24. Oktober 2017, 14:37
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Rückenwind für Riester – auch dank Wohn-Riester

Die Liste der Sorgenthemen der Deutschen ist lang. Auch “Riester”, die vor 15 Jahren als Antwort auf Einschränkungen bei der gesetzlichen Rente eingeführte private Altersvorsorgeförderung, galt vielen schon als Kandidat für den Wettbewerb “Wie bringe ich die gute Stimmung eines geselligen Abends schnellstmöglich auf den Nullpunkt?” Doch langsam scheint Riester wieder ein positiv besetzter Begriff zu werden. Aus guten Gründen. Gastbeitrag von Axel Guthmann, LBS

Axel-guthmann-lbs in Rückenwind für Riester – auch dank Wohn-Riester

Axel Guthmann, LBS: “Es ist gut, dass die Politik die Riester-Förderung mit der Erhöhung der Grundzulage ab 2018 gestärkt hat.”

Erstens: Die Große Koalition hat mit ihrer Entscheidung Ende der letzten Legislaturperiode, parallel zur betrieblichen Altersvorsorge auch die private Altersvorsorge zu stärken, ein klares Signal gesetzt, dass sie an der Förderung der kapitalgedeckten privaten Altersvorsorge als gleichberechtigter Säule festhalten will. Das war richtig und wichtig. Nicht nur wegen der verbesserten Grundzulage, die jedem einzelnen Vorsorgesparer demnächst zugute kommt (sie erhöht sich ab 2018 von 154 auf 175 Euro), sondern auch, weil damit den Spekulationen über grundlegende Veränderungen des Rahmens der privaten Altersvorsorge ein Ende gesetzt wurde.

Auch die neue Regierungskoalition ist klug beraten, wenn sie beim Formulieren von neuen Zielen das Erreichte weiterentwickelt (zum Beispiel in Richtung Vereinfachung), statt es in Frage zu stellen. Und das bisher Erreichte kann sich sehen lassen: 16,5 Millionen Riester-Verträge existieren in Deutschland.

Wohn-Riester ist ein Erfolgsmodell

Zweitens: Mit Einführung von Wohn-Riester im Jahr 2008 wurde die Akzeptanz von Riester insgesamt gestärkt. Denn seither ist es möglich, die private Altersvorsorgeförderung auch für die beliebteste Form der privaten Altersvorsorge zu nutzen, die selbstgenutzte Immobilie. Die Eigenheimrente, meist kurz “Wohn-Riester” genannt, ist ein Erfolgsmodell: Seit ihrer Einführung weist sie im Vergleich zu den übrigen Riester-geförderten Produkten wie Versicherungs-, Bankspar- und Investmentfondsverträgen die höchsten Wachstumsraten auf. Nach den amtlichen Zahlen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) beläuft sich der Bestand an Wohn-Riester-Verträgen aktuell auf 1,74 Millionen. Wie Wohn-Riester funktioniert, erkläre ich in diesem Video.

“Keine andere Sparform bietet diese Sicherheit”

Wohn-Riester bekommt im Übrigen regelmäßig Bestnoten von Verbraucherschutzseite. So auch im aktuellen Heft 11/2017 von Finanztest. In einem Produktvergleich für drei verschiedene Modellvarianten (I: Bau oder Kauf in sieben Jahren, II: Bau oder Kauf in 10 Jahren, III: Bau oder Kauf in 10 Jahren für Sparer mit niedrigem Einkommen) gehören die Angebote von Landesbausparkassen (LBS) zu den Spitzenreitern.

Insgesamt urteilt Finanztest: Ein Riester-Bausparvertrag bleibt erste Wahl für Sparer, die mittel- bis langfristig in die eigenen vier Wände ziehen wollen. Besonders betont wird von Finanztest der Aspekt der Zinssicherheit: “Der Zinssatz für das Bauspardarlehen von meist 2,0 bis 2,5 Prozent ist garantiert – auch wenn der Bausparer sein Darlehen erst in zehn Jahren abruft und die Zinsen am Kapitalmarkt bis dahin dreimal so hoch sein sollten. Keine andere Sparform bietet diese Sicherheit.”

