Aufschwung am deutschen Wohnimmobilienmarkt gewinnt an Breite

Der Aufschwung am deutschen Wohnimmobilienmarkt steht nach Ansicht der Gothaer Asset Management auf einer breiten Basis. Von einer Blasenbildung könne derzeit nicht gesprochen werden. Niedrige Zinsen allein jedoch reichten als Kaufkriterium nicht aus, so ein Marktkommentar der GoAM.

Ein Überhitzung ist nach Ansicht der GoAM kein Thema, weil deutsche Immobilien jahrelang ein Schattendasein gefristet hätten. Zudem sei der deutsche Immobilienmarkt im internationalen Vergleich weniger volatil. Die Tatsache, dass das Angebot an Qualitätsimmobilien, sogenannten Core-Objekten, auch in Deutschland sehr limitiert sei, wirke darüber hinaus preisstabilisierend.

„Nichtsdestotrotz sind interessante Objekte in guten Innenstadtlagen inzwischen recht teuer geworden“, betont Ingo Bofinger, Abteilungsleiter Immobilien bei der GoAM. So konzentriere sich der Aufschwung am Immobilienmarkt nicht mehr allein auf die Metropolregionen Berlin, Hamburg, München und Köln, sondern erfasse inzwischen auch Städte mit 100.000 bis 500.000 Einwohnern.

Da immer mehr Investoren die Stärke des deutschen Marktes erkennen und ihr Geld hier anlegen, erwartet die GoAM stabile bis weiter leicht steigende Preise. Die sogenannte Wohnkostenbelastung in europäischen Metropolen zeige, dass Immobilien im Ausland deutlich teurer sind.

Diese gibt an, wie hoch die Mieten eines Ein-Zimmer-Appartements im Verhältnis zum Einkommen dieses Ein-Personen-Haushalts sind. Während die Wohnkostenbelastung gemäß einer IW-Studie vom März 2012 in Rom bei 49 Prozent, in Warschau bei 44 Prozent und in London bei 40 Prozent liegt, beträgt sie in München 25 Prozent, in Berlin und Köln 21 Prozent und in Hamburg lediglich 18 Prozent.

Renditeperspektiven sind begrenzt

Trotz der gestiegenen Preise wachsen die Renditen für Immobilieninvestoren nach Ansicht von Bofinger jedoch nicht gerade in den Himmel: „Privatanleger, die in Spitzenlagen in München oder Hamburg investieren, kommen selten über Renditen von 3,5 Prozent hinaus.“ Höhere Renditen seien allenfalls in Mittelstädten oder sogenannten B-Lagen zu realisieren – dort seien Renditen von fünf bis sechs Prozent durchaus möglich. „Für Anleger kommt es vor allem darauf an, Ertrags- und Wertkomponenten von Immobilienobjekten intelligent miteinander zu kombinieren“, so Bofinger.

Immobilienanleger sollten sich allerdings nicht allein von den derzeit niedrigen Zinsen leiten lassen. Vermögende Privatanleger, die Chancen am Immobilienmarkt nutzen möchten, sollten sich in erster Linie an Lage, Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr sowie am Energiestandard eines Objektes orientieren, so GoAM. Dabei seit es durchaus ratsam, vor einer Kaufentscheidung fachkundigen Rat einzuholen. Zudem sei nicht für jeden Investor ist der Kauf einer Immobilie die richtige Lösung. „Auch ein eigenes Haus muss dem Immobilienvermögen hinzugezählt werden“, erklärt Bofinger. „Wer diesen Grundsatz nicht berücksichtigt, sitzt bei Immobilien schnell auf einem Klumpenrisiko.“ (te)

Foto: shutterstock.com

 

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