Anzeige
12. Dezember 2012, 14:16
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Immobilienmarkt Deutschland: Stabil aber nicht unerschütterlich

Der deutsche Immobilienmarkt zeigt sich weitgehend stabil, ist aber angesichts der Dauerkrisen im Umfeld auch von Verunsicherung geprägt. Überhitzungen existieren nur punktuell, dennoch gibt es Anlass, Veränderungen zu erwägen. Das zeigen Markbericht 2012 und Ausblick 2013 der Catella Property Group Deutschland.

Frankfurt-shutterstock 77689747-online-127x150 in Immobilienmarkt Deutschland: Stabil aber nicht unerschütterlich „Heiter bis wolkig“ lautet das verkürzte Fazit der traditionell zum Jahresende nach Vorliegen der relevanten volkswirtschaftlichen Daten und auf Basis einer Vielzahl von Kundengesprächen von Catella vorgelegten Prognose zur Entwicklung des Immobilienmarktes für das kommende Jahr. Demnach ist der deutsche Immobilienmarkt ein Eldorado an Stabilität und Sicherheit. Größere Verwerfungen seien nicht zu erwarten, aber einzelne Fehlentwicklungen zu beklagen.

Trotz des stabilen wirtschaftlichen Umfeldes zeigen die Akteure des Immobilienmarktes laut Catella “Nerven”. Entscheidungen dauerten länger und fielen (über)vorsichtig aus. Auf der anderen Seite nutzten kurzfristig orientierte Marktteilnehmer den Hype im Nischensegment, bevor der Markt absehbar kippe. “2012 haben wir viel Angst aber auch wieder Gier im Markt gesehen”, pointiert Klaus Franken, CEO der Catella Property Deutschland. “Für 2013 wünschen wir uns am Markt nachhaltige Entscheidungen statt die Wahl des geringsten Widerstandes.” Von aktivem Renditeverzicht zeugten manche Ankaufsentscheidungen in 2012, denn nur nicht erläuterungsbedürftige Produkte würden den Gremien vorgestellt und folglich verschärfe sich die Preisentwicklung um “Core”- oder “Prime”-Objekte weiterhin.

Dabei könnten aus Sicht von Cateall mit unternehmerischen Entscheidungen die Elemente Sicherheit und Rendite hervorragend kombiniert werden. Dies nutzten vor allem Anleger mit schlanken Strukturen, wo sich Entscheidungsträger selbst über Chancen und Risiken ein eigenes Bild machten. Wer kurze Laufzeiten, B-Städte, Nutzungen wie Heathcare, Logistik, et cetera nicht grundsätzlich ausschließt, kann kann nach Interpretation der Immobilien-Gruppe rentierliche und sichere Anlageprodukte gestalten ohne sich dem preistreibenden Wettbewerb auszusetzen. “Für 2013 ist zu wünschen, dass mehr Marktteilnehmer aus der Preisspirale aussteigen und aktive Entscheidungen mit Nachhaltigkeit treffen”, hofft Franken und verweist darauf, dass aus vermeintlich komplexen Bedingungen neue “Core”-Produkte entstanden sind. “Davon wird es in 2013 mehr geben”, gibt er sich überzeugt.

Das Transaktionsvolumen wird der Catella-Rechnung zufolge zum Jahresende mindestens circa 21 Milliarden Euro betragen (drittes Quartal rund 14,2 Milliarden) und damit leicht unter dem Vorjahresniveau liegen. Dieser Rückgang liege nicht an mangelndem Kapital im Markt; die Produktknappheit bei gleichzeitiger Fixierung auf “core” vereitele vielmehr eine Ausweitung des Marktes. Der sommerliche Entwurf der AIFM-Richtlinie habe zudem für eine Akquisitionspause der Fondsindustrie gesorgt. Für 2013 wird mit einem wachsenden Anteil internationaler Käufer gerechnet, die in 2012 bereits intensiv den Markt beobachtet aber noch nicht im großen Stil eingekauft haben. Für 2013 wird ein Transaktionsvolumen von 23 bis 25 Milliarden Euro möglich sein, wenn es nicht zu überraschenden Veränderungen im Umfeld kommt. Der Markt zeige sich laut Catella anfällig für die laufenden Krisendiskussionen.

Auch bei Mietern hemme die vermeintliche “Dauerkrise” Entscheidungen. Viele Großgesuche hätten sich in eine kurzfristige Prolongation gerettet, um den Markt zunächst weiter beobachten zu können. Die Prozesse dauerten auch bei Vermietungen deutlich länger, wobei auch die Vermieter zuweilen zauderten und mit klaren Entscheidungen geizten.

