„WIKR hat Kreditvergabegeschäft nicht nachhaltig geschadet“

Obwohl Banken melden, dass ihr Geschäft mit Baukrediten aufgrund der WIKR rückläufig sei, sieht die Studie „Wohnen, Bauen und Kaufen in Deutschland“ des Portals Kreditvergleich dafür keinen Anlass, im Gegenteil.

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Banken melden nach der Einführung der WIKR weniger Abschlüsse von Immobilienkrediten.

Der Bauboom hält an, trotzdem klagen vor allem Banken über Geschäftsrückgänge. Dazu haben sie allerdings wenig Anlass, das Volumen der neu vergebenen Immobilienkredite stieg innerhalb der letzten zehn Jahre um knapp 30 Prozent – von rund 188,2 Milliarden Euro im Jahr 2006 auf 244,0 Milliarden im Jahr 2016.

Das hat eine Analyse des Portals Kreditvergleich.net. ergeben.Die Studie „Wohnen, Bauen und Kaufen in Deutschland“ des Portals basiert auf Daten des Statistischen Bundesamts und der Deutschen Bundesbank.

Kein nachhaltiger Schaden

„Weder die Finanzkrise noch die Wohnimmobilienkreditrichtlinie (WIKR) haben dem Markt nachhaltig geschadet“, sagt Marc Opitz von Kreditvergleich.net. Selbst in den Krisenjahren habe es lediglich marktübliche Schwankungen gegeben.

Die Einführung der WIKR im März 2016 habe keinen negativen Einfluss auf die gesamte Vergabe von Baukrediten in Deutschland gehabt. „Wenn Banken von 20 Prozent weniger Geschäft sprechen, müssen sie sich die Frage gefallen lassen, weshalb sie deutlich schlechter als der übrige Markt performen“, sagt Opitz.

Rentabilität sinkt

Die Studie hat ebenfalls die Entwicklung der Mieten und der Kaufpreise von Mietimmobilien betrachtet. Die Preise seien in den letzten Jahren so stark gestiegen, das Immobilien nun weniger rentabel seien. Waren 2006 nur rund 22 Jahre nötig, bis die Jahresmieten den Kaufpreis einspielten, seien es zehn Jahre später über 29 Jahre.

„Die Kaufpreise ziehen schneller an, als die Mieten – zumindest in den Ballungsgebieten. Steigende Mieten sind eine Reaktion darauf“, sagt Opitz. (kl)

Foto: Shutterstock

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