Finanzierungszinsen steigen – Anbietervergleich zeigt Differenzen von bis zu 1,34 Prozentpunkten

Der Aufwärtstrend bei Finanzierungszinsen könnte angesichts der neuesten Äußerungen der EZB über eine mögliche Leitzinserhöhung anhalten. Wie ein Vergleich des Baugeldvermittlers Hypothekendiscount zeigt, schwanken die Konditionen je nach Darlehensgeber um bis 1,34 Prozentpunkte.

zins shutterstock_42234928„Mit knapp vier Prozent sind Darlehen zwar noch sehr günstig. Dennoch müssen Kreditnehmer heute deutlich mehr zahlen als im Sommer 2010, als die Konditionen auf ein 50-Jahres-Tief gefallen waren und bei etwas über drei Prozent lagen“, sagt Kai Oppel vom Baugeldvermittler Hypothekendiscount. Er rät: „Wer ein Objekt gefunden hat, sollte aktuell nicht auf fallende Zinsen spekulieren, sondern den Kreditvertrag jetzt unterschreiben.“ Allerdings sei es wichtig, die Konditionen verschiedener Anbieter zu vergleichen. „Bei den günstigsten Anbietern können Immobilienkäufer den Kredit ab 3,84 Prozent aufnehmen, bei den teuersten zahlen sie bis 5,18 Prozent“, so Oppel weiter. Hypothekendiscount hat die Offerten von 70 Anbietern verglichen. Unterstellt wird dabei ein klassisches Darlehen mit zehnjähriger Zinsbindung (Beleihungsauslauf 60 Prozent). Die Mehrheit der Institute verlange aktuell knapp unter vier Prozent.

Mittelfristig müssten Kreditnehmer aber mit höheren Konditionen rechnen. Früher als erwartet dürfte die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik straffen – und schon im April den Leitzins zum ersten Mal seit August 2008 wieder anheben. „Die Zinswende der EZB kommt angesichts wachsender Inflationssorgen nicht unerwartet. Preisstabilität definiert die Zentralbank mit einer Teuerungsrate von knapp unter zwei Prozent. Der kräftige Preisanstieg insbesondere für Energie und Nahrungsmittel in den vergangenen Monaten hat die Inflation in der Euro-Zone bis auf 2,3 Prozent steigen lassen“, erklärt Oppel. Für Bauherren sei diese Entwicklung von Bedeutung, weil die Bauzinsen an die Leitzinsen gekoppelt seien. Der Zeitpunkt einer wahrscheinlichen Zinserhöhung hatte die Märkte überrascht. Noch bis zur Notenbanksitzung rechnete die Mehrheit der Experten mit diesem Schritt nicht vor dem Sommer. (te)

Foto: Shutterstock

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