Wohnen im Alter: Trend zu barrierefreien Immobilien

Der demografische Wandel stellt auch für den Wohnungsmarkt eine große Herausforderung dar. Die altersgerechte Umrüstung des Wohnungsbestands betrifft Kommunen, Bauträger und vor allem Privathaushalte, die größte Gruppe unter den Immobilienbesitzern. Welche Präferenzen Senioren haben, hat eine Käuferbefragung der Wüstenrot Immobilien GmbH herausgefunden.

72 Prozent der Befragten gaben an, dass sie in die altersgerechte Modernisierung investieren wollen.

Neben integrativen Wohn- und Betreuungsformen zählt die rechtzeitige seniorengerechte Modernisierung der eigenen vier Wände zu den wichtigen Maßnahmen in der alternden Gesellschaft, geht aus der Studie hervor.

Barrierefreies Wohnen

Demnach ist barrierefreies Wohnen die Voraussetzung für einen selbstbestimmten Lebensabend im gewohnten Umfeld. Die eigene Immobilie steht für Unabhängigkeit und Sicherheit und dient vielen Deutschen als Altersvorsorge.

Doch im Alter ändern sich Bedürfnisse und die körperlichen Einschränkungen nehmen zu. Dennoch wollen viele Menschen im Alter ihr Wohnumfeld und ihre gewachsenen Netzwerke nicht verlassen.

Die altersgerechte Modernisierung der eigenen vier Wände wird spätestens mit Rentenbeginn ein Thema – und ist wirtschaftlich durchaus interessant. In vielen Fällen wird heute neben Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen zusätzlich in Wohnkomfort investiert.

Bei einer aktuellen Käuferbefragung der Wüstenrot Immobilien GmbH zu Modernisierungsvorhaben im Zusammenhang mit Immobilienerwerb gaben 72 Prozent der Käufer an, in Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnkomforts investieren zu wollen.

Zwei Drittel davon wollen bis zu 30.000 Euro dafür investieren, ein Drittel deutlich mehr.

Bauliche Anpassungen

„Eine bauliche Anpassung der Immobilie hin zum barrierefreien Wohnen, ermöglicht älteren Menschen eigenständig und ohne Einschränkungen in ihrer gewohnten Umgebung, ihrem Zuhause, leben zu können“, erklärt Günter Schönfeld, Mitglied der Geschäftsführung der Wüstenrot Immobilien GmbH.

„Früher verband man Barrierefreiheit mit körperlicher Einschränkung, Gebrechen und Krankheit, heute stehen heute Eigenständigkeit, Komfort und Sicherheit im Vordergrund“, sagt Schönfeld.

Maßnahmen für mehr Wohnkomfort

Von Umbaumaßnahmen am häufigsten betroffen sind bei einer altersgerechten Sanierung Wohnungseingang und -türen, Bad und Küche sowie die Treppe.

Zu den gängigsten Maßnahmen zählen stolperfreie Ein- und Durchgänge, bodengleiche Duschen, unterfahrbare Waschbecken, ein höher gesetztes WC sowie große Bewegungsfreiheit im Bad, eine anpassungsfähige Arbeitsplatte in der Küche, elektrische Rollläden, breite Türen, aber auch tiefe Fenster für einen besseren Blick nach draußen.

Ein Haus für alle Lebensphasen

Barrierefreies Wohnen ist kein reines Altersthema; oftmals haben junge Familien die gleichen Ansprüche an den Wohnraum wie ältere Menschen – Schwellen und Treppen sind für Kinderwagen genauso schwer zu nehmen wie für Rollstuhlfahrer. Im Idealfall ist die Planung einer Immobilie flexibel und dadurch an alle Lebensphasen der Bewohner leicht anpassbar.

Wer beispielsweise schon beim Hausbau oder Wohnungskauf an das Wohnen im Alter denkt, kann später altersbedingte Umbauarbeiten vermeiden. Auch wenn barrierefreies (Um-)Bauen aufgrund des erhöhten Platzbedarfs Mehrkosten verursacht, so fallen diese im Vergleich zu späteren Nachbesserungen gering aus.

Zudem lässt sich eine derartig flexibel nutzbare Immobilie auch leichter verkaufen. Wer sein Haus oder seine Wohnung vorausschauend plant, steigert zugleich auch den Wert der Immobilie. (mh)

Foto: Shutterstock

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