30. Oktober 2012, 09:40
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Zinshäuser: Große Nachfrage der Anleger

Deutschlands Zinshausmärkte befinden sich nach einer Untersuchung des Immobilienverbands Deutschland (IVD) im Aufwärtstrend. Fast die Hälfte des Transaktionsvolumen entfällt auf die Metropolen Berlin, Hamburg und München.

ZinshäuserImmer mehr Anleger setzen auf Zinshäuser, das Transaktionsvolumen wächst. Das ist das Ergebnis des Zinshausmarktberichts 2012, den das Center for Real Estate Studies (CRES) im Auftrag des Immobilienverbands IVD erstellt hat. Demnach kletterten die Umsätze in den 50 größten Städten Deutschlands in 2011 im Vergleich zum Vorjahr um 16 Prozent von 10,4 Milliarden Euro auf über 12 Milliarden Euro. Die Zahl der Kauffälle stieg um 11 Prozent von 11.673 auf 12.949.

In dem jetzt veröffentlichten Bericht werden die Daten der 50 bevölkerungsreichsten Städte zusammengefasst. “Der deutsche Zinshausmarkt profitiert weiterhin von günstigen Rahmenbedingungen”, kommentiert Jürgen Michael Schick, Vizepräsident des IVD, die Zahlen. “In den Metropolregionen steigen die Einwohnerzahlen; zudem nehmen die Haushaltszahlen aufgrund des Trends zu immer mehr Ein-Personen-Haushalten zu. Das Wohnungsangebot bleibt hinter der Nachfrage zurück, sodass vielerorts Mieten wie Kaufpreise anziehen.” Je Kauffall wurden im Berichtszeitraum durchschnittlich 470.000 Euro umgesetzt. Das seien 50.000 Euro mehr als noch 2010 und 40.000 Euro mehr als im Fünf-Jahres-Mittel.

Metropolen profitieren am stärksten

Die Wohnflächennachfrage und somit auch die Investitionen konzentrieren sich laut IVD zunehmend auf die größten Metropolen. Im vergangenen Jahr hätten Berlin, Hamburg und München 50 Prozent der Umsätze auf sich vereint (5,8 Milliarden Euro). “Der mit Abstand wichtigste Zinshausmarkt ist der Berliner Markt”, erläutert Schick. “Ein Drittel des Transaktionsvolumens entfällt allein auf die Bundeshauptstadt: 3,9 Milliarden Euro wurden 2011 in Berlin umgesetzt.” Gegenüber dem Vorjahr hat sich der Umsatz in Berlin um 29 Prozent erhöht und übertreffe nun sogar das Boomjahr 2007 (3,6 Milliarden Euro Umsatz).

Am Hamburger Zinshausmarkt stiegen die Umsätze nach Angaben des IVD um vier Prozent auf 901 Millionen Euro. Die Anzahl der Kauffälle verringerte sich gar um 8 Prozent von 459 im Jahr 2010 auf 421. “Die Zahlen deuten darauf hin, dass es in Hamburg durchaus eine hohe Nachfrage gibt, der schlichtweg kein entsprechendes Angebot gegenübersteht”, erklärt Schick. “Es wurden deutlich weniger Zinshäuser als im Vorjahr verkauft, und dennoch erhöhte sich der Gesamtumsatz.”

Am Münchener Zinshausmarkt erreichte das Transaktionsvolumen im Berichtsjahr 2011 rund eine Milliarde Euro. Dies entspricht einem Plus gegenüber dem Vorjahr von 14 Prozent. “Bemerkenswert: Auch in München ist die Zahl der Kauffälle leicht rückläufig. Sie sank von 216 im Jahr 2010 auf 203 im vergangenen Jahr. Dass diesem Rückgang ein um 14 Prozent höherer Umsatz als im Vorjahr gegenübersteht, ist unmissverständlicher Beleg dafür, dass München auf der Beliebtheitsskala der Käufer ganz oben rangiert – zumal die Zinshäuser hier im Schnitt mehr als doppelt so teuer gehandelt werden wie in Berlin und Hamburg”, kommentiert Schick.

Auch Mittelstädte sind gefragt

In den Top-10-Städten wurden laut IVD zusammen 72 Prozent aller Umsätze erzielt, in den Top-20-Städten sogar 82 Prozent. Nach Berlin, München und Hamburg folgen in der Rangliste der Städte mit den höchsten Umsätzen am Zinshausmarkt Frankfurt (756 Millionen Euro Umsatz), Düsseldorf (750 Millionen Euro) und Köln (705 Millionen Euro). Deutlich niedriger fielen die Umsätze bei den vier nächstplatzierten Städten aus: In Dresden, Aachen, Stuttgart und Bonn wurden Umsätze zwischen 200 Millionen und 300 Millionen Euro erwirtschaftet. “Auch in den Mittelstädten sind die Zinshausmärkte quicklebendig”, urteilt Schick. “Zwar sind die Transaktionsvolumina hier mit Abstand geringer als in den Spitzenmärkten, aber dafür bieten sich hier auch Investoren mit einer niedrigeren Eigenkapitaldecke gute Chancen.” (bk)

Foto: Shutterstock

1 Kommentar

  1. Der Immobilienmarkt ist aus seinem Dornröschenschlaf erwacht und Volumina und Preise steigen immer progressiver an. Das ist ein erster Hinweis auf eine zu erwartende Immobilienblase. Da stellt man sich die Frage, wie man bei einer illiquiden Anlage beim Crash vorgeht. Da wird es wohl viele insolvente Anleger geben, die die Raten aufgrund fehlender Mieteinnahmen und eventuell steigender Zinsen spätestens nach der ersten Prolongation nicht mehr leisten können. Vorausgesetzt die Bank verlängert den Kredit, wenn die Tilgung niedrig war und die Immobilienpreise zurückgekommen sind.

    Kommentar von Finanzberatung Ohligschläger in Hamburg: Berufsunfähigkeit, Altersvorsorge, Kredite, Finanzierungen — 31. Oktober 2012 @ 12:34

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