Studie: Große Leistungsunterschiede bei Vermögensverwaltern

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DISQ-Geschäftsführer Markus Hamer

Persönliche Beratungen finden auch bei Vermögenverwaltern derzeit häufig nicht vor Ort, sondern per Video-Lösung statt. Dass die Beratungen deutlich besser ausfallen als die im Anschluss unterbreiteten Lösungsvorschläge, zeigt eine Studie des Deutschen Instituts für Service-Qualität (DISQ), das in Kooperation mit dem Institut für Quantitative Finanzanalyse 20 Vermögensverwalter getestet hat.

Demnach erzielen die Vermögensverwalter im Schnitt ein befriedigendes Resultat und verfehlen mit 69,5 Punkten nur knapp ein gutes Branchenergebnis. „Nicht nur beim Erstkontakt per Telefon punkten die meisten Anbieter. Auch in den persönlichen Gesprächen – durchgeführt per Video-Beratung – überzeugen häufig kompetente und ausgesprochen freundliche Berater, die motiviert und glaubwürdig agieren. Insgesamt fallen die Beratungen deutlich besser aus als die im Anschluss unterbreiteten Lösungsvorschläge“, so das DISQ.

Ein Kritikpunkt an den persönlichen Beratungen sei allerdings die teilweise nur lückenhafte Analyse des Kundenbedarfs. So erfragen laut Studie bei weitem nicht alle Berater gezielt die finanzielle Situation, die Lebensumstände und das genaue Anliegen des Interessenten. In diesen Fällen mangele es den Beratungsgesprächen zwangsläufig an Individualität.

Die schriftlichen Lösungsvorschläge der Vermögenverwalter sind nach DISQ-Angaben von deutlich unterschiedlicher Qualität; die Ergebnisse reichen von „sehr gut“ bis „mangelhaft“. „Die unzureichende Abbildung der Renditeerwartung sowie des Risikos stellt sich bei den Portfolios häufig als Schwachpunkt heraus“, kritisiert Prof. Dr. Sven Christiansen, Geschäftsführer des Instituts für Quantitative Finanzanalyse. Nur die besten Anbieter würden einen speziell auf den Kunden zugeschnittenen Lösungsvorschlag unterbreiten, in dem auch die im Beratungsgespräch geäußerten Wünsche und Ziele berücksichtigt werden.

Testsieger Norddeutsche Landesbank

„Sowohl in punkto Beratung als auch bei den unterbreiteten Vorschlägen zeigen die Vermögensverwalter große Leistungsunterschiede. Die Top-Unternehmen können allerdings in beiden Bereichen mit guten und häufig sogar sehr guten Ergebnissen aufwarten“, so DISQ-Geschäftsführer Markus Hamer.

Testsieger ist die Norddeutsche Landesbank mit dem Qualitätsurteil „sehr gut“. Den zweiten Rang belegt die Bethmann Bank, Rang drei das VZ Vermögenszentrum, beide ebenfalls mit einem sehr guten Gesamtresultat. Von den 20 analysierten Vermögensverwaltern sichern sich auf den folgenden Plätzen vier weitere Unternehmen das Qualitätsurteil „sehr gut“: Lunis Vermögensmanagement (4.), Hauck & Aufhäuser (5.), Hypovereinsbank (6.) und Weberbank (7.).

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