Studie: Höherer Wohlstand, höhere Preise

Gebrauchte frei stehende Einfamilienhäuser stehen bei Kaufinteressenten hoch im Kurs, allerdings bestehen enorme regionale Preisunterschiede beim Wohneigentum. So lautet ein zentrales Ergebnis der Wohnungsmarktanalyse 2008 der Landesbausparkssen (LBS). Ihre Experten berichten jeweils im Frühjahr über die aktuelle Angebots-, Nachfrage- und Preissituation für die wichtigsten Wohnungsmarktsegmente in 650 Städten Deutschlands.

Preisführer ist in diesem Jahr die bayerische Landeshauptstadt München. Dort kostet das typische Bestandsobjekt in mittlerer bis guter Lage ? wie im Vorjahr ? 650.000 Euro. Deutlich dahinter, nämlich bei einer halben Million Euro und darunter, liegen west- und südwestdeutsche Großstädte wie Konstanz (500.000 Euro), Heidelberg (480.000 Euro), Düsseldorf, Stuttgart und Wiesbaden (je 450.000 Euro). Als einzige Metropole im Norden oder Osten bewegt sich die Hauptstadt Berlin mit 420.000 Euro auf dem gleichen Niveau wie Freiburg oberhalb der 400.000-Euro-Marke.

Die Attraktivität der Umlandgemeinden, aber auch touristisch geprägter Regionen, zeige sich daran, dass die Objekte etwa im Frankfurter Raum ? besonders ausprägt in Hofheim mit 640.000 Euro ? deutlich teurer sind als in der Mainmetropole selbst (mit 430.000 Euro). Im Voralpenraum ragten Städte wie Sonthofen (600.000 Euro) und Garmisch-Partenkirchen (535.000 Euro) heraus. Auf der anderen Seite ist das Preisniveau den LBS-Researchern zufolge in Bremen mit 230.000 Euro für eine Großstadt in dieser Größenordnung durchaus moderat. In manchen norddeutschen Großstädten liegt es noch einmal deutlich niedriger, bis zu 110.000 Euro im Falle Bremerhaven. Auch in ostdeutschen Städten wie Gera (130.000 Euro) oder Halle (125.000 Euro) ließen sich bezahlbare Einfamilienhäuser erwerben.

Noch keine Markterholung sehen die LBS-Experten hingegen beim Neubau von Reiheneigenheimen. Hier gehen sie kurzfristig noch von einer rückläufigen Nachfrage aus, die vorübergehend mit einer weiteren Abschwächung der Neubautätigkeit verbunden sei. Hier mache sich gerade bei Familien offenbar die Abschaffung der Eigenheimzulage seit 2006 bemerkbar. ?An zu hohen Preisen kann die Neubauschwäche unserer Einschätzung nach jedenfalls nicht liegen?, sagte der LBS-Verbandsdirektor. Denn selbst in Westdeutschland bewegen sich die Durchschnittspreise für neue Reihenhäuser in Groß- und Mittelstädten um rund 200.000 Euro, im Osten und Norden liegen sie sogar nur bei 130.000 bis 160.000 Euro. Lediglich in den süddeutschen Großstädten signalisiere der Durchschnittspreis von 270.000 Euro die vielerorts vorhandenen Engpässe.

Bei gebrauchten Reihenhäusern gibt es laut LBS-Analyse ähnliche regionale Unterschiede. Im Schnitt würden sie gegenüber Neubauten einen Preisvorteil von 10 bis 20 Prozent aufweisen. Insgesamt schätzen die Experten die Nachfrage nach entsprechenden Objekten weiterhin als stabil ein. (af)

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