DAK-Studie: Die Angst vor Corona verfliegt

Foto: DAK Gesundheit
DAK-Vorstandsvorsitzender Andreas Storm

Die Angst der Deutschen vor Corona hat sich im Vergleich zum ersten Pandemie-Jahr halbiert. Nur noch 18 Prozent fürchten eine Covid-19-Erkrankung. Das zeigt eine repräsentative Langzeit-Studie des Forsa-Instituts im Auftrag der DAK-Gesundheit. Gleichzeitig werden die Deutschen nachlässiger beim Einhalten der Corona-Schutzregeln. DAK-Chef Andreas Storm kritisiert in diesem Zusammenhang die aktuelle Debatte um die Isolationspflicht und die unterschiedliche Handhabung der Bundesländer.

Die Angst der Deutschen vor Corona hat sich im Vergleich zum ersten Pandemie-Jahr halbiert. Nur noch 18 Prozent fürchten eine Covid-19-Erkrankung. 2020 waren es noch 37 Prozent. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Langzeit-Umfrage des Forsa-Instituts im Auftrag der DAK-Gesundheit.

Gleichzeitig werden die Deutschen nachlässiger beim Einhalten der Corona-Schutzregeln: Acht von zehn Befragten halten sich nach eigenen Angaben daran – elf Prozentpunkte weniger als 2020.

Insgesamt bleibt Krebs die am meisten gefürchtete Krankheit der Deutschen, gefolgt von Demenz, Unfall-Verletzungen und Schlaganfall. Positiv ist, dass seit 2017 kontinuierlich immer mehr Menschen zur Krebsvorsorge gehen und den Gesundheits-Check nutzen.

Deutliche Unterschiede zwischen Ängsten und Schutzmaßnahmen

Auffällig in der aktuellen DAK-Umfrage ist: In den Altersgruppen gibt es deutliche Unterschiede bei Ängsten und Schutzmaßnahmen. Bei den unter 30-Jährigen fürchtet sich mehr als jeder Vierte vor dem Coronavirus. Bei den 30- bis 44-Jährigen ist es nur etwa jeder Achte.

Dagegen halten sich 77 Prozent der unter 30-Jährigen an Schutzregeln, während es bei den über 60-Jährigen 85 Prozent sind. Insgesamt achten die Deutschen im Vergleich zum ersten Pandemie-Jahr weniger auf ihren Schutz: Das Einhalten der Corona-Regeln sank von 92 Prozent auf derzeit 81 Prozent.  

Am meisten fürchten sich die Deutschen auch in diesem Jahr vor Krebs (72 Prozent). Am zweithäufigsten wird die Angst vor Alzheimer/Demenz angegeben (55 Prozent). Einen Unfall mit schweren Verletzungen (51 Prozent) und einen Schlaganfall (50 Prozent) fürchten jeweils rund die Hälfte der Befragten.

Es folgen die Angst vor einem Herzinfarkt (42 Prozent), einer schweren Augenkrankheit bis hin zur Erblindung (34 Prozent) und die Furcht vor einem psychischen Leiden (32 Prozent). Grundsätzlich geben Frauen häufiger als Männer an, dass sie sich vor Krankheiten fürchten.

Die Angst ist zurück – Die Vorsorgebereitschaft steigt

Bei den am meisten gefürchteten Krankheiten hat sich das Angst-Empfinden der Deutschen in den vergangenen fünf Jahren tendenziell wieder erhöht, nachdem es den Jahren davor eher rückläufig war. Vermutlich deshalb ist in der langjährigen DAK-Studie zu beobachten, dass in diesem Zeitraum kontinuierlich immer mehr Menschen die kostenlosen Vorsorge-Angebote nutzen.

Fast zwei Drittel (63 Prozent) gehen aktuell zur Krebsvorsorge, während dies im Jahr 2017 nicht einmal die Hälfte gemacht hat. Jeder und jede Zweite nutzt derzeit den Gesundheits-Check gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, während es vor fünf Jahren nur 37 Prozent waren. Auffällig hierbei ist: Drei von vier Frauen (76 Prozent) nehmen Krebsvorsorge-Termine wahr, wohingegen sich nur knapp jeder zweite Mann (49 Prozent) untersuchen lässt.

Die große Mehrheit der Deutschen (87 Prozent) bewertet ihren Gesundheitszustand als gut (57 Prozent) oder sehr gut (30 Prozent). Damit das so bleibt, achten jedoch Frauen insgesamt mehr auf ihre Gesundheit als Männer. So ernähren sie sich häufiger gesund, trinken weniger Alkohol, rauchen weniger und machen öfter Entspannungsübungen. Gleichheit besteht dagegen bei den Themen Impfen und Sport: So lassen sich 86 Prozent der Deutschen impfen und 83 Prozent treiben regelmäßig Sport, um gesund zu bleiben.  

Geringere Furcht vor dem „Alltäglichen“

„Die Corona-Pandemie ist scheinbar für viele Menschen so alltäglich geworden, dass die Angst vor einer Infektion sinkt“, so Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender der DAK-Gesundheit. „Dies darf aber nicht dazu führen, dass Corona-Schutzmaßnahmen vernachlässigt werden. Wir müssen gerade in den kommenden Wintermonaten gewisse Regeln einhalten, um die vulnerablen Gruppen in unserer Gesellschaft zu schützen und eine Überlastung des Gesundheitssystems zu vermeiden.“

Kritik am föderalen Flickenteppich

Storm kritisiert in diesem Zusammenhang die aktuelle Debatte um die Isolationspflicht und die unterschiedliche Handhabung der Bundesländer: „Wir brauchen verständliche und einheitliche Regeln, die zwischen den Ländern abgestimmt sind und die Menschen nachvollziehen können.“

Die Umfrage „Angst vor Krankheiten“ ist eine regelmäßige und repräsentative Bevölkerungsbefragung durch Forsa im Auftrag der DAK-Gesundheit, die seit 2010 durchgeführt wird. Vom 31. Oktober bis 3. November 2022 wurden bundesweit 1.005 Frauen und Männer ab 14 Jahren befragt.

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