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29. Januar 2012, 10:32
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Indirekte Immobilien in der Vertrauenskrise

Über eine lange Zeit galt es als ausgemachte Sache, dass die indirekte Immobilienanlage sowohl für private als auch für institutionelle Investoren in Deutschland zugunsten der direkten Anlage in Immobilien zunehmend an Bedeutung gewinnt. Dieser Trend ist jedoch nachhaltig gebrochen.

Gastkommentar von Rackham Schröder, Engel & Völkers

Rackham Schröder, Engel & Völkers Immobilien

Rackham Schröder, Engel & Völkers

Dazu einige Zahlen: Das mit geschlossenen Immobilienfonds platzierte Eigenkapital war seit 1993 niemals geringer als heute. 1993 wurden etwas mehr als vier Milliarden Euro platziert, Ende der 90er Jahre wurde sogar die Marke von sechs Milliarden Euro übersprungen. Im Jahr 2010 wurden dagegen nur noch 2,3 Milliarden Euro Eigenkapital platziert und im vergangenen Jahr dürfte es einen neuen Tiefpunkt der Platzierungsergebnisse gegeben haben.

Ähnlich verhält es sich mit dem Mittelaufkommen für die offenen Immobilien-Publikumsfonds. Zu Anfang des Jahrtausends wurden Rekordergebnisse erzielt – so betrug das Mittelaufkommen allein im Jahre 2002 fast 15 Milliarden Euro und 2003 waren es 13,7 Milliarden Euro. 2010 lag das Mittelaufkommen bei nur noch knapp 1,6 Milliarden Euro, 2011 wurde wohl nicht einmal eine Milliarde Euro eingesammelt. Und wenn nicht viele offenen Fonds geschlossen wären, so dass es den Anlegern unmöglich ist, ihr Geld dort abzuziehen, wären die Zahlen noch schlechter gewesen.

Gleichzeitig boomt jedoch die Nachfrage nach direkten Immobilienanlagen wie noch niemals zuvor. Ob Eigentumswohnungen oder Mehrfamilienhäuser – das Interesse deutscher Anleger, die Sicherheit in Sachwerten suchen, war zu keiner Zeit größer. Die Immobilie als beliebteste Form der Anlage steht nach Umfragen des Allensbacher Instituts so hoch in der Gunst der Deutschen wie noch nie.

Warum profitieren nicht auch die indirekten Immobilienanlagen von diesem immensen Interesse an Immobilienanlagen? Die Gründe liegen auf der Hand: Die Performance offener Immobilienfonds war 2010 mit minus 1,3 Prozent so niedrig wie noch nie. Verluste bei einzelnen Fonds um bis zu 50 Prozent und die Schließung und Liquidation mehrerer Fonds haben zu einem dramatischen Vertrauensverlust geführt. Auch geschlossene Fonds sind immer wieder Gegenstand kritischer Berichterstattung und neben sehr guten Fonds gab es zu viele Produkte, die die Erwartungen der Anleger massiv enttäuschten.

Die Imagekampagnen, die die Verbände BVI und VGF gestartet haben, um ihre Produkte wieder attraktiver zu machen, haben bisher keine positive Wirkung gezeigt – im Gegenteil. Es geht auch nicht darum, das Image aufzupolieren, sondern wieder Ergebnisse zu liefern, die die Investoren überzeugen.

Seite 2: Lichtblick bei Immobilien-Spezialfonds?

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