Die Verteilung des Transaktionsvolumens über die verschiedenen Nutzungsarten hat sich laut Catella in 2012 stark verschoben. Investitionen in Einzelhandelsimmobilien waren demnach stark rückläufig, weil schlicht das Angebot insbesondere von großvolumigen Objekten ausgegangen ist. Büros haben die klassische Dominanz im gewerblichen Immobilienmarkt zurückerobert, wobei auch hier die Nachfrage das Angebot bei weitem übersteigt – sofern man nur von “Core”-Produkten spricht.

Der Focus auf “Core”-Produkte hält an. Aus Investorensicht sind weiterhin Objekte in den Big Five mit langen Mietvertragslaufzeiten und guter Kreditwürdigkeit der Mieter die attraktivste Anlagemöglichkeit. Durch das begrenzte Angebot bleiben die Renditen nach Rechnung von Catealla niedrig. Seit 2009 sind die Renditen rückläufig und erreichten fast das Niveau der Boom-Zeiten. In München sinkt die Spitzenrendite auf 4,3 Prozent im Einzelhandel und 4,7 Prozent im Bürobereich. Das durchschnittliche Transaktionsvolumen pro Deal ist in 2012 zurückgegangen auf rund 30 Millionen Euro; großvolumige Transaktionen sind rückläufig angesichts des schwierigen Finanzierungshintergrundes.

Seite 2: AIFM treibt Kleinanleger in die Eigentumswohnung

Weiter lesen: 1 2

Anzeige
Newsletter bestellen Alle News zu Objekten, Standorten und Finanzierungen... werktags 16.30 Uhr!

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Biotech-Fonds – Kfz-Policen – Versicherungen für Wohneigentum – Family Offices

Ab dem 19. Oktober im Handel.

Cash.Special 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Herausforderungen 2018 – bAV-Reform – Elementarschadenversicherung – Digitale Geschäftsmodelle

Ab dem 24. Oktober im Handel.

Versicherungen

Hannover Rück erwartet 2018 größeren Ergebnissprung

Der weltweit drittgrößte Rückversicherer Hannover Rück will nach einer absehbaren Gewinndelle 2017 im kommenden Jahr wieder höher hinaus. “Es ist unwahrscheinlich, dass wir 2017 den Gewinn je Aktie steigern”, sagte Vorstandschef Ulrich Wallin am Donnerstag und verwies auf die absehbar hohen Schäden durch Wirbelstürme und Erdbeben.

mehr ...

Immobilien

Top-Bürostandorte: Flächenmangel gefährdet Entwicklung

Die Top-Standorte des deutschen Bürovermietungsmarktes haben sich 2016 dynamisch entwickelt. Der Marktbericht Büroimmobilien von Immobilienscout24 Gewerbeflächen hat untersucht, in welchen der Städt die Mieten und Umsätze am höchsten sind.

mehr ...

Investmentfonds

“Öl bleibt unser Lieblingsrohstoff”

Lohnt sich 2018 die Investition in Rohstoffe? Und sollten Anleger in Zeiten fallender Börsenkurse auf Gold setzen? Über diese Fragen hat Cash. mit Simon Lovat gesprochen, er ist Rohstoffanalyst und Teil des Teams um den Carmignac Portfolio Commodities Fonds.

mehr ...

Berater

Company Builder “Finconomy” startet in München

Finconomy ist ein Company Builder für Fin- und Insurtechs, der sich auf B2B-Geschäftsmodelle konzentriert. Das neue Unternehmen hat bereits drei Fintechs gegründet, die sich am Markt etablieren konnten. Bereits Anfang 2018 soll eine weitere Neugründung erfolgen.

mehr ...

Sachwertanlagen

ZBI schließt Fonds 10 und bringt Nachfolger

Die ZBI Fondsmanagement AG aus Erlangen hat den im vergangenen Jahr aufgelegten ZBI Professional 10 nach Ablauf der Zeichnungsfrist Ende September mit einem beachtlichen Volumen geschlossen und nahtlos den Nachfolger in die Platzierung geschickt.

mehr ...

Recht

IDD: Umsetzung könnte in Teilen verschoben werden

Wie der AfW – Bundesverband Finanzdienstleistung e.V. mitteilt, könnte sich der Umsetzungstermin von Teilen der europäischen Richtlinie Insurance Distribution Directive (IDD) verschieben. Die delegierten Rechtsakte sollen nach dem Willen des europäischen Parlaments demnach erst im Oktober 2018 in Kraft treten.

mehr ...