Institutionelle Immobilieninvestoren ohne einheitlichen Risikobegriff

Institutionelle Investoren nutzen bei ihren Anlageentscheidungen in Immobilien keinen einheitlichen Risikobegriff, sondern definieren diesen zum Teil sehr unterschiedlich. Das ergab eine Befragung, die im Auftrag von Axa Investment Managers durchgeführt wurde.

RisikoKnapp ein Viertel der institutionellen Anleger, die bei der Umfrage eine Risikodefinition abgaben, nennen den Verlust von Vermögenswerten oder den Ausfall von Zahlungsströmen als zentrales Element ihres Risikoverständnisses. Weitere 18 Prozent der Befragten sehen die Abweichung von Ziel- beziehungsweise Erwartungswerten als Risiko an. In der offenen Befragung gaben zudem etwa 16 Prozent der Investoren an, dass sie Risiken vor allem als Chance begreifen. „Diese große Breite unterschiedlicher Risikoauffassungen überrascht schon ein wenig. Angesichts der ausgiebigen Diskussion über Risiken im Zuge der jüngsten Finanzmarktkrise haben wir erwartet, dass es hier ein einheitlicheres Verständnis gibt. Aber obwohl das Risikomanagement zunehmend durch die Wissenschaft als auch durch regulatorische Rahmenbedingungen geprägt wird, zeigt die Praxis hier klar ein anderes Bild2, sagt Frank Richter, Head of Institutional Business Germany & Austria bei Axa Investment Mangers. Sieben Investoren räumten sogar ein, dass es überhaupt kein einheitliches Risikoverständnis bei ihren Anlageentscheidungen gibt.

Indirekte Immobilieninvestments werden zurzeit risikoreicher eingeschätzt

Indirekte Immobilieninvestments werden von der Mehrheit der Befragten als risikoreicher eingeschätzt als direkte Anlagen in Immobilien. So bezeichneten 47 Prozent das Risiko von direkten Immobilieninvestments als gering oder sogar sehr gering. Diese Einschätzung trafen allerdings nur 23 Prozent für indirekte Immobilienanlagen. Vor allem Kreditinstitute und Unternehmen schätzen indirekte Immobilieninvestments als riskanter ein. Immerhin ein knappes Drittel der befragten Banken kennzeichnet das Risiko dieser Anlageformen als hoch. Bei den Unternehmen schätzen 26 Prozent indirekte Immobilieninvestments als risikoreich oder sehr risikoreich ein.

Bis auf eine Ausnahme waren sich die einzelnen Anlegergruppen in dieser Beurteilung weitgehend einig. Lediglich Pensionskassen halten direkte Immobilieninvestments für risikovoller als indirekte. Die stärkste Tendenz zu Gunsten der direkten Investments äußerten Unternehmen.

Seite 2: Wo die größten Unsicherheitsfaktoren liegen

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