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8. Juli 2005, 00:00
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Chorus will alte Filmfonds sanieren

Die Chorus-Gruppe, Ottobrunn, hat den Anlegern ihrer ersten fünf Medienfonds ein umfassendes Umstrukturierungskonzept vorgelegt. Ziel ist es, die in den schlecht laufenden Fonds verborgenen Rückflusspotenziale ?unter verbesserten Rahmenbedingungen zu heben?, wie die Treuhandgesellschaft des Emissionshauses an die Gesellschafter der Fonds schreibt.

Der Plan im Einzelnen: In einem ersten Schritt sollen die Filmrechte der ApolloMedia 1. bis 5. KG sowie alle verbundenen Ansprüche an die neu zu gründende ApolloMovie KGaA verkauft werden. Der Dafür vorgesehene Preis von sechs Millionen Euro entspricht nach Ansicht von Chorus der derzeitigen Schwäche des Medienmarktes.

Im Folgenden erhalten die Gesellschafter der fünf alten Apollo-Fonds die Gelegenheit, sich an der neuen KGaA zu beteiligen. Dabei können sie wählen zwischen einem Engagement als atypisch stiller Gesellschafter oder als Kommanditaktionär.

Während die atypisch stillen Gesellschafter weiterhin ausschließlich an den Rückflüssen derjenigen Filmprojekte partizipieren sollen, die von ihrer vorherigen Fondsgesellschaft an die KGaA verkauft worden sind, wird den Kommanditaktionären darüber hinaus eine Beteiligung am gesamten Geschäftsgegenstand der KGaA in Aussicht gestellt.

Hintergrund: Die neue Gesellschaft, deren Laufzeit zunächst bis 2010 avisiert wird, soll nicht ausschließlich Altproduktionen verwalten und auswerten. Geplant ist vielmehr auch die Realisierung neuer Projekte.

Dazu ist eine Änderung die Investitionsstrategie der künftigen KGaA gegenüber jener der Alt-Fonds geplant. Produzierten die Apollo-Gesellschaften 1. bis 5. noch Kinofilme (Prominentestes Beispiel: ?Whale Rider? aus der ApolloMedia 5. KG), ist für die Zukunft die Produktion international auswertbarer TV- und Video/DVD-Titel geplant. Zudem sollen auch reine Vertriebs- und bankgesicherte Lizenzdeals möglich sein, wodurch die Geschäftsflexibilität erheblich steigen würde.

Im Ergebnis soll die Geschäftsstrategie derjenigen der zuletzt vertriebenen Chorus-Offerten (ApolloScreen, ApolloProScreen, ApolloProMovie) angepasst werden.

Die Vorteile des neuen Konzepts: Durch einen Forderungsverzicht beteiligter Chorus- und Apollogesellschaften in Höhe von rund 4,3 Millionen Euro sowie im Zuge der Zusammenlegung entstehende Einsparungen entstehen auf Gesellschaftsebene künftig Kostenvorteile von insgesamt rund zwölf Millionen Euro.

Zudem gestaltet sich die Finanzierung des Rechtekaufs vorteilhaft. Denn Dank eines günstigen Darlehens, welches die KGaA von der Chorus-Gruppe erhalten soll, kann laut Chorus mit einem Mischzins für die Fremdmittel (insgesamt 5,5 Millionen Euro) von 3,9 Prozent pro Jahr kalkuliert werden.

Auch steuerlich stehen die Anleger mit der künftigen Lösung besser da. Mussten bisherige Ausschüttungen vollständig versteuert werden, unterliegen die Auszahlungen der KGaA künftig lediglich dem Halbeinkünfteverfahren.

Geplant ist allerdings eine Ansammlung der Gelder bis zur Auflösung der Gesellschaft nach rund fünf Jahren. Dann sollen entweder sämtliche Rechte oder sämtliche Aktien auf einen Schlag veräußert werden ? der Erlös käme den Anlegern steuerfrei zu Gute.

Betroffen sind rund 4.700 Anleger, die in die fünf zwischen 1999 und 2001 platzierten Fonds insgesamt rund 190 Millionen Euro eingelegt haben. Größter Einzelfonds ist die ApolloMedia 5. KG mit einem Volumen von rund 76,6 Millionen Euro und 1938 Zeichnern.

Über das Konzept wird unter den Gesellschaftern der fünf betroffenen Fonds noch bis zum 21. Juli im Umlaufverfahren abgestimmt. Laut Chorus liegt die Zustimmungsquote bislang bei mehr als 95 Prozent. Noch haben allerdings erst sehr wenig Gesellschafter ihre Stimme abgegeben (Stand 6. Juli: Rund acht Prozent).

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