22. September 2016, 12:27
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JLL: Finanzierung von Gewerbeimmobilien erholt sich

Das Neugeschäftsvolumen für die Finanzierung von Gewerbeimmobilien hat sich im ersten Halbjahr leicht erhöht. Banken konzentrieren sich bei der Kreditvergabe jedoch zunehmend auf abbildbare Risiken. Das sind Ergebnisse des Neugeschäftsreportes von Jones Lang LaSalle.

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Das Neugeschäftsvolumen der Finanzierung von Gewerbeimmobilien konnte trotz des schwachen Investmentmarktes zulegen.

Trotz eines schwächeren Investmentmarktes sei das Neugeschäftsvolumen für die Finanzierung von Gewerbeimmobilien im ersten Halbjahr im Jahresvergleich legte um elf Prozent auf 22,8 Milliarden Euro gestiegen.

Nachlaufeffekt zum Vorjahresergebnis

In seinem Neugeschäftsreport im Bereich Finanzierung gewerblicher Immobilien in Deutschland sieht JLL dies als Nachlaufeffekt zum investiven Rekordergebnis des letzten Jahres. Dies entspreche der wahrnehmbaren Strategie insbesondere institutioneller Investoren, die Refinanzierung einer Investition erst zeitlich versetzt nach einer vollständigen Kaufpreisbelegung durch Eigenkapital vorzunehmen.

Zur qualitativen Beurteilung der Immobilienfinanzierung habe JLL die tatsächlich realisierten Neugeschäftszahlen, die Planzahlen für die Neugeschäftsvergabe und die Kreditbestände analysiert. Die im Report analysierten 14 Banken mit Neugeschäft machen 70 Prozent des Neugeschäftsvolumens im deutschen Markt aus.

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Kreditbestände steigen leicht

Da das Neugeschäft größer gewesen sei als die planmäßigen Kredittilgungen und Rückzahlungen, seien die Kreditbestände in den Büchern bei neun der 14 analysierten Banken leicht angestiegen. Drei Banken weisen nach Angaben von JLL reduzierte Kreditbücher auf. Über das größte Kreditbuch verfüge unverändert die Helaba.

Grundsätzlich sei die Bereitschaft zur Kreditvergabe bei der Mehrheit der Institute positiv zu werten. Viele Banken fokussieren ihre Kreditvergabe laut JLL auf technisch leicht abbildbare Kreditstrukturen, Ursache sei die zunehmende Regulierung.

Eine hohe Komplexität, das Abweichen von Standardprämissen in Bezug auf Markt, Standort oder Gebäudefaktoren sowie hohe Beleihungsausläufe würden in der Mehrzahl der Fälle verwehrt bleiben. Der Anstieg der Kreditbestände insgesamt könne damit in erster Linie dem hohen Transaktionsvolumen im Investmentjahr 2015 zugeordnet werden.

Vorsichtig optimistische Prognose

Die Neugeschäftsprognosen für das Gesamtjahr stuft JLL auf Basis eines tendenziell schwächeren zweiten Halbjahres als nur noch vorsichtig optimistisch ein. Der Brexit habe nur eine geringe Auswirkung. Unverändert intensiv bleibe der Wettbewerb um die besten Kreditrisiken in der Immobilienfinanzierung, wodurch die Margen in diesem Segment weiter unter Druck blieben und der Finanzierungsmarkt kreditnehmerfreundlich bleibe.

Mehrere Banken würden aufgrund der Negativzinsen und steigender Regulatorik ihre risikoadjustierten Kreditstandards bewusst beibehalten. Die Banken halten laut JLL anders als zu Zeiten der letzten Hochphase die Grenzen zwischen vertretbaren Fremdfinanzierungs- und Eigenkapitalrisiken in Immobilientransaktionen überwiegend trennscharf ein. Außergewöhnliche Objektspezifika, die zu Wert- oder Cash-Flow-Risiken führen können, seien daher konsequenterweise aus Eigenkapital zu zahlen. (kl)

Foto: Shutterstock

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