EY bedauert späte Aufdeckung von Wirecard-Skandal

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Der Wirtschaftsprüfer EY bedauert, den Wirecard-Skandal nicht früher aufgedeckt zu haben. "Viele Menschen glauben, der Betrug bei Wirecard hätte früher entdeckt werden müssen, und wir verstehen das völlig", schreibt EY-Chef Carmine Di Sibio in einem Brief an die Kunden, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Der Wirtschaftsprüfer EY bedauert, den Wirecard-Skandal nicht früher aufgedeckt zu haben. „Viele Menschen glauben, der Betrug bei Wirecard hätte früher entdeckt werden müssen, und wir verstehen das völlig“, schreibt EY-Chef Carmine Di Sibio in einem Brief an die Kunden, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

„Obwohl wir den Betrug erfolgreich aufgedeckt haben, bedauern wir, dass er nicht früher aufgedeckt wurde.“ Zuvor hatte der Spiegel über das Schreiben berichtet.

Allerdings betont Di Sibio auch, dass der Betrug durch ein „hochkomplexes kriminelles Netzwerk“ geschehen sei, entworfen, um alle zu täuschen – Investoren, Banken, Aufsichtsbehörden, Anwälte, Experten und Prüfgesellschaften. In einer Mitteilung vom Dienstag weist EY zudem Anschuldigungen, die bis zum Vorwurf der Mitwirkung am Betrug reichten, „entschieden zurück“.

Es sei im öffentlichen Interesse, dass mehr dafür getan werde, Betrug in seinen frühesten Stufen zu entdecken, schreibt Di Sibio. EY kündigte zudem an, seine Prozesse zum Aufdecken von Betrug zu verbessern. Unter anderem soll dazu Datenanalyse eingesetzt werden, die Prüfer wollen externe Quellen wie Soziale Medien heranziehen und Materialien elektronisch bestätigen lassen. Zudem soll es erweiterte Fortbildungen für alle Prüfungsexperten geben. Der Fall Wirecard zeige, „dass die Prüfungshandlungen und Verfahren zur Bekämpfung von Betrügereien kontinuierlich weiterentwickelt werden müssen.“ (dpa-AFX)

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