Urlaubsgeld: Jeder Zweite geht leer aus

Die schönsten Wochen des Jahres reißen oft ein tiefes Loch in die Kasse von Otto Normalverbraucher. Umso willkommener ist ein Zuschuss des Arbeitgebers. Doch den bekommen längst nicht alle.

Die Höhe des Urlaubsgeldes schwankt stark je nach Branche – zwischen 155 und 2450 Euro in der mittleren Vergütungsgruppe.

Nur knapp jeder zweite Beschäftigte in Deutschland erhält Urlaubsgeld. Und die Chancen darauf sind alles andere als gleich verteilt: Frauen gehen öfter leer aus als Männer, Beschäftigte im Westen haben größere Chancen darauf als Arbeitnehmer im Osten.

Und auch die Größe des Betriebs und die Frage der Tarifbindung spielen eine entscheidende Rolle, wie das WSI-Tarifarchiv der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung auf Grundlage einer Online-Befragung von mehr als 123.000 Beschäftigten mitteilte.

Die größten Chancen, ein Urlaubsgeld zu erhalten, haben nach Angaben des Leiters des WSI-Tarifarchivs, Thorsten Schulten, Beschäftigte in tarifgebundenen Unternehmen.

Männer bekommen häufiger Urlaubsgeld

Rund 69 Prozent von ihnen erhalten der Umfrage zufolge einen Gehaltszuschuss für die schönsten Wochen des Jahres. Zum Vergleich: Bei den Beschäftigten, für die kein Tarifvertrag gilt, sind es lediglich 36 Prozent.

Durchschnittlich können 50 Prozent der Männer, aber nur 41 Prozent der Frauen mit Urlaubsgeld rechnen. Hier komme zum Tragen, dass in den Berufen mit einem hohen Männeranteil – etwa bei Ingenieurberufen und bei anderen technischen Tätigkeiten – überdurchschnittlich häufig Urlaubsgeld gezahlt werde, berichtete Schulten.

In Berufen mit hohem Frauenanteil – etwa im Sozial- und Gesundheitsbereich – sei dies deutlich seltener der Fall.

Seite zwei: Regionale Unterschiede sind groß

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