17. März 2017, 14:13
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Baugenehmigungen sind nur Teil der Lösung

Die Zahl der Baugenehmigungen ist 2016 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes erneut gestiegen. Nach Ansicht des IVD-Präsidenten Michael Schick wird dies dennoch nicht reichen, um die Wohnungsnot in den Städten einzudämmen.

Haus-bauplan-konstruktion-shutterstock 75814384 in Baugenehmigungen sind nur Teil der Lösung

2016 wurden über 20 Prozent mehr Wohnungen als im Vorjahr genehmigt, damit setzt sich der positive Trend der letzten Jahre fort.

Das Statistische Bundesamt hat am Donnerstag die Zahlen zu den Baugenehmigungen in 2016 veröffentlicht.  Nach Angaben des Statistischen Bundesamts wurden im Laufe des vergangenen Jahres 375.400 Wohnungen genehmigt. Gegenüber dem gleichen Zeitraum im Vorjahr ist dies ein Anstieg um 21,6 Prozent oder rund 66.700 Baugenehmigungen. Damit setze sich der positive Trend fort, der 2009 begann.

“Dass die Anzahl der Baugenehmigungen 2016 deutlich angestiegen ist, ist ein gutes Signal. Diese Statistik zeigt aber nicht, dass eine Kehrtwende auf dem Wohnungsbaumarkt erreicht ist. Ganz im Gegenteil: Klare politische Impulse sind mehr denn je gefragt”,sagt Jürgen Michael Schick, Präsident des Immobilienverbandes IVD.

Baugenehmigungen in Großstädten

In Berlin gab es nach den Angaben des Statistischen Bundesamtes mit 25.207 Baugenehmigungen und einem Anstieg von 12,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr die meisten Genehmigungen, während in Düsseldorf der Anstieg mit 241,9 Prozent auf 4.657 Baugenehmigungen im Vergleich zum Vorjahr am höchsten war.

Zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken.

Bildschirmfoto-2017-03-17-um-12 34 26 in Baugenehmigungen sind nur Teil der Lösung

“Wichtig ist, dass auf die Genehmigungen auch Fertigstellungen folgen. Die Schere darf sich nicht weiter öffnen. Wir brauchen weiterhin eine breitere Ausweisung von Bauland, eine Beschleunigung der Baugenehmigungsverfahren und mehr Flexibilität beim Thema Nachverdichtung in den Innenstädten“, so Schick.

Gerade in den Städten reiche der aktuelle Neubau nicht aus, um das Angebot an bezahlbaren Mietwohnungen und bezahlbarem Wohneigentum dem Bedarf anzupassen. Schick bezieht sich auf eine  Studie von Prof. Bernd Raffelschüschen, der einen Bedarf von jährlich 500.000 neuen Wohnungen errechnete.

Reform des Mietrechts: “Gift für Investitionsklima”

“Etwa 80 Prozent der Wohnungen werden von privaten Investoren errichtet. Die aktuellen Bestrebungen mancher Parteien für eine Reform des Mietrechts sind Gift für das Investitionsklima”, mahnt Schick vor weiteren Regulierungen. Vielmehr sei ein klares Bekenntnis der Politik zu der zugesagten Befristung der Mietpreisbremse auf fünf Jahre und eine Absage an alle Bestrebungen, das Mietrecht weiter einseitig zu Lasten der Vermieter zu verschärfen, erforderlich.

Eine Steigerung der Wohneigentumsquote könne einen ebenso wichtigen Beitrag dazu leisten, Wohnungsmarktengpässe zu beheben sowie der drohenden Rentenlücke vorzubeugen. Familien mit mittlerem Einkommen sollten mit Eigenkapitalzuschüssen unterstützt werden, um Wohnungen erwerben zu können.

IVD will Städtebau-, Bau- und Wohnungsministerium

Außerdem fordert Schick, dass die Grunderwerbsteuer auf einheitlich 3,5 Prozent bundesweit gesenkt werden sollte, um so den Erwerb von Wohneigentum zu fördern. Ersterwerber von selbstgenutzten Wohnungen sollten von der Grunderwerbsteuer befreit werden.

Der IVD schlägt ein eigenes Städtebau-, Bau- und Wohnungsministerium vor, auch andere Verbände der Immobilienwirtschaft würden dies tun. “Wir befürworten ein eigenständiges Bauministerium, weil die energetischen Herausforderungen, der Wohnungsbau, das bezahlbare Wohnen oder die Eigentumsbildung allesamt Zukunftsthemen sind, die unter ein Dach gehören”, so Schick. (kl)

Foto: Shutterstock

1 Kommentar

  1. Eine Befreiung oder Reduzierung der Grunderwerbsteuer wäre super um die Eigentümerquote in Deutschland dem Rest von Europa anzunähern. Um Missbrauch vorzubeugen sind natürlich Bedingungen notwendig wie Preisobergrenze und Mindestdauer der Eigennutzung.

    Kommentar von Florian Schmidt — 18. März 2017 @ 23:23

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Verbraucher wissen kaum, was Beratung kostet

Nur wenige Verbraucher kennen die tatsächlichen Kosten bei Abschluss einer privaten Rentenversicherung. Gleichzeitig sind Nettoversicherungen als Alternative zu Provisionstarifen immer noch nicht in der Breite bekannt. Viele Kunden wissen nicht, ob sie diese Produkte bei ihrem Finanzberater oder ihrer Versicherungsgesellschaft abschließen können.

mehr ...

Immobilien

Gute Alternative: „Grundstücksmiete“ statt Grundstückskauf

Bei steigenden Kosten für Bauland kann ein Erbbaugrundstück eine gute Alternative für Bauherren sein. Darauf verweisen die Experten des Bauherren-Schutzbunds e.V. (BSB). Beim Erbbaurecht wird der Bauherr Mieter des Grundstücks – und nicht Eigentümer.

mehr ...

Investmentfonds

„Das Unternehmen ist das entscheidende Investment“

Der Handelskonflikt zwischen den USA und China scheint beinahe täglich größere Kreise zu ziehen und Anleger immer stärker zu verunsichern. Cash. sprach mit Thomas Lehr, Kapitalmarktstratege beim Vermögensverwalter Flossbach von Storch, wie sich Anleger jetzt verhalten sollen und welcher Ausgang des Konflikts realistisch ist.

mehr ...

Berater

“Es stehen noch viele Innovationen aus”

Der Sektor Medizintechnik verzeichnet seit Jahren hohe Wachtumsraten. Cash. befragte Marc-André Marcotte, Partner des Private Equity Teams von Sectoral Asset Management, zu den Perspektiven und was bei Investments in diesen Bereich besonders wichtig ist.

mehr ...

Sachwertanlagen

Deutsche Investment erwirbt Wohnanlage in Berlin-Neukölln

Die Deutsche Investment Kapitalverwaltungsgesellschaft hat in Berlin-Neukölln eine Wohnanlage mit 286 Wohn- und zwei Gewerbeeinheiten auf rund 16.500 Quadratmetern Mietfläche erworben. Der Ankauf erfolgte im Rahmen eines Individualmandats für einen institutionellen Investor, welchen die Deutsche Investment im Verbund mit der EB GROUP betreut. Verkäufer ist eine private Eigentümergemeinschaft. Der Nutzen-/Lastenwechsel erfolgt voraussichtlich zum 1. Oktober 2019. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

mehr ...

Recht

Gesetzlicher Unfallschutz greift auch bei Probearbeit

Der Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung gilt auch an Probearbeitstagen. Das geht aus einem Urteil des Bundessozialgerichts (BSG) in Kassel von Dienstag hervor.

mehr ...