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6. Februar 2013, 15:17
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Frühjahrsgutachten 2013: Immobilienmarkt als Wachstumsmotor

Die Immobilienwirtschaft ist ein wichtiger wirtschaftlicher Wachstumsfaktor in Deutschland, lautet eine Aussage des Frühjahrsgutachtens der Immobilienweisen. Die Anstiege bei Kauf- und Mietpreisen seien als moderat zu bezeichnen.

Frühjahrsgutachen Wohnimmobilienmarkt„Es ist die Immobilienwirtschaft, auf der die wirtschaftlichen Hoffnungen ruhen“, sagte Professor Lars Feld, Mitglied im Rat der Immobilienweisen, bei der Vorstellung des Frühjahrsgutachtens des Rates der Immobilienweisen auf dem Immobilienkongress Quo Vadis in Berlin. „Das Frühjahrsgutachten unterstreicht die Bedeutung der Immobilienwirtschaft für die Gesamtwirtschaft. Wenn die Branche ihre Chancen nutzt, kann sie Wachstumsmotor und Stabilitätsanker der deutschen Volkswirtschaft bleiben“, kommentiert Andreas Mattner, Präsident des ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss.

Im Fokus vieler Investoren stehe besonders der deutsche Wohnungsmarkt. Die Unsicherheit an den Finanzmärkten und die günstigen Zinskonditionen haben die Nachfrage nach Wohnimmobilien belebt, so das Gutachten. Davon habe auch der Wohnungsneubau profitiert. Die nichtstaatlichen Wohnungsbauinvestitionen seien im dritten Quartal um 2,5 Prozent gestiegen. „An diese Entwicklung muss dringend angeknüpft werden. Die Politik ist gut beraten, der Immobilienwirtschaft hier keine Knüppel in die Beine zu werfen. Wohnungsneubau ist immer noch das beste Mittel gegen steigende Mieten“, sagt Mattner.

Entwarnung bei Mieten und Kaufpreisen


Die allgemein positive Preisentwicklung auf dem deutschen Wohnungsmarkt setzt sich dem Gutachten zufolge fort. Erwartet werden weiter steigende Kauf- und Mietpreise. „Es gibt trotz steigender Preise keinen Grund zu Hysterie. Mit Blick auf die Inflation relativiert sich die Preisentwicklung. Bei Kauf- und Mietpreisen erleben wir einen schwachen Mietpreisanstieg auf breiter Front“, sagt Professor Harald Simons, Vorstand beim Marktforschungsinstitut empirica, Berlin. Mit einem Plus von 2,4 Prozent seien die Angebotsmieten nur minimal stärker als die Inflation gestiegen. Für 2013 rechnet Simons mit einem Anstieg von rund drei Prozent. Die Kaufpreise sind nach Aussage des Gutachtens im Schnitt um 4,5 Prozent geklettert.
 
Deutliche Zuwächse seien allenfalls in ausgesuchten Lagen einiger Städte zu beobachten.

„Es gibt einen Trend in die Innenstadt. Wir beobachten, dass in bestimmten Stadteilen einiger Städte die Nachfrage deutlich zugenommen hat und weiter zunimmt. Als Folge steigen natürlich die Kauf- und Mietpreise in diesen Lagen. Urbanität kostet immer mehr, das wird auch durch unsere Marktbeobachtung bestätigt“, erläutert Michael Kiefer, Chefanalyst bei Immobilienscout24.

Keine Preisblase am deutschen Immobilienmarkt


Die Immobilienpreise sind in einigen Regionen in den letzten Jahren erheblich gestiegen. Ein ganz anderes Bild ergibt sich nach Aussage des Gutachtens für das gesamte Bundesgebiet. „Hier zeigt sich, dass die deutschen Immobilienpreise, gemessen am Verhältnis von Hauspreisen zu Mieten, noch vergleichsweise niedrig sind. Tatsächlich haben die deutschen Immobilienpreise das Niveau der Jahrtausendwende noch nicht wieder erreicht“, so Feld. „Ein Preisanstieg wird erst dann zur Blase, wenn er nicht durch fundamentale Angebots- und Nachfragefaktoren gerechtfertigt ist. Es gibt keinerlei Anzeichen für das Abkoppeln des Angebots von der Nachfrage. Von einer Preisblase sind wir weit entfernt“, ergänzt Simons.

Renaissance der Büroimmobilie


Auch der Markt für Büroimmobilien befindet sich nach Aussage des Gutachtens im Aufwärtstrend. „Die Büroimmobilie erlebt eine Renaissance“, sagt Andreas Schulten, Vorstand des Researchunternehmens Bulwien Gesa. Bereits zum dritten Mal in Folge seien die Preise für dieses Segment in Deutschland gestiegen. Am deutschen Investmentmarkt seien in 2012 etwa 24,5 Milliarden Euro in Gewerbeimmobilien investiert worden. „Das höchste Volumen seit Einsetzen der Finanzkrise“, berichtet Schulten. Im Vergleich zum Vorjahr bedeute der Wert einen Zuwachs von 8,8 Prozent oder rund 2,1 Milliarden Euro und im Vergleich zu 2010 sogar einen Zuwachs von 32,8 Prozent. „Mittlerweile profitieren auch Objekte in Cityrandlagen und B-Standorte vom wiedererstarkten Interesse an deutschen Büroimmobilien. Das Interesse an deutschen Gewerbeimmobilien bleibt auch 2013 hoch“, so Schulten. Auffällig sei zudem, dass zunehmend nicht marktgängige Büroobjekte zu Wohnimmobilien umgenutzt würden.

Strukturwandel im Einzelhandel


Im Bereich Einzelhandelsimmobilien hielt das große Interesse nationaler und internationaler Investoren in 2012 nach den Aussagen des Gutachtens an. Der Auftrieb bei den Kauf- und Mietpreisen wurde nicht nur in den Metropolen, sondern auch in den kleineren Großstädten nachvollzogen. „Mittelstädte könnten 2013 zu den Gewinnern gehören. Investitionen in gute Einzelhandelsimmobilien in Mittelstädten können Core-Charakter haben, wenn Mikro-Standort, Gebäudekonzeption und Branchenmix stimmig sind und die Nachfragebasis vorhanden ist. Zudem verlagert eine wachsende Zahl von Einzelhändlern den Expansionsfokus auf die weniger abgedeckten Mittelstädte“, sagt Manual Jahn, Leiter Real Estate Consulting bei GfK Geo Marketing.

 Allerdings müsse der Einzelhandel vor Ort auch auf die starke Konkurrenz durch den Online-Handel reagieren. (bk)

Foto: Shutterstock

 

 

 

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