Coronakrise: “Nicht ganz unbetroffen”

Foto: Qonto
Philipp A. Pohlmann

Die französische Online-Business-Bank Qonto ist Anfang des Jahres auch in Deutschland gestartet. Philipp A. Pohlmann, Country Manager Deutschland bei Qonto, über die Folgen der Coronakrise für das Unternehmen.

Die französische Online-Business-Bank Qonto ist Anfang des Jahres auch in Deutschland gestartet. Philipp A. Pohlmann, Country Manager Deutschland bei Qonto, über die Folgen der Coronakrise für das Unternehmen.

Wie die meisten Unternehmen weltweit stehen auch die Fintechs angesichts der Coronavirus-Pandemie vor einer großen Unsicherheit. Wie stark sind Sie davon betroffen?

Pohlmann: Als Online-Business-Bank merken wir insbesondere die Auswirkungen der Krise bei unseren Kunden. Der Mittelstand ist mit am schwersten von der Krise getroffen und braucht starke Partner. Fintechs können hier aufgrund ihrer schlanken Unternehmensstruktur und dem Einsatz neuer Technologie sehr gezielt helfen. Die Krise bietet die Möglichkeit für Start-ups und den klassischen Mittelstand sowie für Fintechs und klassische Banken, näher zusammenzukommen und gemeinschaftlich kreative Lösungen zu entwickeln und Synergieeffekte zu nutzen. Sicherlich gibt es einige Fintechs, die es in der aktuellen Situation schwerer trifft, wenn beispielsweise das Geschäftsmodell an direkte Marktbewegungen gekoppelt ist. Bei uns ist dies nicht der Fall. Qonto ist ein von Grund auf digital agierendes Unternehmen und so haben wir uns relativ schnell mit dem “New Normal” zurechtgefunden. Unser Angebot findet in dieser Krise großen Zuspruch, da eine voll digital Kontoeröffnung möglich ist und Zahlungskarten direkt virtuell zur Verfügung stehen. Unser Anspruch war von Anfang an, ein neues Bankerlebnis zu schaffen und viele der Makro-Trends wie zum Beispiel bargeldloses Bezahlen oder digitale Spesenabrechnung haben wir seit langem in unserem Produkt integriert. In einigen Ländern werden wir durch die Pandemie besonders stark wahrgenommen und verzeichnen überdurchschnittliches Wachstum, während wir insgesamt aufgrund der schwierigen Situation einzelner Kundengruppen natürlich auch nicht ganz unbetroffen sind. Es ist wichtiger denn je, unseren Kunden das beste “Support Level” zu geben und bei Fragen aktiv zu helfen.

Wird die Pandemie den digitalen Wandel noch einmal beschleunigen?

Pohlmann: Davon ist stark auszugehen. Viele Unternehmen mussten aufgrund der Ausnahmesituation zwangsläufig Prozesse digitalisieren, um überhaupt das Fortbestehen zu sichern. Unternehmen, die bereits zuvor in die digitale Transformation investiert hatten, werden die Krise besser überstehen. Fintechs konnten besonders durch ihre schnelle Reaktionsfähigkeit und das Marktverständnis punkten. Jetzt gilt es, Angebote in den jeweiligen Segmenten noch stärker an den Bedürfnissen der Kunden auszurichten. Ziel ist es, Marktveränderungen zu antizipieren, um das eigene Geschäftsmodell nachhaltig zu verändern. Durch eine schnelle Angebotserweiterung haben sich Fintechs als starker Partner an der Seite der Unternehmen gezeigt. Aufgrund schneller Reaktionen auf sich verändernde Rahmenbedingungen konnten nachhaltige Trends erkannt werden, die uns auch zukünftig beschäftigen und die Geschäftswelt verändern werden.

Die Fragen stellte Kim Brodtmann, Cash.

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