Anzeige
13. Mai 2005, 00:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Urteil: Banghard muss Schaden ersetzen

Das Landgericht Stuttgart hat die Prinz zu Hohenlohe-Jagstberg & Banghard GmbH, Stuttgart, sowie Egon Banghard persönlich zu rund 200.000 Euro Schadensersatz verurteilt.

Grund: Eine Anlegerin (die heutige Klägerin) hatte im Dezember 1998 Anteile in Höhe von 2,3 Millionen Mark an der Dr. Hanne Grundstücksgesellschaft mbH & Co., 14. Immobilienfonds KG, Seniorenresidenz Dresdner Hof gezeichnet. Der Fonds wurde von der Vermittlungsgesellschaft Prinz zu Hohenlohe-Jagstberg & Banghard GmbH vertrieben.

Die Richter sahen es als erwiesen an, dass die Klägerin im Rahmen der Vermittlung nicht über die 1998 durchgeführten Ermittlungen gegen Initiator Dr. Jürgen Hanne informiert worden war. Die Strafverfolgungsbehörden ermittelten damals wegen Untreue. Zudem seien auch Presseberichte verschwiegen worden, die sich kritisch zu den Fonds von Dr. Hanne äußerten. Davon hätte laut Urteil die Anlegerin sofort erfahren müssen.

Bemerkenswert: Obwohl die Vertragsanbahnung von einem selbständigen Dritten (Handelsvertreter) durchgeführt wurde, haftet die im Prospekt angegebene Vermittlungsgesellschaft für die falschen Angaben. Denn, so das Gericht, die prospektierten Informationen waren unvollständig, der Fondinitiator wurde hinsichtlich seiner Seriosität und Bonität zu positiv dargestellt.

Im Urteil heißt es dazu wörtlich: ?Die Prinz zu Hohenlohe-Jagstberg & Banghard GmbH hätte das Beteiligungsangebot (der Anlegerin), von dem sie annehmen musste, es sei aufgrund unzureichender Tatsachenkenntnis erfolgt, ohne Informationskorrektur nicht annehmen dürfen.?

?Das bedeutet, dass Vermittler von Kapitalanlagen ihren Kunden vom Kauf abraten müssen, wenn sie erkennen können, dass der Anleger trotz Erhalt des Prospektes nicht ausreichend informiert wurde”, sagt Dr. Philipp Härle, der als Rechtsanwalt für die Kanzlei Tilp Rechtsanwälte, Berlin, die Klägerin vertrat.

Zur Finanzierung ihres Fondsanteils hatte die Klägerin einen Kredit aufgenommen. Von diesem muss sie nunmehr freigestellt werden. ?Die Klägerin ist so zu stellen, als hätte sie das Fonds- und Darlehensgeschäft nie abgeschlossen”, so Härle. Seine Mandantin erhält laut Urteil Schadenersatz in Höhe der von ihr bezahlten Aufwendungen und ist von noch ausstehenden Zahlungen freizustellen; umgekehrt muss sie allerdings auch den Fondsanteil zurückgeben.

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 6/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Berufsunfähigkeitsversicherung –Investitionen am Zweitmarkt –Personalplanung – Zweitmarkt

+ Heft im Heft: Cash.Special Investmentfonds

Ab dem 26. Mai im Handel erhältlich.

Cash.Special 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Best Ager – Rentenversicherungen – Riester-Rente – betriebliche Krankenversicherung


Ab dem 18. Mai im Handel erhältlich.

Versicherungen

Bayerische hat neue Fondsrente im Angebot

Die Bayerische erweitert ihr Angebot in der Altersvorsorge und startet die neue Basis-Rente Aktiv, eine Fondsrente mit variablen Anlagemöglichkeiten. Kunden können dabei zwischen drei Tarif-Angeboten wählen: Chance, Wachstum oder Sicherheit.

mehr ...

Immobilien

Wohnpreise entkoppeln sich von Einkommen

Die Immobilienpreise sind in urbanen und ländlichen Gebieten weiter gestiegen. In den Metropolen überholt das Preiswachstum inzwischen die Entwicklung der Einkommen. Der BVR stellt drei Forderungen an die Politik, um die Entwicklung zu verlangsamen.

mehr ...

Investmentfonds

Viel Rückenwind für Schwellenländer

Während die globale Konjunktur nur langsam vorankommt, lassen zahlreiche Schwellenländer die Industriestaaten hinter sich. Im Durchschnitt erwarten Karen Watkin und Morgan Harting, beide Multi-Asset Portfolio Manager bei AllianceBernstein, für die Schwellenländer 2017 ein Wachstum von 4,1 Prozent, für die Industrieländer hingegen nur knapp über zwei Prozent. Doch das ist nicht der einzige Faktor, der für Anlagen in den Emerging Markets (EM) spricht.

mehr ...

Berater

Mehr Durchblick bei vermögensverwaltenden Fonds

Die MMD Multi Manager GmbH hat sich seit Jahren den Themen Transparenz und Vergleichbarkeit für Vermögensverwaltende (VV) Produkte verschrieben. Die MMD-Indexfamilie wird mit Hilfe des IT-Dienstleisters Cleversoft erweitert und vertieft.

mehr ...

Sachwertanlagen

Prospekthaftung: BaFin gibt Entwarnung – ein wenig

Die BaFin hat gegenüber Cash. zu einem BGH-Urteil Stellung genommen, das einen von ihr geprüften Fondsprospekt mit deutlichen Worten kassiert hatte und damit auch Fragen zur Rechtssicherheit aktueller Emissionen aufwirft.

mehr ...

Recht

Kfz-Schadenregulierung: Vorsicht bei Verjährung

Wer Leistungen gegen einen Kfz-Haftpflichtversicherer geltend macht, sollte berücksichtigen, dass eine Verjährungsfrist von drei Jahren gilt. In einem aktuellen Urteil verlor ein Kläger vor dem Bundesgerichtshof, der sich mit der Verjährung verkalkuliert hatte.

mehr ...