Rat der Weisen: Talsohle durchschritten

Nach Angaben des Rates der Immobilienweisen ist die Talsohle an den Immobilienmärkten durchschritten. Bevor sich der beginnende wirtschaftliche Aufschwung als Nachfrage auf dem Immobilienmarkt niederschlage, vergehe jedoch Zeit, weshalb im laufenden Jahr 2005 noch nicht mit einer durchgreifenden Besserung zu rechnen sei, so das Expertengremium, in dem die Institute BulwienGesa AG, GFK Prisma und empirica ag vertreten sind.

Am Büromarkt markiert das Jahr 2005 nach Prognose der Münchener BulwienGesa AG die Trendwende. Das Leerstandsvolumen werde noch bis Mitte des Jahres weiter wachsen, bevor die Wende in Richtung eines leichten Abbaus eintrete. Die Zahl der Bürobeschäftigten werde sich 2005 per Saldo um rund 100.000 erhöhen, womit der bisherige Höchstwert des Jahres 2002 wieder erreicht werde.

Die Spitzenmiete in den sieben Hochburgen werde sich im laufenden Jahr von 22,30 Euro auf 21,50 Euro pro Quadratmeter weiter vermindern. Im Jahresverlauf werde sich der Gesamtleerstand an sieben Top-Standorten Frankfurt am Main, Berlin, München, Düsseldorf, Hamburg, Stuttgart und Köln von 7,45 auf rund sieben Millionen Quadratmeter verringern.

Der Einzelhandelsumsatz ging im Jahr 2004 nach Angaben des Hamburger GfK Prisma Instituts um ein Prozent zurück, während die Verkaufsfläche im gleichen Maße zunahm. Daher erwarten die Researcher, dass die Ladenmieten abgesehen von Bestlagen in den Shopping-Hochburgen bundesweit weiter unter Druck stehen werden.

?Einerseits nimmt die Verkaufsfläche weiter zu, gleichzeitig wachsen aber auch die Leerstände. Es gibt aber kein generelles Zuviel an Verkaufsfläche, es gibt ein Zuwenig an marktgerechter Verkaufsfläche?, so so GfK-Chef Olaf Petersen. Der Kunde von heute bevorzuge Läden, in denen das Warenangebot großzügiger und mit mehr Service präsentiert werde.

Am Wohnimmobilienmarkt werden sich die Differenzen in der Entwicklung der einzelnen Regionen nach Angaben der Berliner empirica ag aufgrund der unterschiedlichen Wirtschaftskraft in den kommenden zehn Jahren weiter verschärfen.

Mit ansteigenden Haushaltszahlen sei vor allem in Berlin und München zu rechnen, in Köln schwäche sich das Wachstum leicht ab. In Frankfurt und Düsseldorf wird eine Stagnation erwartet. ?Die Befürchtung eines flächendeckenden Preisverfalls bei Wohnimmobilien ist jedoch falsch. Die Haushaltszahlen steigen mindestens noch bis zum Jahr 2020/2025?, sagt Marie-Therese Krings-Heckemeier, Geschäftsführerin der empirica ag in Berlin.

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