Büroimmobilien: Zwei Drittel der Flächen entstehen in Asien

Der Schwerpunkt der Neuentwicklung von Büroimmobilien hat sich nach Angaben des Immobilienberaters CB Richard Ellis (CBRE) während der Erholung der Weltwirtschaft nach der Finanzkrise nach Asien verlagert.

shanghai-chinaDies ist das Ergebnis einer aktuellen Untersuchung unter dem Titel „Global Office Development Cycle“. Demnach wird Asien im Zeitraum 2010 bis 2012 die einzige der vier Weltregionen mit einem signifikanten Zuwachs an Büroflächen sein. In den Jahren 2010 und 2011 würden dort im Unterschied zu den anderen Regionen Nordamerika, Westeuropa und Pazifik besonders viele zusätzliche Flächen fertiggestellt, in 2012 werde sich das Fertigstellungniveau leicht reduzieren.

Demnach entfallen laut CBRE von den 27,3 Millionen Quadratmetern neuer Fläche, die in den weltweiten führenden Bürostandorten in 2010 bis 2012 errichtet werden, insgesamt 65 Prozent oder 17,7 Millionen Quadratmeter auf Asien, 24 Prozent oder 6,4 Millionen Quadratmeter auf Westeuropa, nur acht Prozent auf Nordamerika und vier Prozent auf die Region Pazifik.

„Mit der Jahrtausendwende haben die entwickelten Volkswirtschaften begonnen, ihre überragende Position in der weltweiten Finanzindustrie einzubüßen. Die Bedeutung der Schwellenländer ist gestiegen“, sagt Martin Drummer, CEO von CB Richard Ellis in Deutschland. Dies zeige sich auch in den Standortentscheidungen, die weltweit aufgestellte Konzerne treffen. Zusätzlich seien in Asien eigene Großkonzerne entstanden, die selbst eine steigende Nachfrage nach Büroflächen haben.

Laut CBRE führt vor allem die Tatsache, dass die führenden Volkswirtschaften Asiens, exklusive Japan, im Vergleich zu Nordamerika und Westeuropa in einer fortgeschrittenen Phase des wirtschaftlichen Zyklus sind, zu einem höheren Neubauvolumen. Das erwartete Fertigstellungsvolumen von 5,9 Millionen Quadratmetern in Asien von 2010 bis 2012 liege rund 50 Prozent über dem Durchschnittswert der vergangenen neun Jahre.

In Westeuropa hat man laut CBRE dagegen aufgrund der Finanzkrise in 2007, dem weltweiten wirtschaftlichen Abschwung 2008/2009 und der Euro-Krise 2010 einen großen Teil an Neubauaktivität zurückgehalten. Das jährlich prognostizierte Neubauvolumen von 2,1 Millionen Quadratmetern liegt rund 30 Prozent unter dem langjährigen Schnitt. „London ist aktuell der einzige Markt in Westeuropa, auf dem wir eine signifikante Neubautätigkeit im kommenden Jahr erkennen. Die Spitzenmieten haben sich von den Tiefständen 2009 erholt. In den anderen Teilen Westeuropas werden nur einzelne, neue Projekte realisiert, die eher einen standortindividuellen Grund haben als einem generellen Aufschwung zu verdanken sind“, so Drummer.

Am stärksten ist der Rückgang in Nordamerika. Dort wird ein Fertigstellungsvolumen von nur 2,2 Millionen Quadratmetern von 2010 bis 2012 erwartet. Dieser Wert von rund 715.000 Quadratmetern pro Jahr liegt um 70 Prozent unter dem langjährigen Mittel von 2,4 Millionen Quadratmetern. In der Region Pazifik liegt die Neubautätigkeit mit rund 325.000 Quadratmetern jährlich um rund 15 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt. (bk)

Foto: Shutterstock

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