27. Dezember 2016, 09:00
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“Kapitalgedeckte Vorsorge wird in den Vordergrund rücken”

Oliver Lang, Vorstand des Oberurseler Maklerpools BCA und der BfV Bank für Vermögen, hat mit Cash. über die bestimmenden Themen im Vertrieb 2017, den Einfluss des anstehenden Wahlkampfs auf die Branche und seine Einstellung zu Fin- und Insurtechs gesprochen.

Vertrieb 2017: Kapitalgedeckte Vorsorge wird in den Vordergrund rücken

Oliver Lang, BCA: “Wir glauben an den hybriden Kunden, der gern im Internet recherchiert, sich über Angebote informiert und sie analysiert, zum Abschluss jedoch auf die persönliche Beratung seines Vermittlers vor Ort verlässt.”

Cash.Online: Was werden 2017 die bestimmenden Themen im Vertrieb sein?

Lang: Der Fokus wird auch im kommenden Jahr auf den regulatorischen Rahmenbedingungen und der Bewältigung des rechtlichen Aufwands liegen. Generell wird der Vertrieb sein Geschäftsmodell aus Gründen der Effizienz-, Qualitäts- und Einkünftesicherung einem echten Paradigmenwechsel anpassen müssen.

Der Trend geht, wie im angelsächsischen sowie skandinavischen Raum, zur Bündelung der Einzelgeschäfte bei einem Anbieter, von der Vermittlung und fortlaufenden Beratung von Einzelfonds hin zu Portfolien und zur Nutzung von Tools, die dem Makler rechtssichere Empfehlungen garantieren. Diese Länder sind uns da schon um Einiges voraus.

Welchen Einfluss wird der Wahlkampf auf die Branche haben?

Die kapitalgedeckte Vorsorge wird in den Vordergrund rücken. Dabei sollte jedoch verhindert werden, dass der Staat zum Assetmanager wird, denn das kann er nicht. Die politische Diskussion geht dahin, die Sinnhaftigkeit der weiteren Finanzierung eines bleibenden Wohlstandes durch vertriebskostengedeckelte Versicherungen in Frage zu stellen und stattdessen andere Quellen dafür zu prüfen.

Auch die Lösung der bAV-Problematik – Erfüllung aller früher getroffenen Deckungszusagen auch bei anhaltendem Niedrigzinsumfeld – wird die Politik angehen müssen, weil wir sonst alle die Zeche zahlen. Am Ende des Tages wird sich die Bevölkerung überlegen, ob sie ihre Vorsorge nicht lieber selbst in die Hand nehmen, ihr Geld in Aktien und Fonds anlegen und umschichten oder umschichten lassen soll.

Seite zwei: “90 Prozent der Insurtechs werden wieder vom Markt verschwinden

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