6. November 2018, 13:40
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Bestellerprinzip: Aufteilung der Courtage gefordert

Die SPD möchte das Bestellerprinzip auch beim Immobilienverkauf einführen, was in der Immobilienbranche auf Ablehnung stößt. Das Maklerhaus von Poll Immobilien hat ein Zehn-Punkte-Programm zu dieser Frage vorgelegt. Es umfasst unter anderem die Aufteilung der Courtage auf Käufer und Verkäufer.

Haus-zins-vertrag-baufinanzierung-shutterstock 300650120-Kopie in Bestellerprinzip: Aufteilung der Courtage gefordert

Bisher trägt beim Verkauf einer Immobilie meist der Käufer die Maklerprovision.

Als konstruktiven Beitrag zur aktuellen Sachdiskussion um die mögliche Einführung des Bestellerprinzips beim Kauf von Wohnimmobilien in Deutschland legt das Maklerhaus von Poll Immobilien ein Zehn-Punkte-Programm mit Vorschlägen zur Anpassung bestehender Regelungen vor.

Das Unternehmen schließe sich dabei dem kürzlich auch von Mitbewerbern unterbreiteten Vorschlag einer fairen Teilung der Courtage zwischen Käufer und Verkäufer zu je drei Prozent an. Darüber hinaus umfassen die Punkte weitere Vorschläge, die sowohl zur Senkung der Kosten für den Erwerb selbstgenutzten Wohnraums beitragen – dies eines der Ziele der Bundesregierung als Ergebnis des Wohngipfels vom 21. September 2018 – als auch auf eine weitere Professionalisierung der Maklerschaft zielen.

Qualität der Makler-Dienstleistung steht im Vordergrund

Letzteres Thema sei sowohl für die Immobilienmaklerbranche als auch die Verbraucher, die die Dienstleistungen von Immobilienmaklern in Anspruch nehmen, von zentraler Bedeutung. Es müsse sichergestellt sein, dass jeder Makler in Deutschland einen fachkundigen, durch eine Berufszulassungsregelung bestätigten Service auf höchstem Qualitätsniveau erbringt, der eine angemessene Honorierung rechtfertigt.

Von Poll Immobilien betont, dass der Begriff „Bestellerprinzip“, wie schon beim Thema Vermietung, in die Irre führe. Denn wenn der Suchkunde den Makler beauftragt, für ihn eine Immobilie zu finden, so wie es an attraktiven Standorten in Deutschland zurzeit der Fall ist, wäre er der Besteller und müsste bei einem echten Bestellerprizip die gesamte Provision tragen, was von der Politik ja gerade nicht gewollt ist.

Hälftige Teilung der Courtage ist fair

Beim jetzt angestrebten „Bestellerprinzip“ handele es sich daher eher um eine gesetzlich eingeführte Eigentümerprovision. Dies sei bei Vermietungen zu akzeptieren. Beim Kauf hält das Maklerhaus dieses jedoch für unfair, den Ansatz der gleichmäßigen Teilung der Courtage dagegen für fair.

Bei alldem sei zu bedenken, dass das Thema nur gut die Hälfte des Gesamtmarktes betriffe und der Prozentsatz der Verkäufe, die über Makler abgewickelt werden, hierzulande damit geringer sei als in anderen Märkten.

Seite 2: Die zehn Punkte im Einzelnen – Maßnahmen des Staates gefordert

Weiter lesen: 1 2 3

1 Kommentar

  1. Ich finde es völlig unangemessen, dass sich der Staat einmischt in die Frage, wer bei Immobilientransaktionen den Makler bezahlt. Das regelt sehr schön der Markt: Den Makler bezahlt in einem Verkäufermarkt ein anderer als in einem Käufermarkt. Auch die sonstigen Versucher der Politik, dem regional extrem differenztierten Markt kleinteilige Fesseln anzulegen, spricht aus meiner Sicht eher für einen Versuch, private Investitionen zu verunmöglichen, um den staatlichen Sozialen Wohnungsbau umso strahlender erscheinen zu lassen. Ich kenne diverse Wohlbetuchte, die in staatlich geförderten Wohnungen leben, weil sie das richtige Parteibuch haben und in grauer Vorzeit die Kriterien erfüllt hatten…das würde für mich erklären, warum Politiker jeglicher Coleur Sozialen Wohnungsbau schick finden. Für den Steuerzahler ist er nur teuer.

    Kommentar von Dr. Ursula Renner — 8. November 2018 @ 16:15

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Continentale legt Cyberversicherung für KMU neu auf

Nur 13 Prozent aller kleinen und mittleren Unternehmen verfügen über eine Cyber-Versicherung. Dabei können Hacker-Angriffe oder Schadprogramme für Unternehmen und Freiberufler existenzbedrohend sein. Die Continentale hat ihre Cyber-Versicherung neu aufgesetzt und auch an den Beiträgen gefeilt. Neben Expertenunterstützung sind nun auch Eigenschäden und Ansprüche aus Drittschäden bereits im Grundtarif abgesichert.

mehr ...

Immobilien

Financial Advisors Awards 2020 – bewerben Sie sich jetzt!

Am 20. November 2020 werden zum 18. Mal die Financial Advisors Awards vergeben, die zu den bedeutendsten Produktauszeichnungen der Finanzdienstleistungsbranche zählen. Die Preisverleihung findet anlässlich der Cash.Gala statt. Die Bewerbungsphase ist jetzt gestartet.
mehr ...

Investmentfonds

Die eigentliche Frage im Fall Wirecard

Am Ende wird es wohl der größte Bilanzskandal in der Geschichte der Bundesrepublik sein. Allen Fragen um Konten auf den Philippinen, Fehler beim Wirtschaftsprüfer EY und Versäumnisse der Aufsicht BaFin in den kommenden Monaten muss vorangestellt werden: Warum hat niemand hinterfragt, wie Wirecard sein Geld wirklich verdient? Eine Kolumne von Lucas von Reuss, geschäftsführender Gesellschafter der Quant IP GmbH in München. Die steinbeis & häcker vermögensverwaltung gmbh agiert als Haftungsdach für diesen Fondsmanager.

mehr ...

Berater

Versicherungspflicht bei Drohnen

Es gibt rund eine halbe Millionen Drohnen in Deutschland. Und für die gilt eine Versicherungspflicht. Egal ob gewerblich oder privat genutzt. Zudem sind in vielen Hausrat-Altverträgen Drohnen nicht mitversichert. Was Drohenbesitzer sonst noch wissen müssen. 

mehr ...

Sachwertanlagen

Lloyd Fonds besorgt sich fünf Millionen Euro am Kapitalmarkt

Der Asset Manager Lloyd Fonds AG hat heute die Wandelschuldverschreibung 2020/24 im Nennbetrag von fünf Millionen Euro erfolgreich am Kapitalmarkt platziert. Die Emission stieß insbesondere bei den neuen Investoren auf positive Resonanz.

mehr ...

Recht

“Mein Name ist Hufeld”: BaFin warnt vor Fake-Anrufen und -E-Mails

In Deutschland und der Schweiz gibt es einen besonders dreisten Fall des so genannten Enkel-Tricks.  So geben sich Cyber-Betrüger als Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) oder seine Pressesprecherin aus. Die BaFin warnt deutlich vor falschen Anrufen und Fake-E-Mails.

mehr ...