Baugenehmigungen sind nur Teil der Lösung

Die Zahl der Baugenehmigungen ist 2016 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes erneut gestiegen. Nach Ansicht des IVD-Präsidenten Michael Schick wird dies dennoch nicht reichen, um die Wohnungsnot in den Städten einzudämmen.

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2016 wurden über 20 Prozent mehr Wohnungen als im Vorjahr genehmigt, damit setzt sich der positive Trend der letzten Jahre fort.

Das Statistische Bundesamt hat am Donnerstag die Zahlen zu den Baugenehmigungen in 2016 veröffentlicht.  Nach Angaben des Statistischen Bundesamts wurden im Laufe des vergangenen Jahres 375.400 Wohnungen genehmigt. Gegenüber dem gleichen Zeitraum im Vorjahr ist dies ein Anstieg um 21,6 Prozent oder rund 66.700 Baugenehmigungen. Damit setze sich der positive Trend fort, der 2009 begann.

„Dass die Anzahl der Baugenehmigungen 2016 deutlich angestiegen ist, ist ein gutes Signal. Diese Statistik zeigt aber nicht, dass eine Kehrtwende auf dem Wohnungsbaumarkt erreicht ist. Ganz im Gegenteil: Klare politische Impulse sind mehr denn je gefragt“,sagt Jürgen Michael Schick, Präsident des Immobilienverbandes IVD.

Baugenehmigungen in Großstädten

In Berlin gab es nach den Angaben des Statistischen Bundesamtes mit 25.207 Baugenehmigungen und einem Anstieg von 12,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr die meisten Genehmigungen, während in Düsseldorf der Anstieg mit 241,9 Prozent auf 4.657 Baugenehmigungen im Vergleich zum Vorjahr am höchsten war.

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„Wichtig ist, dass auf die Genehmigungen auch Fertigstellungen folgen. Die Schere darf sich nicht weiter öffnen. Wir brauchen weiterhin eine breitere Ausweisung von Bauland, eine Beschleunigung der Baugenehmigungsverfahren und mehr Flexibilität beim Thema Nachverdichtung in den Innenstädten„, so Schick.

Gerade in den Städten reiche der aktuelle Neubau nicht aus, um das Angebot an bezahlbaren Mietwohnungen und bezahlbarem Wohneigentum dem Bedarf anzupassen. Schick bezieht sich auf eine  Studie von Prof. Bernd Raffelschüschen, der einen Bedarf von jährlich 500.000 neuen Wohnungen errechnete.

Reform des Mietrechts: „Gift für Investitionsklima“

„Etwa 80 Prozent der Wohnungen werden von privaten Investoren errichtet. Die aktuellen Bestrebungen mancher Parteien für eine Reform des Mietrechts sind Gift für das Investitionsklima“, mahnt Schick vor weiteren Regulierungen. Vielmehr sei ein klares Bekenntnis der Politik zu der zugesagten Befristung der Mietpreisbremse auf fünf Jahre und eine Absage an alle Bestrebungen, das Mietrecht weiter einseitig zu Lasten der Vermieter zu verschärfen, erforderlich.

Eine Steigerung der Wohneigentumsquote könne einen ebenso wichtigen Beitrag dazu leisten, Wohnungsmarktengpässe zu beheben sowie der drohenden Rentenlücke vorzubeugen. Familien mit mittlerem Einkommen sollten mit Eigenkapitalzuschüssen unterstützt werden, um Wohnungen erwerben zu können.

IVD will Städtebau-, Bau- und Wohnungsministerium

Außerdem fordert Schick, dass die Grunderwerbsteuer auf einheitlich 3,5 Prozent bundesweit gesenkt werden sollte, um so den Erwerb von Wohneigentum zu fördern. Ersterwerber von selbstgenutzten Wohnungen sollten von der Grunderwerbsteuer befreit werden.

Der IVD schlägt ein eigenes Städtebau-, Bau- und Wohnungsministerium vor, auch andere Verbände der Immobilienwirtschaft würden dies tun. „Wir befürworten ein eigenständiges Bauministerium, weil die energetischen Herausforderungen, der Wohnungsbau, das bezahlbare Wohnen oder die Eigentumsbildung allesamt Zukunftsthemen sind, die unter ein Dach gehören“, so Schick. (kl)

Foto: Shutterstock

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