4. Juni 2019, 09:00
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Einsamkeit: Jeder Zweite gelegentlich betroffen, jeder Sechste regelmäßig

Einer aktuellen repräsentativen Studie zufolge fühlt sich nahezu jeder sechste Deutsche oft und jeder zweite  zumindest manchmal einsam. Das Einsamkeitsgefühl wird dabei maßgeblich von Lebenssituation und Persönlichkeit beeinflusst, belegt eine Umfrage des Hamburger Marktforschungsinstituts Splendid Research.

Infografik-einsamkeit-juni-2019 in Einsamkeit: Jeder Zweite gelegentlich betroffen, jeder Sechste regelmäßig

Splendid Research hat im Januar 2019 im Rahmen einer repräsentativen Umfrage 1.006 Deutsche zwischen 18 und 69 Jahren online zum Thema Einsamkeit befragt. In der Studie wurde untersucht, wie häufig sich die Bundesbürger einsam fühlen, welche Gruppen besonders anfällig für Einsamkeit sind und auf welche Gründe dies zurückzuführen ist.

Einsamkeit gehört zum Leben

Sich ab und an alleine zu fühlen gehört dazu: Ein Drittel der Deutschen fühlt sich manchmal verlassen. Doch kritisch wird es, wenn das gelegentliche Gefühl der Einsamkeit zum Dauerzustand wird. Jeder sechste Bürger fühlt sich häufig oder sogar ständig einsam. Demgegenüber empfinden nur 17 Prozent der Deutschen nie das Gefühl des Alleinseins.

Die Gründe für das Einsamkeitsgefühl sind vielseitig und rangieren von gesellschaftlichen bis hin zu persönlichen Faktoren: 51 Prozent der einsamen Deutschen erklären sich ihren Zustand mit den aktuellen Lebensumständen, wie etwa einem Umzug, einem fordernden Job, Trennungen oder Erkrankungen. 41 Prozent fühlen sich aus einer spontanen Stimmung oder Laune heraus einsam. Ein weiteres Drittel ist besonders kritisch und sieht in sich selbst und dem Charakter die Ursache für das Einsamkeitsempfinden. 17 Prozent geben anderen Menschen Schuld für ihre Einsamkeit.

Frauen sind häufiger einsam als Männer

Vergleicht man die Geschlechter, so fühlen sich Frauen mit 19 Prozent häufiger einsam als das vermeintlich starke Geschlecht (14 Prozent). “Das liegt vermutlich daran, dass Frauen sich das Gefühl der Einsamkeit eher eingestehen als Männer”, so Studienleiterin Carina Krämer. Ferner treten erhebliche Unterschiede zwischen den Altersgruppen auf.

Jüngere Personen bis 39 Jahre geben deutlich häufiger an, einsam zu sein als die 40- bis 69-Jährigen. Mit zunehmendem Alter sinkt also das Gefühl der Einsamkeit. Gleiches gilt für das Einkommen: Mit zunehmendem Einkommen sinkt die Häufigkeit des Einsamkeitsgefühls. Betrachtet man die Zufriedenheit in einer Beziehung, so fühlen sich 36 Prozent in einer unglücklichen Beziehung einsamer als Personen in einer glücklichen Partnerschaft (acht Prozent).

Zur Methodik

In der Studie wurde eine Einteilung in extrovertierte und introvertierte Persönlichkeitsprofile vorgenommen, um zu überprüfen, inwiefern Einsamkeit mit den persönlichen Eigenschaften eines Menschen zusammenhängt. 19 Prozent der Deutschen können dabei als extrovertierte Personen klassifiziert werden und 36 Prozent als introvertierte Personen. Weitere 45 Prozent weisen keine starke Ausprägung auf. Im Persönlichkeitsprofil zeigt sich ein deutlicher Zusammenhang mit dem Einsamkeitsempfinden.

27 Prozent aller introvertierten Personen fühlen sich ständig oder häufig einsam. Bei den Extrovertierten sind es lediglich fünf Prozent. Die Gründe hierfür unterscheiden sich maßgeblich. Während Introvertierte sich selbst und ihrem Charakter die Schuld für ihr Einsamkeitsempfinden zuschreiben, sehen Extrovertierte die immer unpersönlicher werdende Kommunikation als Ursache für ihre Einsamkeit.

Foto: Splendid Research

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