23. Dezember 2019, 09:58
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Noch weite Strecken zu gehen

Die Finanzdienstleistungsbranche hinkt in digitaler Hinsicht weiter hinterher. Hoffnungslos ist die Lage aber nicht.

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Der digitale Weg kann nur dann erfolgreich beschritten werden, wenn eine zeitgemäße technologische Infrastruktur zur Verfügung steht.

Es ist niederschmetternd: Nach einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung ZEB investieren die deutschen Versicherer inzwischen zwar viel Geld in die Digitalisierung. Innovative Geschäftsansätze entstünden daraus bisher allerdings „weder im Produktangebot, in den Prozessen, noch in der Technologie“, so das zentrale Ergebnis der Untersuchung, für die 100 Führungskräfte und Experten sowie 1.000 Endkunden in Deutschland, Österreich, Großbritannien, Italien und der Schweiz befragt wurden.

Die Branche hinkt in digitaler Hinsicht weiter hinterher. Erst kürzlich kritisierte Matthias Brauch, Geschäftsführer des Analysehauses Softfair, in einem Cash.-Interview, die Branche gebe sich zwar vermehrt krawattenlos und turnbeschuht auf Fachkongressen, Hackathons und Insurtech-Meetings. Mit diesen sichtbaren Veränderungen würden die internen Prozesse der Gesellschaften nur leider meist nicht mithalten. Mit dieser Einschätzung steht Brauch nicht allein da, wie sich beim Cash. Round Table Digitalisierung Mitte November in Hamburg zeigte. Dort diskutierten acht Führungskräfte über den digitalen Status quo der Finanzdienstleistungsbranche, speziell der Versicherer und Vertriebe.

Anschauliches Beispiel

„Es gibt ja Bereiche, die in Sachen Digitalisierung vorbildlich sind, das gilt beispielsweise für das Wertpapier- und Fondsgeschäft. Im krassen Gegensatz dazu steht die Versicherungsindustrie, die sich mit einem gemeinsamen Datenstandard noch etliche Jahre Zeit lassen wird und die auch jetzt keine Bemühungen erkennen lässt, in diesem Thema ernsthaft nach vorne zu gehen“, kritisierte Dr. Sebastian Grabmaier, Vorstandsvorsitzender der JDC Group, und brachte ein anschauliches Beispiel für die digitalen Defizite in der Assekuranz: „Ich glaube, wir bekommen als große Pools von 220 angeschlossenen Versicherungen gerade einmal sieben in Bipro-TAA-Norm, der Rest liefert eben etwas anderes. Da haben die Versicherer noch ganz weite Strecken zu gehen.“

Ganz hoffnungslos ist die Lage aber wohl nicht. Torsten Labbow, Director Sales bei blau direkt, beobachtet jedenfalls einen gewissen Fortschritt: „Seit einigen Jahren bemerken wir, dass die Gesellschaften technologische Standards entwickeln und nun auch umfangreicher Schnittstellen, wie Bipro, zur Verfügung stellen. Sicherlich hat jeder Versicherer sein Päckchen aus der Vergangenheit zu tragen, sodass der Anschluss nicht von heute auf morgen zu erwarten ist. Ich denke dennoch, dass der richtige Weg eingeschlagen wurde.“

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