Rente: Große Mehrheit befürchtet Versorgungslücke

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Die Mehrheit der Befragten würde die Einführung einer Aktienrente als Bestandteil der gesetzlichen Rente befürworten.

Die Initiative Minderheitsaktionäre, die sich für eine Stärkung der Anlegerrechte in Deutschland einsetzt, hat gemeinsam mit dem Meinungsforschungsinstitut Forsa die zweite repräsentative Umfrage zur Zukunft der gesetzlichen Rente durchgeführt. Eine große Mehrheit hat starke Sorgen bezüglich der langanhaltenden Zuverlässigkeit der gesetzlichen Rentenversicherung in ihrer jetzigen Form.

Eine große Mehrheit der Befragten (83 Prozent; 2021: 86 Prozent) ist der Meinung, dass das Rentenniveau absinken und es zu einer Versorgungslücke bei der gesetzlichen Rente kommen wird. Nur 11 Prozent (2021: 11 Prozent) der Befragten meinen, dass das Versprechen durch die Politik, langfristig eine sichere und stabile Rente zu gewährleisten, gehalten werden kann. Unter den Befragten, die bereits Aktien besitzen, ist die Skepsis besonders groß: 86 Prozent der Umfrageteilnehmer glauben nicht an eine stabile zukünftige gesetzliche Altersversorgung.

Die Mehrheit der Befragten (56 Prozent; 2021: 58 Prozent) würde die Einführung einer Aktienrente als Bestandteil der gesetzlichen Rente befürworten. Überdurchschnittlich hoch ist die Befürwortung eines solchen Bürgerfonds bei Männern (65 Prozent; 2021: 63 Prozent) und Befragten, die bereits Aktien besitzen (75 Prozent; 2021: 72 Prozent).

Für die Teilnehmer der Umfrage gehören Versicherungsprodukte (37 Prozent; 2021: 41 Prozent) sowie die Riester-Rente (28 Prozent; 2021: 28 Prozent), die allerdings unter den jungen Befragten wenig Popularität genießt, zu den am häufigsten genutzten Instrumenten der privaten Altersvorsorge. Ein Fünftel der Befragten (22 Prozent; 2021: 21 Prozent), die bisher keine der abgefragten privaten Vorsorgeprodukte nutzen, hat vor, zukünftig private Vorsorgeprodukte wie Aktien, Aktienfonds, Aktienanlagen, Investmentfonds oder die Riester-Rente zu nutzen, um sich im Alter abzusichern.

Sparverhalten noch nicht verändert

Eine knappe Mehrheit der Befragten (55 Prozent; 2021: 51 Prozent), unter ihnen insbesondere jüngere Befragte zwischen 18 und 45 Jahren, hält Aktien, Aktienfonds bzw. ETFs zur Absicherung im Alter für geeignet. Bei den 18- bis 29-Jährigen sind es sogar 68 Prozent (2021: 61 Prozent) der Befragten.

Rund ein Sechstel (16 Prozent) der Befragten gab an, dass die Inflation bereits dazu führt, dass sie weniger als noch vor einem Jahr für die Altersvorsorge zurücklegen. Bei der Mehrheit der Befragten (59 Prozent) hat sich das Sparverhalten durch die steigenden Lebenshaltungskosten (noch) nicht verändert. Insgesamt sind 42 Prozent der Befragten der Meinung, dass Aktien ein geeignetes Mittel der Altersvorsorge sind. Je jünger die Befragten, desto häufiger werden Aktien als geeignetes Mittel zum Schutz der Altersvorsorge vor Wertverlusten durch die Inflation gehalten.

Für die Umfrage wurden 1.002 Bundesbürger zwischen 18 und 70 Jahren befragt.

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