Gut investiert in weibliche Mitarbeiter

Beraterin erklärt Mann Finanzprodukte
Frauen beraten kompetent, mit Empathie und vermitteln Sicherheit.

Frauen sind in der Finanzbranche immer noch unterrepräsentiert. Dabei bringen Beraterinnen viele Stärken mit, die Kunden in der heutigen Zeit besonders schätzen. Ein großer Teil der Finanzunternehmen hat deshalb erkannt: Die Investition in weibliche Mitarbeiter lohnt sich – vor allem weil sich auch immer mehr Frauen eine Anlageberatung auf Augenhöhe wünschen.

Es existiert in vielen Köpfen immer noch eine klare Einteilung von Berufen in „typisch Frau“ oder „typisch Mann“. Da sind die Erzieherin und der Tischler. Der Chirurg und die Krankenschwester. Auch Finanzberufe gelten nach wie vor als Männerdomäne – sicherlich einer der Gründe dafür, dass sich viele Frauen gar nicht erst zu einem Berufsweg in der Finanzbranche entschließen. Die Schieflage beginnt bereits ganz am Anfang der Karriere bei der Wahl der Ausbildung oder des Studiums. Nach Angaben des Studienführers „Studienwahl“ entscheiden sich Studienanfängerinnen häufiger für ein Fach aus den Sprach- und Kulturwissenschaften, den Sozialwissenschaften, Gesundheit und soziale Dienste oder für ein Lehramtsstudium. In ingenieurwissenschaftlichen sowie in einigen naturwissenschaftlichen Fächern dagegen sind Studentinnen unterrepräsentiert. Männliche Studienanfänger orientieren sich bei ihrer Fächerwahl ebenfalls an klassischen Mustern: Sie belegen überwiegend Fächer aus Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.

Gegen das Pay-Gap mit der richtigen Berufswahl

Und so ist es kaum verwunderlich, dass Frauen 2021 immer noch durchschnittlich 18 Prozent weniger pro Stunde verdienten als Männer. Denn daran sind nicht nur die viel zitierten Stolpersteine auf der Karriereleiter Schuld. Neben einem höheren Anteil von Teilzeitbeschäftigung hängt dieses Ungleichgewicht auch mit der Wahl der Branche zusammen. Laut statistischem Bundesamt waren die Berufszweige mit den höchsten Verdiensten im Jahr 2021 die Bereiche Energieversorgung, IT und Kommunikation sowie die Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen. Das heißt, wenn Frauen es langfristig schaffen wollen, aus dem Gender-Pay-Gap herauszukommen, könnte eine Karriere in der Finanzberatung die richtigen Weichen stellen.

Ein weiterer Vorteil des Finanzsektors: Der Erfolg ist anhand von Zahlen leicht messbar und Fleiß wird belohnt – da können Frauen punkten. Die Gefahr an der oft als Karrierekiller empfundenen „gläsernen Decke“ zu scheitern – obwohl die Leistung eigentlich stimmt –  schrumpft, wenn objektive Bewertungskriterien angelegt werden. Wenn für alle das gleiche Vergütungssystem gilt, alle die gleichen Verträge haben, bekommen auch alle die gleichen Chancen erfolgreich zu sein – unabhängig vom Geschlecht. 

Frauen sind beliebt in der Beratung

Hinzu kommt, dass Frauen in der Anlageberatung weniger Risiken eingehen und stärker auf Sicherheit bedacht sind. Diesen verantwortungsvollen Umgang mit ihrem Vermögen wissen viele Kunden und vor allem auch immer mehr Kundinnen zu schätzen. Denn die Finanzdienstleister haben Anlegerinnen inzwischen als vielversprechende Kundengruppe entdeckt. Diese lange vernachlässigte Klientel braucht eine auf sie abgestimmte Ansprache – viele von ihnen beschäftigen sich zum ersten Mal mit Anlagestrategien. Blickt man in die Geschichtsbücher war es Frauen vor gar nicht allzu langer Zeit gar nicht erlaubt, ihre eigenen finanziellen Dinge zu regeln. Erst durch das Gleichberechtigungsgesetz, das am 1. Juli 1958 in Kraft getreten ist, durften Ehefrauen überhaupt ihre eigenen Vermögensangelegenheiten in die Hand nehmen und zum Beispiel ein eigenes Bankkonto eröffnen. Bis 1977 waren Frauen zwar berechtigt, erwerbstätig zu sein, allerdings nur soweit dies mit ihren Pflichten in Ehe und Familie vereinbar war. Sie mussten ihre Männer um Erlaubnis fragen. 

Was heute kaum mehr vorstellbar erscheint, sitzt gerade bei Frauen in der älteren Generation noch tief. Deshalb gibt es immer mehr Start-ups in der Finanzbranche, die sich gezielt auf die weiblichen Kunden konzentrieren und die Beratung in weibliche Hände legen. Vermögende Frauen stellen andere Fragen und möchten in der Beratung nicht von oben herab behandelt werden. Weibliche Finanzprofis sind deshalb ihre erste Wahl, denn sie gelten als empathischer, mehr auf Sicherheit bedacht und kommunikationsstärker. Und genau dort können Finanzunternehmen punkten und in die Förderung ihrer eigenen weiblichen Mitarbeiter investieren. Eine nachhaltige Anlage, die sich garantiert rentiert, und zwar nicht nur moralisch, sondern vor allem ökonomisch. 

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