3. April 2017, 11:11
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

MiFID II: Ist der “Einzelkämpfer” bald Geschichte?

Anders als die Banken hängen freie Finanzdienstleister bei der Umsetzung der EU-Richtlinie MiFID II weiterhin in der Luft – und sind vielleicht mit der erneuten Regulierung ohnehin überfordert. Der Löwer-Kommentar

 in MiFID II: Ist der “Einzelkämpfer” bald Geschichte?

“Dass noch nicht einmal ein Entwurf für die Neufassung der Verordnung zur Finanzanlagenvermittlung vorliegt, ist eine ziemliche Zumutung für die Betroffenen.”

Der Bundestag hat am vergangenen Donnerstag das 2. Finanzmarktnovellierungsgesetz (FiMaNoG) zur Umsetzung der Finanzmarktrichtlinie MiFID II und weiterer EU-Vorschriften in zweiter und dritter Lesung verabschiedet. Es enthält umfangreiche Änderungen des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) sowie diverser weiterer Gesetze und tritt überwiegend Anfang 2018 in Kraft.

Neu geregelt wird unter anderem der Vertrieb von Finanzinstrumenten, zu denen auch alternative Investmentfonds (AIF) und Emissionen nach dem Vermögensanlagenanlagengesetz zählen. Demnach sind künftig ein strukturiertes Produktfreigabeverfahren, eine “Zielmarktbestimmung” für jedes Produkt und eine “Geeignetheitsprüfung” statt des Beratungsprotokolls erforderlich.

Aufzeichnung von Beratungsgesprächen

Zudem muss jedes Beratungsgespräch aufgezeichnet werden und Provisionen dürfen nur noch vereinnahmt werden, wenn sie nachweislich die Qualität der Beratung verbessern. Daneben sind unzählige weitere Vorschriften umzusetzen.

Das WpHG gilt für Banken und Finanzdienstleistungsinstitute und auch wenn noch eine Reihe von Verordnungen und Detailvorschriften auf EU- und nationaler Ebene fehlen, läuft in den Instituten schon seit geraumer Zeit ein umfangreicher Umstellungsprozess. Für die Geldhäuser ist das ein gewaltiger Aufwand, doch wenigstens wissen sie nun, woran sie sind.

Anders ergeht es dem freien Vertrieb. Das nun verabschiedete FinMaNoG enthält noch keine Regelungen zur Gewerbeordnung und – vor allem – zur Neufassung der Finanzanlagenmittlungsverordnung (FinVermV).

Seite 2: Neuregelung wird kommen

Weiter lesen: 1 2 3

1 Kommentar

  1. Für „Einzelkämpfer“ ist der Endspurt angesagt.
    Wer es bis 2018 nicht gelernt hat, seinen Beratungsmehrwert mit einer Honorar-Option zu unterlegen, wenn es nicht „zeitnah“ zu Abschlüssen mit entsprechenden Vergütungen kommt, wird ein „Tsunami“ an Umsonst-Beratungen erleben.

    Spätestens bei der Wertschwankungsprüfung wird es heißen „das muss ich mir nochmals überlegen, ich rufe Sie an“. Und ohne den Zeitaufwand von 3-4 Terminen (5-10 Std., wie von der „ganzheitlichen Finanzberatung her bekannt) wird es wegen der „Geeignetheitsprüfung“ sicherlich keine „Beweislastumkehr“ vor Gericht geben.
    Anm. Wie das vermieden werden kann, s. eBooks bei mwsbraun.de

    Kommentar von Frank L. Braun — 5. April 2017 @ 08:43

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Munich Re fürchtet starke Hurrikan-Saison im Atlantik

Die bevorstehende Hurrikansaison im Nordatlantik wird in diesem Jahr nach Einschätzung von Geowissenschaftlern vermutlich heftiger als üblich ausfallen. Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie wären schwere Sturmtreffer auf Land besonders problematisch, warnte der weltgrößte Rückversicherer Munich Re am Freitag.

mehr ...

Immobilien

Nach Neuregelung der Maklercourtage: Forderung nach Sachkundeprüfung für Makler

Durch die Neuregelung der Maklerprovision ist eine Steigerung der Qualität und Professionalisierung der Maklerbranche zu erwarten. Dazu gehört nach Meinung von Re/Max Germany auch ein Examen noch Meisterbrief die für den Maklerberuf bislang nicht nötig seien.

mehr ...

Investmentfonds

Wie wahrscheinlich sind negative Zinssätze?

Negative Zinssätze sind wieder in den Schlagzeilen. Die Märkte haben begonnen, die Chance einzupreisen, dass sowohl die US-Notenbank als auch die Bank of England gezwungen sein werden, die Zinsen zu senken und die Nullgrenze zu durchbrechen, um ihre Wirtschaft zu stützen und den wachsenden disinflationären Druck auszugleichen. Aber wie wahrscheinlich ist dies und warum wird jetzt darüber gesprochen? Ein Kommentar von Colin Finlayson, Co-Manager des Kames Strategic Global Bond Fund

mehr ...

Berater

Corona: KI als Sofortsicherheit für Soforthilfe

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie sorgen dafür, dass die digitale Transformation an Fahrt aufnimmt. Daraus ergeben sich aber auch neuartige Problemstellungen. Die Betrugsversuche bei den online zu beantragenden Corona-Hilfen zeigen in beispielhafter Weise, welche das sind und wie sie zu lösen wären. Gastbeitrag von Frank S. Jorga, WebID Solutions

mehr ...

Sachwertanlagen

Bisher kaum Corona-Prospektnachträge bei Publikums-AIFs

Nur drei Prospekte von geschlossenen alternativen Investmentfonds (AIFs) für Privatanleger, die vor der Corona-Krise aufgelegt wurden und sich noch in der Platzierung befinden, wurden bislang durch spezielle Risikohinweise zu den möglichen Folgen der Pandemie ergänzt.

mehr ...

Recht

BVDW sieht Gefahr eines „Digitalen Lockdown“

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat sein Urteil im Fall Bundesverband der Verbraucherzentralen gegen die Planet49 GmbH gesprochen. Demnach reicht eine bereits vorangekreuzte Checkbox nicht aus, um den Anforderungen an eine Einwilligung beim Setzen von Cookies zu entsprechen. Dies war zu erwarten. Der BGH hat aber nicht eindeutig darüber entschieden, ob prinzipiell eine Einwilligung des Nutzers für den Einsatz von Cookies zur Erstellung von Nutzerprofilen für Zwecke der Werbung oder Marktforschung  erforderlich ist.

mehr ...