Private Bausparkassen: 26 Prozent mehr Verträge

Die privaten Bausparkassen konnten die Zahl der abgeschlossenen Verträge im ersten Halbjahr 2013 um rund 26 Prozent steigern. Die Baugeldauszahlungen bewegen sich leicht über dem Niveau des Vorjahres.

Die privaten Bausparkassen haben von Januar bis Ende Juni 2013 fast 1,3 Millionen neue Verträge abgeschlossen. Das sind nach Angaben des Verbands der Privaten Bausparkassen 25,7 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Das Bausparvolumen dieser Verträge habe einen Wert von 36,8 Milliarden Euro erreicht und liege damit um 18 Prozent über der Vergleichsmarke.

„Dieses überraschend starke Zwischenergebnis ist jedoch durch Sondereffekte aufgrund von Tarifumstellungen in einigen Bausparkassen beeinflusst und kann deshalb nicht aufs Jahr hochgerechnet werden“, erläutert Andreas J. Zehnder, Vorstandsvorsitzender des Verbands der Privaten Bausparkassen. Ein „ordentliches Bausparjahr“ dürfte es aber in jedem Fall werden.

Dafür sprächen auch die Baugeldauszahlungen. Insgesamt wurden von den privaten Bausparkassen in den ersten sechs Monaten des Jahres 2013 rund 11,4 Milliarden Euro ausgezahlt, die ganz überwiegend in den Bau, Kauf und die Modernisierung von Wohneigentum fließen würden. 11,3 Milliarden Euro waren es vor Jahresfrist.

Spargeldeingang steigt

„Bausparen steht wie kaum ein anderes Produkt für Sicherheit und Solidität. Darauf vertrauen die Menschen“, kommentiert Zehnder. Das zeige sich auch beim Spargeldeingang. Hier habe man 10,3 Milliarden Euro verbuchen können – einen Zuwachs um 13,9 Prozent.

Für die Zukunft erwartet Zehnder weitere Impulse durch die verbesserte staatlich geförderte Eigenheimrente. Die Zahl der Sparer, die mit eigenen vier Wänden für das Alter vorsorgen, wachse weiter. „Durch die Einbeziehung des alters- und behindertengerechten Umbaus in die Förderung wird diese Vorsorgeform noch attraktiver“, erklärt er. Die Förderung sei vor allem für diejenigen wichtig, die an der Schwelle zum Wohneigentum stünden.

Problem Niedrigzinspolitik

Sorgen bereitet Zehnder die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank. Deren unerwünschte Nebenwirkungen müssten stärker in den Fokus genommen werden. „Wer spart, wird mittlerweile kalt enteignet. Wenn hier kein Ende absehbar ist, dürften irgendwann viele die Zuversicht verlieren, dass es sich lohnt, jeden Monat etwas auf die Seite zu legen, um fürs Alter vorzusorgen.“ Für den Staat aber würde es teurer werden, wenn die Menschen zunehmend auf Eigenvorsorge verzichteten. Angesichts der demografischen Entwicklung wäre damit eine neue Altersarmut programmiert. (bk)

Foto: Shutterstock

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