Seite zwei: Fakten statt Vorurteile

Weiter lesen: 1 2

Newsletter bestellen Alle News zu Objekten, Standorten und Finanzierungen... werktags 16.30 Uhr!

1 Kommentar

  1. Soso, sagen die Bausparonkels ihren Kunden denn auch, das dann im Alter, wenn die Rente sowieso schon kärglich ausfällt, das eigene Häuschen renoviert werden muss, für den “Wohnriestervertrag” Steuern auf eine Rentenzahlung gezahlt werden müssen, die aber gar nicht kommt ? Da wird der Eine oder Andere Bausparer aber im Alter sehr überrascht sein….

    Kommentar von Nils Fischer — 25. Oktober 2017 @ 12:24

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 05/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Private Equity – Büroflächenmangel – Datenschutz

Rendite+ 1/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Marktreport Sachwertanlagen – Windkraft – Vermögensanlagen – Bitcoin & Co.

Ab dem 22. März im Handel.

Versicherungen

Universa baut Fondspalette aus und bringt neue Kfz-Versicherung

Die Universa Versicherungen, Nürnberg, stockt die Fondspalette auf und bietet jetzt fünf iShare-ETFs von Blackrock Asset Management an. Neben einem weltweiten und deutschen Aktienindex werden somit nun auch ETFs angeboten, die einen Aktienindex in Europa und in Schwellenländern sowie einen Index aus Unternehmensanleihen in der Eurozone nachbilden.

mehr ...

Immobilien

Deutsche wollen smarter wohnen

Das Smart Home gilt seit einigen Jahren als der Standard von morgen. Eine Deloitte-Studie zeigt: Das Interesse an diesen Anwendungen ist groß, der Datenschutz bleibt jedoch ein wichtiges Thema. Immerhin 13 Prozent der Haushalte verfügen bereits über einen intelligenten Lautsprecher. Bei der Art der bevorzugten Smart-Home-Lösungen gibt es zudem Unterschiede zwischen den Altersgruppen.

mehr ...

Investmentfonds

BaFin präzisiert Vorschriften der MiFID II

Die Finanzaufsicht BaFin hat die Neufassung ihres Rundschreibens “MaComp” veröffentlicht und präzisiert darin unter anderem die Grundsätze zur “Zielmarktbestimmung” und diverse weitere neue Vorschriften. Zwei Punkte allerdings fehlen noch.

mehr ...

Berater

Neue Kooperationspartner der BCA AG

Der Oberurseler Maklerpool BCA präsentiert mit der xbAV Beratungssoftware GmbH sowie Honorar Konzept GmbH zwei Unternehmen, die ihre Services den BCA-Partnern zur Verfügung stellen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Umbau von Aktionärsstruktur und Aufsichtsrat abgeschlossen

Die Lloyd Fonds AG teilt mit, dass die im März angekündigten Änderungen in ihrer Aktionärsstruktur nun umgesetzt und die üblichen Vorbehalte aufgehoben wurden. Zudem wurde der Aufsichtsrat mehrheitlich neu besetzt.

mehr ...

Recht

Bürgschaften sind keine nachträglichen Anschaffungen

Wird ein Gesellschafter im Insolvenzverfahren als Bürge für Verbindlichkeiten der Gesellschaft in Anspruch genommen, so kann er dies nicht mehr als nachträgliche Anschaffungskosten werten und somit auch nicht mehr steuermindernd geltend machen. Dies entschied der Bundesfinanzhof (BFH) in einem aktuellen Urteil (Aktenzeichen: IX R 36/15). Gastbeitrag von Holger Witteler, Kanzlei Husemann, Eickhoff, Salmen & Partner

mehr ...