Anzeige
Anzeige
1. Oktober 2013, 09:16
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Angehörigenverträge: Steuerpotenziale richtig nutzen

Verträge unter Verwandten bieten viele Steuersparpotenziale. Doch Vertragspartner müssen mit kritischen Nachfragen der Finanzbeamten rechnen. Worauf der Familienclan bei Darlehens- und Mietverträgen achten sollte.

Gastbeitrag von Thomas Nöthen, Kanzlei DHPG

Familienvertrag

“Verwandtendarlehen müssen im Fremdvergleich bestehen. Konkret heißt das: Laufzeit, Art und Zeitraum der Rückzahlung, Zinsen sowie Besicherung des Darlehens müssen marktüblichen Konditionen entsprechen.”

Vereinbarungen im Familienkreis sind praktisch, man kennt sich und vertraut einander. Vieles lässt sich vermeintlich unbürokratisch regeln. Genau hier liegt die Crux: Je näher sich die Vertragspartner stehen, desto dünner sind oft die Vertragspapiere. Das weiß auch das Finanzamt und schaut bei Angehörigenverträgen besonders genau hin.

Oft wird unterstellt, dass das Vertragsverhältnis nur auf dem Papier besteht und die Verträge allein wegen der Steuerersparnis abgeschlossen wurden. Verträge im Familienkreis sind deshalb besonders sorgfältig zu planen und ernsthaft umzusetzen, um Vorbehalte der Finanzbehörden von vornherein zu vermeiden.

Verträge wie unter Fremden

Angehörige sind hierzulande in der Vertragsgestaltung untereinander grundsätzlich frei. Dabei ist auch Steuern sparen erlaubt. Doch gerade für Darlehens- und Mietverträge im Familienkreis sind vielfältige steuerrechtliche Bedingungen zu beachten. Andernfalls erkennen die Finanzbehörden die Vereinbarungen nicht an.

Oberste Prinzipien bei Angehörigenverträgen sind die Ernsthaftigkeit und Fremdüblichkeit. Nur wenn es dem Finanzamt plausibel erscheint, dass der Vertrag in dieser Form auch unter fremden Dritten zustande gekommen wäre, steht den steuerlichen Vorteilen nichts im Weg.

Die Finanzbehörden haben genaue Vorgaben, wie Angehörigenverträge zu bewerten sind. Steuerzahler sollten stets die aktuelle Rechtsprechung im Blick behalten, um sie bei neuen Verträgen einzuhalten und alte Vereinbarungen gegebenenfalls zu ergänzen.

Wer Verträge im Familienkreis plant, sollte immer vorab fachlichen Rat einholen, um alle Stolperfallen zu umgehen. Andernfalls passieren schnell Fehler, die alle Steuervorteile zunichtemachen.

Darlehen unter Verwandten

Finanzspritzen sind im Familienkreis keine Seltenheit. Profitieren kann sowohl der Geldgeber als auch der Darlehensnehmer. Beispiel: Der Vater stellt seinem Sohn 25.000 Euro für eine Unternehmensgründung zur Verfügung. Der Junior kommt schnell und unkompliziert an finanzielle Mittel, der Senior erhält womöglich für sein Erspartes mehr Zinsen als bei einem Festgeldkonto.

Familieninterne Darlehen bieten auch steuerliche Vorteile. Normalerweise wertet das Finanzamt hohe Geldsummen, die zwischen Verwandten fließen, als Schenkung. Konsequenz: Schnell werden die persönlichen Freibeträge überschritten und es fällt Schenkungsteuer an.

Seite zwei: Schenkungsteuer vermeiden

Weiter lesen: 1 2 3

Anzeige
Newsletter bestellen Alle News zu Objekten, Standorten und Finanzierungen... werktags 16.30 Uhr!

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Biotech-Fonds – Kfz-Policen – Versicherungen für Wohneigentum – Family Offices

Ab dem 19. Oktober im Handel.

Cash.Special 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Herausforderungen 2018 – bAV-Reform – Elementarschadenversicherung – Digitale Geschäftsmodelle

Ab dem 24. Oktober im Handel.

Versicherungen

ÖPPs sollen für bessere Einkommensabsicherung sorgen

Öffentlich-private Partnerschaften (“Public-private-Partnership”) zwischen Regierung, Unternehmen, Versicherungsgesellschaften und Einzelpersonen können der entscheidende Lösungsansatz sein, um Lücken in der Einkommensabsicherung zu schließen. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie der Zurich Versicherung.

mehr ...

Immobilien

Einzelhandel: Modebranche vor dem Umbruch

Die Anforderungen der Kunden an den Einzelhandel ändern sich. Damit ändern sich auch die Ansprüche der Mieter. Welche Herausforderungen die Branche erwartet und welche Vorstellungen die Mieter von Handelsimmobilien von der Zukunft haben, hat der Investor in Handelsimmobilien ILG untersucht.

mehr ...

Investmentfonds

Monega verwaltet neuen Fonds von Wieland Staud

Die Monega Kapitalanlagegesellschaft (KAG) mbH mit Sitz in Köln hat zusammen mit der Staud Research GmbH, Bad Homburg, und der Greiff capital management AG, Freiburg, den neuen StaudFonds aufgelegt.

mehr ...

Berater

Geldanlage: Deutsche schätzen Renditechancen falsch ein

Viele Bundesbürger haben falsche Vorstellungen von den Renditechancen verschiedener Anlageformen. Das geht aus einer aktuellen Umfrage von Kantar Emnid im Auftrag der Fondsgesellschaft Fidelity International hervor. Demnach unterschätzt eine Mehrheit der Deutschen zudem den Zinseszinseffekt bei Fonds.

mehr ...

Sachwertanlagen

Die Krux mit dem Verfallsdatum

Die neueste Cash.-Markterhebung und eine aktuelle Mitteilung der BaFin lenken den Blick auf eine spezielle Vorschrift für Vermögensanlagen-Emissionen. Einsichtig ist diese nicht – und ein Risiko auch für den Vertrieb. Der Löwer-Kommentar

mehr ...

Recht

Erbrecht: Ausgleichspflicht bei Berliner Testamenten

Das sogenannte Berliner Testament ist in Deutschland eine der beliebtesten und zahlenmäßig häufigsten Testierformen. In der Praxis kann dabei jedoch zu erheblichen Komplikationen kommen, etwa was die Ausgleichspflichten der Erben angeht.

mehr ...