstieg in das Geschäft mit Zahnzusatzversicherungen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Aberdeen Standard Investments nimmt schwedische Immobilien ins Portfolio

Aberdeen Standard Investments (ASI) hat seinen paneuropäischen Wohnimmobilienfonds Aberdeen Pan-European Residential Property Fund (ASPER) SICAV-RAIF mit dem Kauf eines Portfolios neuer Wohnimmobilien in Schweden erweitert. Mit dieser jüngsten Akquisition ist das Fondsportfolio nun über sechs Länder und 27 verschiedene Anlagen diversifiziert und hat ein Vertragsvolumen von über 750 Mio. Euro erreicht.

mehr ...

Recht

BGH entscheidet über zeitliche Festlegung von Rechtsschutzfällen

Wann ist eine Rechtsschutzversicherung zur Zahlung verpflichtet? Mit dieser Frage musste sich der Zivilsenat des Bundesgerichtshofs (BGH) Anfang dieses Monats auseinandersetzen.

mehr ...