Aktienrente: Geringes Vertrauen in den Staat

Foto: DIVA
Michael Heuser, wissenschaftlicher Direktor des DIVA

Der Koalitionsvertrag der Ampel sieht zur Stärkung der gesetzlichen Rente einen Einstieg in aktienbasierte Finanzierungsformen vor. Vorbilder sind die großen Altersvorsorgefonds in Schweden und Norwegen. Das Deutsche Institut für Vermögensbildung und Alterssicherung (Diva) hat Bürgerinnen und Bürger befragt, was sie von der Aktienrente halten.

Über 60 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass eine Aktienrente die gesetzliche Rente stabilisieren wird. Geht es um das Vertrauen in den Staat als Verwalter einer aktienbasierten Rente, kommen jedoch Bedenken auf. 51 Prozent der Geringverdiener mit monatlich weniger als 1.800 Euro Netto-Haushaltseinkommen zweifeln an der Expertise und Erfahrung des Staates als Kapitalanleger (44 Prozent bei den mittleren und 47 Prozent bei den höheren Einkommensgruppen).

Knapp zwei Drittel der Befragten machen sich zudem Sorgen, dass der Staat die Mittel der Aktienrente zur Finanzierung anderer Projekte nutzt. “Die Aktienrente sollte von Beginn an vor dem Zugriff des Staates geschützt werden, um in der Bevölkerung das notwendige Vertrauen aufzubauen“, fordert Prof. Dr. Michael Heuser, wissenschaftlicher Direktor des Diva.

Befragt wurden knapp 1.000 Menschen in Deutschland, die bereits aktienbasiert sparen. Der DVAG-nahe Bundesverband Deutscher Vermögensberater (BDV) hat das Diva im Jahr 2019 gegründet.

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