Anzeige
11. April 2017, 11:36
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Wohnen in der Großstadt: Wenig Platz für Familien

Wollen sich Familien oder Singles eine Wohnung in der Stadt kaufen, können sie sich weit weniger Platz als im Umland leisten. Die Postbank hat in einer Studie untersucht, wo sich Familien und Singles wie viele Quadratmeter leisten können.

Haus-familie-wohnzimmer-shutterstock 160940045 in Wohnen in der Großstadt: Wenig Platz für Familien

Familien mit zwei Kindern können sich in der Großstadt im Schnitt 100 Quadratmeter Wohneigentum leisten, am Stadtrand und in der Umgebung ist es wesentlich mehr.

In vielen deutschen Großstädten können sich Normalverdiener laut der Postbank Studie “Wohnatlas 2017” kaum noch Immobilieneigentum in angemessener Größe leisten. Um sich den Traum von einem Haus oder einer Wohnung mit der gewünschten Quadratmeterzahl erfüllen zu können, müssten Haushalte mit durchschnittlichem Einkommen trotz niedriger Zinsen oft bis an die finanzielle Belastungsgrenze gehen.

Doch besonders für Familien lohne sich häufig an den Stadtrand zu ziehen, um mehr Eigenheim für das gleiche Geld zu bekommen. Dies sind Ergebnisse der Postbank Studie Wohnatlas 2017, die die Immobilienmärkte bundesweit unter die Lupe nimmt.

Georg Hoogendijk, Geschäftsführer Postbank Immobilien, sagt: “Trotz unterschiedlicher Ansprüche haben alle potenziellen Immobilienkäufer mit durchschnittlichem Einkommen eines gemeinsam: Sie können sich in den meisten Kreisen und Städten Wohneigentum leisten.” Er empfiehlt den Blick ins Umland.

Wohnungsmarkt für Familien

In Hamburg, Berlin oder Frankfurt können sich Durchschnittsverdiener mit zwei Kindern laut der Postbank Studie etwas mehr als 100 Quadratmeter Wohneigentum leisten. In München und Freiburg seien es noch weniger, im Schnitt nur 75 Quadratmeter, in Freiburg 95 Quadratmeter.

Auch in anderen Städten und Landkreisen seien die Preise so stark gestiegen, dass maximal 120 Quadratmeter mit einem vertretbaren Aufwand finanziert werden könnten. Dabei seien die Eigenheime vierköpfiger deutscher Durchschnittsfamilien im Schnitt rund 136 Quadratmeter groß.

Diese Angaben basieren laut Postbank auf folgenden Annahmen: Die Familie hat 40.000 Euro Eigenkapital zur Verfügung, der Effektivzins beträgt 2,5 Prozent, die Familie tilgt nach 20 Jahren und gibt 40 Prozent des regionalen durchschnittlichen Haushaltseinkommens für Zins und Tilgung aus.

Wohnnebenkosten (Grundsteuer, Instandhaltung, Betriebskosten) kommen allerdings noch hinzu, sodass die gesamte Wohnkostenbelastung rund 50 Prozent des Haushaltseinkommens betragen würde.

Zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken.

So viele Quadratmeter können sich Familien mit zwei Kindern leisten

Postbank-quadratmeter-1 in Wohnen in der Großstadt: Wenig Platz für Familien

Annahmen: 40.000 Euro Eigenkapital, 2,5 Prozent Effektivzins, Tilgung nach 20 Jahren, 40 Prozent des regionalen durchschnittlichen Haushaltseinkommens für Zins und Tilgung; Quellen: Empirica (2017), MB Research (2016), Berechnungen HWWI; eigene Darstellung

Wohnungsmarkt für Singles

Für Durchschnittsverdiener sind laut Studie in fast allen Ballungszentren und vor allem in den wirtschaftlich starken Regionen eher kleine Wohnungen finanzierbar, das gilt auch für Singles mit durchschnittlichem Einkommen.

In Hamburg könnten sie sich 44 Quadratmeter leisten, in Berlin 45 Quadratmeter, in Frankfurt am Main 46 Quadratmeter und in München nur 32 Quadratmeter.  Die bundesweite Durchschnittsgröße einer Single-Wohnung liege bei 98 Quadratmetern, diese Größe sei nur noch außerhalb der Metropolen finanzierbar.

Zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken.

So viele Quadratmeter können sich Singles leisten

Quadratmeter-single in Wohnen in der Großstadt: Wenig Platz für Familien

Annahmen: Singles im Alter von 30 Jahren, 40.000 Euro Eigenkapital, 2,5 Prozent Effektivzins, Tilgung nach 20 Jahren, 40 Prozent des regionalen durchschnittlichen Haushaltseinkommens für Zins und Tilgung; Quellen: Empirica (2017), MB Research (2016), Berechnungen HWWI; eigene Darstellung

Häufig würden vor allem Familien außerhalb der Städte mehr Lebensqualität finden. “Um die Metropolen herum bieten die Umlandgemeinden oft entspanntere Immobilienmärkte mit ausreichend großen Wohnungen und Häusern und zugleich meist auch noch recht guter Verkehrsanbindung”, sagt Hoogendijk.

