Anzeige
16. März 2017, 11:28
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Baugenehmigungen klettern auf Höchststand seit 1999

In Deutschland wurden 2016 so viele Wohnungen genehmigt wie seit Jahren nicht. Doch das reicht Experten zufolge nicht – denn erlaubt ist noch nicht errichtet. Und oft werde am Bedarf vorbei gebaut.

Baugenehmigungen klettern auf Höchststand seit 1999

Im vergangenen Jahr wurden 375.400 Wohnungen genehmigt.

Günstige Immobilienkredite und die Unterbringung von Flüchtlingen treiben den Bauboom in Deutschland weiter an. Im vergangenen Jahr wurden 375.400 Wohnungen genehmigt, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Dies seien gut ein Fünftel (21,6 Prozent) oder 66.700 mehr als 2015.

“Eine höhere Zahl an genehmigten Wohnungen hatte es zuletzt im Jahr 1999 gegeben”, erklärten die Statistiker. Damals wurden 440.800 Wohnungen genehmigt. Mit den Zahlen setzte sich der Aufwärtstrend bei den Genehmigungen im siebten Jahr fort. Indes dürfte die Zahl der Neubauten nicht reichen, um den Bedarf zu stillen, schätzen Experten.

Starke Zuwächse bei Mehrfamilienhäusern

Grund für das starke Plus ist auch die Zuwanderung Hunderttausender Flüchtlinge. Die Genehmigungen für Wohnungen in Wohnheimen, zu denen Flüchtlingsunterkünfte zählen, wuchsen prozentual am stärksten (plus 109,7 Prozent). Ohne Berücksichtigung der Wohnheime hätte das Plus insgesamt bei 15,5 Prozent gelegen.

Starke Zuwächse gab es auch bei Mehrfamilienhäusern (plus 26,6 Prozent) und Zweifamilienhäusern (plus 13,2 Prozent). Zudem wurden viele Wohnungen saniert oder erweitert. Hingegen stagnierten die Genehmigungen bei den Einfamilienhäusern im Vorjahresvergleich.

Experten fordern mehr Neubauten

Der Wohnungsmangel gilt als eine der Hauptursachen steigender Immobilienpreise. Experten fordern daher mehr Neubauten. Nach Einschätzung des Bauministeriums, der Bauwirtschaft und des Mieterbunds müssen pro Jahr in Deutschland rund 350.000 bis 400.000 Wohnungen entstehen. Doch dieses Ziel dürfte im vergangenen Jahr verfehlt worden sein.

So erwartet das Münchner ifo-Institut etwa 300.000 fertig gestellte Wohnungen. Offizielle Zahlen für 2016 gibt es noch nicht. Die sieben Jahre des Aufschwungs seit 2009 hätten gezeigt, wie schwierig eine rasche Ausweitung der Fertigstellungen sei, sagte ifo-Wohnungsbaufachmann Ludwig Dorffmeister. Es gebe zu wenig Bauland, viele Vorschriften und Handwerker seien überlastet.

Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) wird zudem gerade in den Großstädten am Bedarf vorbei gebaut. Dort klafften Angebot und Nachfrage besonders weit auseinander – auch weil zu wenige kleine Wohnungen errichtet würden. Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD) fordert zudem mehr Engagement der Länder im sozialen Wohnungsbau und hat die Mittel dafür aufgestockt. (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

Newsletter bestellen Alle News zu Objekten, Standorten und Finanzierungen... werktags 16.30 Uhr!

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Ab dem 16. Oktober im Handel.

Cash.Special 3/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Riester-Rente – bAV – PKV – Bedarfsanalyse

Ab dem 22. Oktober im Handel.

Versicherungen

Arbeiten im Alter: Wenn die Rente (nicht) reicht

In Deutschland ist weit mehr als ein Viertel aller Rentnerinnen und Rentner in den ersten drei Jahren nach Übergang in eine Altersrente erwerbstätig: Besondern Frauen sind betroffen. Rund  31 Prozent gehen einer regelmäßigen bezahlten Beschäftigung nach. Bei den Männern 28 Prozent.

mehr ...

Immobilien

Alpin-Skigebiete: Wo Immobilien am gefragtesten sind

Noch zeigt sich das Wetter in Deutschland sommerlich warm, aber die nächste Wintersaison steht vor der Tür. Der Immobilienberater Knight Frank hat die Veränderungen bei den Immobilienpreisen in den französischen und Schweizer Alpin-Skigebieten untersucht.

mehr ...

Investmentfonds

Dollar hat Leidensweg noch vor sich

Die Eurozone könnte die US-Wirtschaft überholen. Die US-Wirtschaft schwächt sich ab, während sich die Eurozone stabilisiert. Darauf werden auch die Zentralbanken reagieren und somit die Renditen von Staatsanleihen und die Wechselkurse beeinflussen.

mehr ...

Berater

Leadmanagement: Sales und Marketing müssen kooperieren

Kunden nehmen ein Unternehmen immer als Einheit wahr. Abteilungsgrenzen interessieren ihn nicht. Deshalb muss die interne Zusammenarbeit Hand in Hand funktionieren. Isoliert agierende “Silos“ kann man dabei nicht brauchen.

Gastbeitrag von Anne M. Schüller, Businesscoach

mehr ...

Sachwertanlagen

Neuer Spezial-AIF von d.i.i.

Die d.i.i. Investment GmbH hat mit dem “d.i.i. 10” einen weiteren geschlossenen Immobilien-Spezial-AIF aufgelegt. Der neue Fonds richtet sich an Family Offices, vermögende private Investoren und Stiftungen.

mehr ...

Recht

Einfach oder qualifiziert? Bei Rot ist Schluss mit lustig

Ob bewusst oder aus Versehen, ob im Auto oder auf dem  Fahrrad. Wer glaubt,  bei „Kirschgrün“ könne man mal eben schnell noch drüber hüpfen, gefährdet nicht nur sich, sondern auch andere. Und es drohen saftige Strafen – von Bußgeld über Punkte in Flensburg bis hin zur Haftstrafe.

 

mehr ...