„Hausbau als Anknüpfungspunkt zur BU-Beratung“

Im zweiten Teil des Interviews mit Jörg Haffner, Geschäftsführer von Qualitypool, spricht er mit Cash. über die Überarbeitung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie (WIKR) und Cross-Selling-Ansätze zwischen Baufinanzierung und Versicherungen.

"Es ist eine Herausforderung, bei der Prüfung der Bonität des Kunden seine zukünftigen Einnahmen insbesondere bei Renteneintritt vorherzusagen. Die Prognose wird sehr schnell vage."
„Im Rahmen des Hausbaus sind die Themen Bauherrenhaftpflicht oder Wohngebäudeversicherung nicht sehr fern. Und auch beim Thema Risikolebensversicherung und Berufsunfähigkeit sind Anknüpfungspunkte.“

Cash.: Die WIKR soll überarbeitet werden. Befürworten Sie eine Veränderung?

Haffner: Ich bin da letztlich neutral, allerdings freue ich mich natürlich, wenn wir als Qualitypool über die Plattform Baufi-Smart ein breiteres Angebotsspektrum haben. Hinsichtlich des Themas Rechtssicherheit wären Änderungen sicher zu begrüßen. Speziell für die Banken besteht dort das Risiko, aufgrund einer möglicherweise fehlerhaften Umsetzung der neuen Richtlinie verklagt zu werden. Eine konservative Auslegung des Gesetzes ist nachvollziehbar, wenn man an die aufgelösten Verträge im Zuge fehlerhafter Widerrufsbelehrungen denkt. Die Frage ist, wie groß das Risiko in dieser Hinsicht bei der derzeitigen Niedrigzinssituation ist. Welcher Kunde versucht in fünf Jahren, seinen Kreditvertrag zu widerrufen, wenn wir vielleicht wieder bei einem höheren Zinsniveau sind?

Vor Ihrer jetzigen Position haben Sie lange für eine Bank gearbeitet. Was haben Sie aus dieser Tätigkeit mitgenommen?

Hier im Hypoport-Konzern haben wir eine sehr ähnliche Kultur wie bei der ING-DiBa. Was ich mitgenommen habe ist, dass es wichtig ist, ein motivierendes Arbeitsumfeld zu haben und zu gestalten. Wir haben hier eine tolle Zusammenarbeit, auch mit den anderen Führungskräften. Und es gibt sehr große Freiheiten im täglichen Doing, vergleichbar mit meinem früheren Arbeitgeber.

Der Unterschied ist also gar nicht so groß?

Es gibt natürlich Unterschiede. Bei einer Bank mit 3.000 Mitarbeitern gibt es eine Infrastruktur, die man in einem Unternehmen wie Qualitypool mit insgesamt 30 Personen nicht haben kann. Umgekehrt lassen sich hier viele Themen sehr viel schneller entscheiden und umsetzen. Gerade die Freiheit, unternehmerische Entscheidungen selbstständig zu treffen, ist eine spannende Herausforderung. Es macht einfach Spaß, Qualitypool in die Zukunft zu entwickeln, etwa über die Agenda 2021.

Seite zwei: „Fit machen für den Zeitpunkt, an dem die Zinsen drehen“

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