RICS: Marktflaute in Westeuropa

Westeuropa liegt bei der Nachfrage nach Geschäftsimmobilien im internationalen Vergleich weit hinten. Zu diesem Ergebnis kommt die erstmals durchgeführte Studie ?Global Property Survey? der Royal Institution of Chartered Surveyors (RICS) mit Hauptsitz in London. Der weltweit größte Immobilienfachverband mit über 110.000 Mitgliedern in rund 120 Ländern befragte dafür internationale und regionale Immobilienunternehmen.

?Geringe Lohnkosten und wachsende Unternehmensinvestitionen lassen den Bedarf an Geschäftsimmobilien stark steigen?, erklärt Louis Armstrong, Chief Executive des Fachverbands, den Grund für die Spitzenpositionen der aufstrebenden Wirtschaftszonen Asiens und Osteuropas. Japan erlebt nach Einschätzung der Chartered Surveyors nach der Krise der 90er Jahre eine Trendwende. Auch andere Regionen Asiens streben demnach auf. In Peking beispielsweise würden Marktliberalisierung und Wirtschaftswachstum zu einer starken Nachfrage nach erstklassigen Büroimmobilien beitragen.

Im Vergleich dazu sei die Nachfrage in Westeuropa sehr gering, einzig London bilde eine Ausnahme. In Nordamerika diagnostizieren die Chartered Surveyors dagegen ebenfalls einen positiven Trend. So seien etwa deutsche Investoren im kanadischen Toronto stark an Büro- und Einzelhandelsobjekten interessiert. Der Optimismus der dortigen Marktteilnehmer sei im Wesentlichen auch auf den nordamerikanischen Gesamtmarkt übertragbar.

Das Fazit Armstrongs zum weltweiten Markt fällt insgesamt positiv aus. ?Kommerzielle Immobilieninvestments haben ihr Nischendasein beendet. Sie gehören mittlerweile zu den etablierten Investmentformen.? Dazu beigetragen haben nach Meinung der Chartered Surveyors vor allem zwei Faktoren. Niedrige Zinsen und das verstärkte Aufkommen der steuerlich vorteilhaften Real Estate Investment Trusts (REITs) als innovative Immobilienanlageform. Daher sei deren geplante Einführung in Deutschland ein wichtiger Schritt zur Belebung des Marktes.

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