3. August 2012, 15:31
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Keine Immobilienblase in Sicht”

Sind hiesige Wohnimmobilien eine spekulative Anlage oder ein sicherer Hafen? Dieser Frage ist das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in einer Untersuchung der fünf größten deutschen Städte nachgegangen und hat den Vergleich mit Europa und Übersee angestellt. Das Ergebnis: es gibt hierzulande keine Immobilienblase.

Keine Immobilienblase in Sicht

Immobilien in Deutschland werden teurer. Seit 2010 liegen die Preissteigerungen mit bis zu 4,5 Prozent sogar deutlich über der Inflationsrate. Vor allem in Ballungsgebieten steigen die Werte von Wohnungen und Häusern nahezu stetig an, wie eine Untersuchung der fünf größten deutschen Städte durch das IW in Köln zeigt. In Hamburg etwa erhöhten sich die Preise für Eigentumswohnungen von 2003 bis 2011 um 31 Prozent, in Berlin sogar um 39 Prozent. Doch Bedenken, es könnte sich wie in den USA, Irland oder Spanien eine Preisblase bilden, sind unberechtigt. So ist trotz extrem niedriger Zinsen weder eine expansive Kreditvergabe noch eine sehr hohe Kauf- und Wiederverkaufsrate zu beobachten. Zudem hat die Entwicklung der Mieten mit der Entwicklung der Preise Schritt gehalten. Somit sind die teuren Immobilien eher Ausdruck einer großen Nachfrage sowie ein Zeichen für die Attraktivität der deutschen Metropolen.

Das detaillierte Statement der Professoren Dr. Michael Hüther und Dr. Michael Voigtländer vom IW, Köln zu den Untersuchungsergebnissen:

“In den fünf bevölkerungsreichsten Städten in Deutschland haben die Preise für Wohnimmobilien in den vergangenen Jahren deutlich angezogen. In Hamburg etwa stiegen die Preise für Eigentumswohnungen von 2003 bis 2011 um mehr als 31 Prozent, in Berlin sogar um 39 Prozent. Moderater war die Entwicklung in München mit 23 Prozent und Frankfurt am Main, wo die Preise um 14 Prozent anstiegen. Damit lagen die großen Städte – außer die fünfte betrachtete Stadt, Köln – aber immer noch über dem Bundesdurchschnitt von 10,5 Prozent.

Keine Immobilienblase in Sicht

Am meisten ging es 2011 aufwärts mit den Preisen. Allein in jenem Jahr wurden Wohnimmobilien in Berlin, Hamburg und München um acht bis neun Prozent teurer, in Frankfurt am Main bei gut sechs Prozent und in Köln knapp fünf Prozent. Die höchsten durchschnittlichen Wohnungspreise sind nach aktuellen Zahlen (erstes Quartal 2012) in der bayerischen Landeshauptstadt mit gut 4.200 Euro pro Quadratmeter zu bezahlen. Mit deutlichem Abstand folgen die Städte Hamburg (3.100 Euro) und Frankfurt am Main (2.900 Euro). Wiederum deutlich günstiger sind die Eigentumswohnungen in Berlin (2.200 Euro) und Köln (2.100 Euro).

Keine Immobilienblase in Sicht

Die Frage, ob eine Preisblase in Deutschland entsteht, lässt sich nur beantworten, wenn man die Gründe für die steigenden Preise kennt. Denn von einer Blase spricht man erst dann, wenn sich die aktuell hohen Preise einzig mit dem Glauben der Investoren erklären lassen, die auf einen höheren Wiederverkaufspreis in der Zukunft wetten und damit die Nachfrage anheizen. Realisieren die Marktteilnehmer schließlich, dass ihre Erwartungen zu optimistisch waren, kommt es zu einer Welle von Verkäufen – die Spekulationsblase platzt, die Preise purzeln. Um die Frage nach einer Blase zu klären, hat das IW Köln den deutschen Wohnimmobilienmarkt untersucht und dabei besonders auf die folgenden vier Kriterien geachtet:

• Preis-Miet-Relationen: Entwickeln sich die Preise passend zu den Mieten?

• Einkommens- und Beschäftigungsentwicklung: Geht die Preisdynamik Hand in Hand mit der Entwicklung der Einkommen und der Beschäftigtenzahlen?

• Transaktionsvolumen: Steigen die Handelsvolumina an, was auf einen zunehmende Anzahl spekulativer Transaktionen hindeutet?

• Kreditvergabepraxis: Geht mit den steigenden Preisen eine exzessivere Kreditvergabe einher?

Seite 2: Preis-Miet-Relationen

Weiter lesen: 1 2 3 4 5

1 Kommentar

  1. Da es in den letzten Jahren keine nennenswerte Erhöhung der Preise gab, ist es lange keine Blase. Die Preise liegen langsam in normalen Bereichen.

    Kommentar von Jan Lanc — 8. August 2012 @ 20:13

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Gleicher Job, weniger Rente: 26 % weniger gesetzliche Rente für Frauen

Gleichberechtigung: 26 Prozent – so hoch ist die zu erwartende durchschnittliche Rentenlücke von Frauen im Vergleich zu Männern in Deutschland. Das heißt: Frauen erhalten mehr als ein Viertel weniger gesetzliche Rente vom Staat als ihre männlichen Kollegen. Eine Frau, die mit 67 Jahren in den Ruhestand geht, erhält nach heutiger Berechnung im Monat 140 Euro weniger Rente als ein Mann. 

mehr ...

Immobilien

Unausgepackte Kartons: Jeder 3. Deutsche ist nach 5 Jahren noch nicht fertig mit dem Umzug

So ein Umzug ist stressig, gerade für Berufstätige und Familien mit kleinen Kindern. Was gerade nicht dringend erledigt werden muss, wird verschoben. Je weniger Zeit seit dem letzten Umzug vergangen ist, desto mehr Aufgaben haben Umzügler noch auf ihrer To-Do-Liste. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage von umzugsauktion.

mehr ...

Investmentfonds

Wir gehen auf die Straße!

Am 20. September findet der dritte globale Klimastreik statt – weltweit werden Menschen auf die Straße gehen und für die Einhaltung des Parisabkommens und gegen die anhaltende Klimazerstörung laut werden. Seit 1995 tritt ÖKOWORLD für den Klimaschutz und für die Ökologisierung der Wirtschaft ein.

mehr ...

Berater

Cash.-Branchengipfel: “BaFin-Aufsicht positiv”

Der 9. Cash.-Branchengipfel Sachwertanlagen brachte einige durchaus überraschende Ergebnisse, unter anderem zur geplanten BaFin-Aufsicht über den freien Vertrieb sowie zu den voraussichtlichen Kosten dafür. Der Löwer-Kommentar

mehr ...

Sachwertanlagen

G.U.B. Analyse: „B++“ für United Investment Partners Projektentwicklungen Deutschland

Das Hamburger Analysehaus G.U.B. hat den Fonds „United Investment Partners Projektentwicklungen Deutschland“ mit insgesamt 67 Punkten bewertet. Das entspricht dem G.U.B.-Urteil „gut“ (B++).

mehr ...

Recht

Nach Ausstieg: Kein Anrecht auf Bestandsübertragung

Regulation und digitaler Wandel verändern die Versicherungsbranche rasant. Vor diesem Hintergrund überprüft das Gros der Vermittler die eigene unternehmerische Ausrichtung. Eine Folge sind zunehmende Zahlen registrierter Versicherungsmakler. Doch was passiert mit dem Bestand? Ein Kommentar von Alexander Retsch, Syndikusanwalt der vfm Gruppe.

mehr ...