Großbanken: EU-Wettbewerbshüter verhängen Milliardenstrafen

Fünf internationale Großbanken müssen wegen unerlaubter Absprachen und dubioser Machenschaften von Währungshändlern eine Milliardenstrafe zahlen. Betroffen sind JPMorgan, Barclays, Citigroup, Mitsubishi UFG und die Royal Bank of Scotland (RBS).

Der Kommission zufolge tauschten die Händler Informationen aus, um sich gegenseitig gute Geschäfte zu ermöglichen.

Insgesamt belegte die EU-Kommission die Institute mit einer Strafe von 1,07 Milliarden Euro, wie die Brüsseler Behörde am Donnerstag mitteilte.

In der Weltfinanzkrise ab 2008 richteten Banken mit teils illegalen Geschäften, Zins- und Wechselkursmanipulationen erhebliche Schäden an.

In der Folge verdonnerte etwa die US-Regierung die US-Institute JPMorgan und Citigroup sowie die britischen Geldhäuser Barclays und RBS sowie die schweizerische UBS wegen Marktmanipulationen zu Strafen in Milliardenhöhe.

Händler kannten sich persönlich

Die EU-Kommission sah es nun auch als erwiesen an, dass Währungshändler in den Jahren 2007 bis 2013 für die Banken sensible Informationen und Handelsabsichten austauschten und ihre Strategien regelmäßig über Internet-Chats koordinierten. Dabei ging es um Umtauschgeschäfte in elf Währungen, darunter Euro, US-Dollar und Schweizer Franken.

Wenn Unternehmen große Summen bestimmter Währungen in eine andere umtauschen, nutzen sie dafür in der Regel Währungshändler. Zu deren Kunden zählen außerdem etwa Vermögensverwalter, Pensionsfonds und andere Banken.

Der Kommission zufolge tauschten die Händler – die eigentlich Wettbewerber waren – unter anderem Informationen über offene Kundenaufträge und geplante Handelstätigkeiten aus, um sich gegenseitig gute Geschäfte zu ermöglichen. Die meisten Händler kannten sich demnach persönlich.

Seite zwei: UBS informierte Wettbewerbshüter

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