Anzeige
29. Juni 2017, 15:25
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Förderung des Wohneigentums blutet aus”

Viele ehemals wirksame Förderinstrumente wurden seit Jahrzehnten nicht an die Entwicklung von Preisen und Einkommen angepasst, bemängelt die LBS West. Gerade junge Familien bräuchten dringend mehr Unterstützung auf dem Weg in die eigenen vier Wände.

Haus-schluessel-schlussel-geld-shutterstock 491600317 in Förderung des Wohneigentums blutet aus

Die LBS West fordert eine Verbesserung der Förderinstrumente für Eigenheimkäufer.

Die Wohneigentumsquote in Deutschland stagniert: Der Anteil der Haushalte, die in den eigenen vier Wänden leben, liegt seit über zehn Jahren bei 43 Prozent. Gerade junge Familien kommen immer später ins Wohneigentum, so die LBS West.

Ein Grund: Viele Förderinstrumente seien seit Jahrzehnten nicht an die Entwicklung von Preisen und Einkommen angepasst worden. „Die Förderung blutet aus. Wir brauchen wieder eine spürbare Unterstützung junger Familien, zumal diese durch den Kauf oder Bau einer Wohnung gleichzeitig den Mietmarkt entlasten“, sagt LBS West-Chef Jörg Münning.

Wohnungsbauprämie seit 20 Jahren unverändert

Insbesondere die Wohnungsbauprämie sei zuletzt vor 20 Jahren festgelegt worden. Die Folge: Viele Bürger seien aus der Förderung herausgewachsen, teilweise hätten nicht einmal mehr Berufsanfänger Anspruch.

„Die vielerorts stark gestiegenen Immobilienpreise erhöhen jedoch die Bedeutung eines frühzeitigen Eigenkapitalaufbaus“, warnt Münning. Er fordert eine Anhebung der Einkommensgrenzen auf 30.000/60.000 Euro (ledig/verheiratet) sowie eine Erhöhung der maximal geförderten Sparleistung auf 1.000/2.000 Euro bei einem einheitlichen Fördersatz von zehn Prozent.

Um ein zusätzliches Signal gegen den drohenden Verfall der Sparbereitschaft im gegebenen Nullzinsumfeld zu setzen, sollten parallel die Einkommensgrenzen für die Arbeitnehmer-Sparzulage angehoben werden.

Anpassung der Wohn-Riester-Förderung an das Niedrigzins-Niveau

Münning begrüßte die geplante Erhöhung der Riester-Grundzulage auf 175 Euro. Mit Blick auf die anhaltend niedrigen Kapitalmarktzinsen sei jedoch vor allem eine Senkung des  Rechnungszinses beim Wohnförderkonto nötig: „Ideal wäre die Abschaffung der Verzinsung. Die damit verbundene erhebliche Vereinfachung würde eine deutliche Kostensenkung mit sich bringen.“ Damit würden zudem die wichtigsten Kritikpunkte an der Riester-Rente entfallen.

Münning regte an, wie schon den barrierearmen Umbau zusätzlich auch die energetische Sanierung zu fördern: „Ein verbesserter energetischer Standard von Eigenheimen unterstützt einerseits das Erreichen der Klimaziele. Er trägt andererseits zur privaten Altersvorsorge bei, weil er die Nebenkosten nachhaltig reduziert.“

Steuerentlastung für energetische Gebäudesanierung

Niedrige Energiepreise führten seit einigen Jahren zur Verunsicherung der Hauseigentümer hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit von Effizienzmaßnahmen.

Neben der Weiterentwicklung der Energieberatung sei hier vor allem eine gezielte Steuer- und Förderpolitik ein wichtiger Baustein, um wieder Schwung in die Gebäudesanierung zu bringen, so Münning: „Rund zwei Drittel der Selbstnutzer und der privaten Vermieter stehen heute noch im Arbeitsleben. Für sie setzen verbesserte steuerliche Rahmenbedingungen die attraktivsten Sanierungsanreize.“ (bk)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 01/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fonds Finanz – Robotik – Moderne Klassik – Finanzanalyse

Ab dem 18. Dezember im Handel.

Cash. 12/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Goldfonds – Rock’n’Roll – Fondspolicen – Nachrangdarlehen

Versicherungen

DISQ: Enorme Preisunterschiede bei Kfz-Versicherungsportalen

Ob Neuzulassung, Fahrzeug- oder Versichererwechsel: Vergleichsportale für Kfz-Versicherungen sind oft die Anlaufstelle, wenn es um das Aufspüren des günstigsten Preises geht. Tatsächlich unterscheiden sich die angebotenen “Bestpreis-Tarife” aber deutlich.

mehr ...

Immobilien

Zwölf Städte vereinen 30 Prozent des Gewerbeimmobilienumsatzes

London ist 2018 der Top-Performer für globale gewerbliche Immobilien-Investitionen. Investoren bevorzugen weiterhin Städte, mit denen sie vertraut sind und die über gut etablierte Investment-Märkte und hohe Transparenz verfügen. Dazu gehören mit Frankfurt, Berlin, Hamburg und München vier deutsche Städte.

mehr ...

Investmentfonds

Edouard Carmignac gibt Verantwortung für letzten Fonds ab

Der Gründes des französischen Assetmanagers Carmignac, Edouard Carmignac, hat nach Berichten von Citywire das Management des letzten von ihm verantworteten Fonds abgegeben. Carmignac bleibe aber weiterhin in leitender Position des Unternehmens.

mehr ...

Berater

Danske-Skandal: Deutsche Bank im Visier der Fed

Die US-Notenbank untersucht nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg die Rolle der Deutschen Bank beim Geldwäsche-Skandal der Danske Bank. Bloomberg beruft sich auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen.

mehr ...

Sachwertanlagen

RWB steigert das Platzierungsvolumen kräftig

Die auf Private-Equity-Konzepte für Privatanleger spezialisierte RWB Group hat im vergangenen Jahr insgesamt mehr als 76 Millionen Euro platziert und damit ein Umsatzplus von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr erreicht (2017: etwa 59 Millionen Euro).

mehr ...

Recht

Rechtsstreit mit dem Versicherer: Gefährliche Vakanzphase

Eine gerichtliche Auseinandersetzung mit dem privaten Krankenversicherer ist für den Versicherten nicht ohne Risiko. Für die Dauer des Prozesses ist sein Versicherungsschutz unter Umständen nicht mehr gewährleistet. Gastbeitrag von Rechtsanwalt Christof Bernhardt

mehr ...