13. September 2018, 13:53
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Keine Nutzungsentschädigung bei fehlerhafter Widerrufsinformation

Das Landgericht Ravensburg hat mit Urteil vom 7. August 2018 (Az.: 2 O 259/17) entschieden, dass die VW-Autobank nach dem Widerruf eines Autokredits keine Nutzungsentschädigung verlangen kann, wenn die Widerrufsinformation fehlerhaft war.

86294883 in Keine Nutzungsentschädigung bei fehlerhafter Widerrufsinformation

Als “bahnbrechend” bewerten die Anwälte das Urteil des Landgerichts Ravensburg.

Wirklich bemerkenswert ist laut Rechtsanwalt Dr. Marcus Hoffmann, Partner der im Verbraucherschutzrecht tätigen Kanzlei Dr. Hoffmann & Partner aus Nürnberg, die Rechtsauffassung des Landgerichts zu den Rechtsfolgen des Widerrufs. Anerkannt sei, dass der Darlehensnehmer das Auto zurückgeben kann, den Kredit nicht mehr zurückzahlen muss und die Zins- und Tilgungsleistungen sowie eine Anzahlung erstattet bekommt.

Die herrschende Rechtsprechung habe der Bank bei der Rückabwicklung des finanzierten Kaufs als Abzugsposten eine Entschädigung für die gefahrenen Kilometer zugesprochen. Die Kanzlei Dr. Hoffmann & Partner hatte demgegenüber die Rechtsauffassung vertreten, dass jedenfalls bei Verträgen ab dem 13. Juni 2014 für einen derartigen Anspruch der Bank keine Rechtsgrundlage besteht. “Dies wurde nunmehr durch die aktuelle Entscheidung des LG Ravensburg bestätigt”, so Rechtsanwalt Mirko Göpfert, ebenfalls Partner in der Kanzlei.

“Kostenlos” gefahren

Das Gericht habe explizit festgestellt, dass der Kreditnehmer der VW-Bank keinerlei Nutzungsentschädigung schuldet. Ein Anspruch auf Wertersatz würde nach der eindeutigen gesetzlichen Regelung voraussetzen, dass der Verbraucher ordnungsgemäß über die Rechtsfolgen des Widerrufs informiert worden wäre. Eben dies sei gerade nicht der Fall gewesen. Im wirtschaftlichen Ergebnis sei der Kläger sein Auto damit über Jahre hinweg “kostenlos” gefahren. (kb)

Foto: Picture Alliance

 

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 02/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Denkmalobjekte – Betriebsrente – Digital Day 2019

Ab dem 24. Januar im Handel.

Cash. 01/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fonds Finanz – Robotik – Moderne Klassik – Finanzanalyse

Versicherungen

Keine Versicherung trotz Ferrari: Verfolgungsjagd auf A9

Wenn das Auto schon 250.000 Euro kostet, bleibt für alles andere wohl nicht mehr viel übrig. So war es zumindest für einen 65-jährigen Sportwagenfahrer der Sonntagnacht nahe Bayreuth gestoppt wurde.

mehr ...

Immobilien

Wohneigentum: Immobilienscout24 analysiert Top-Metropolen

Die Preise für Neubau-Eigentumswohnungen in den Top-Sieben-Metropolen ziehen weiter an. Die “Neubau-Kauf-Maps” von Immobilienscout24 zeigen die Preisentwicklungen für Neubau-Wohneigentum in den Metropolen und ihrer jeweiligen Umgebung.

mehr ...

Investmentfonds

ESG-Kriterien bringen Unternehmen der Schwellenländer nach vorne

Auch wenn die Schwellenländer durch politische Turbulenzen, wie den Handelsstreit zwischen USA und China, auf erhebliche Veränderungen reagieren müssen, könnten die “Environmental Social Gouvernance”-Kriterien sich positiv auf die Aktien genau dieser Länder auswirken.

mehr ...

Berater

Airline-Pleite: Flybmi ist nicht Flybe

Vor allem wegen des Brexits hat die britische Regional-Fluggesellschaft Flybmi am Wochenende Insolvenz angemeldet. Mit einer ähnlich klingenden Airline, die Mieterin mehrerer deutscher Fonds-Flugzeuge ist, hat sie jedoch nichts zu tun.

mehr ...

Sachwertanlagen

A380-Aus: Hochkonjunktur für Besserwisser

Das Ende der Produktion neuer Flugzeuge des Typs Airbus A380 bedeutet nicht automatisch Verluste für Fonds, die solche Maschinen finanziert haben. Eine schlechte Nachricht ist es trotzdem. Der Löwer-Kommentar

mehr ...

Recht

BGH: Dürfen Feriengäste ins Haus?

In manchen Gegenden lässt sich an Feriengästen gut Geld verdienen – aber darf ich überhaupt an Urlauber vermieten? Unter Wohnungseigentümern in Papenburg im Emsland hat sich darüber ein Streit entzündet, der am Freitag den Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe erreicht. 

mehr ...