Wohnraum am Stadtrand leichter finanzierbar

“Angesichts günstigerer Preise müssen Familien beim Immobilienerwerb hier auch nicht bis an die finanzielle Schmerzgrenze gehen, um genügend Raum zum Leben zu bekommen. Die hohen Immobilienpreise in den Metropolen werden die Urbanisierung bremsen. Der Trend geht wieder zum Leben am Stadtrand“, so Hoogendijk.

Nach den Berechnungen des  Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitutes (HWWI) können Familien mit zwei Kindern in 372 von 402 Kreisen und kreisfreien Städten mindestens 136 Quadratmeter Wohneigentum finanzieren. Der Durchschnittssingle könne sich in 320 Kreisen mindestens 80 Quadratmeter leisten – und in 239 Kreisen sogar 100 Quadratmeter und mehr.

Paare hätten am wenigsten Schwierigkeiten, auch bei den aktuellen Preisen Wohnungen in angemessener Größe zu kaufen: Mit durchschnittlichen regionalen Haushaltseinkommen könnten sie in 379 Kreisen und kreisfreien Städten 100 Quadratmeter und mehr finanzieren. (kl)

Foto: Shutterstock

Newsletter bestellen Alle News zu Objekten, Standorten und Finanzierungen... werktags 16.30 Uhr!

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 05/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Private Equity – Büroflächenmangel – Datenschutz

Rendite+ 1/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Marktreport Sachwertanlagen – Windkraft – Vermögensanlagen – Bitcoin & Co.

Ab dem 22. März im Handel.

Versicherungen

Neuer Marketingchef beim Versicherer Die Bayerische

Joachim Zech (50) übernimmt zum 1. Oktober 2018 die Aufgabe als Leiter Marketing bei der Versicherungsgruppe die Bayerische. Er wird neben den klassischen Marketingfunktionen insbesondere die Onlineaktivitäten der Gruppe maßgeblich steuern als Hauptgeschäftsführer der darauf ausgerichteten Tochter Bayerische Online-Versicherungsagentur und -Marketing GmbH.

mehr ...

Immobilien

Immobilieneigentümer wohnen ein Drittel günstiger als Mieter

Wohnen in den eigenen vier Wänden ist in allen Regionen Deutschlands günstiger als das Wohnen zur Miete. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Wohnkostenreport des Unternehmens Accentro und des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln. Dies gelte trotz hoher Immobilienpreise auch für die Metropolen.

mehr ...

Investmentfonds

Die Inflation ist nicht auf Dauer besiegt

Vor der EZB-Sitzung am Donnerstag fragt sich Darren Williams von Alliance Bernstein, ob Europa die Inflationswende bevorsteht. Aus seiner Sicht gibt es einige Argumente, die dafür sprechen. Es sei gefährlich zu glauben, dass die Inflation besiegt ist. Gastbeitrag von Darren Williams, Alliance Bernstein

mehr ...

Berater

Qualitypool bietet zwei neue Apps an

Der Maklerpool Qualitypool startet kostenlose Apps für seine Vertriebspartner und deren Endkunden. Die App “hQ – Das Partnercockpit” soll Vertriebspartner mit neuen Features unterstützen, Kunden erhalten die dazugehörige App “FinUp”, um ihre bestehenden Verträge und passende Angebote jederzeit einsehen zu können.

mehr ...

Sachwertanlagen

Patrizia gibt weiteren Publikumsfonds in den Vertrieb

Die Patrizia GrundInvest hat den Vertrieb ihres siebten Publikumsfonds gestartet. Er investiert in einer deutschen Tourismusregion. Zudem kündigt das Unternehmen vier weitere alternative Investmentfonds (AIFs) für Privatanleger noch für dieses Jahr an.

mehr ...

Recht

Bürgschaften sind keine nachträglichen Anschaffungen

Wird ein Gesellschafter im Insolvenzverfahren als Bürge für Verbindlichkeiten der Gesellschaft in Anspruch genommen, so kann er dies nicht mehr als nachträgliche Anschaffungskosten werten und somit auch nicht mehr steuermindernd geltend machen. Dies entschied der Bundesfinanzhof (BFH) in einem aktuellen Urteil (Aktenzeichen: IX R 36/15). Gastbeitrag von Holger Witteler, Kanzlei Husemann, Eickhoff, Salmen & Partner

mehr ...