27. Oktober 2018, 08:12
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Bestellerprinzip keineswegs im Interesse des Verbrauchers”

Bundesjustiz- und Verbraucherministerin Katarina Barley (SPD) legt bezüglich des Bestellerprinzips auch beim Immobilienkauf nach und kündigt eine rasche Einführung an mit der Begründung, “Maklergebühren lassen die Kosten beim Wohnungs- oder Hauskauf explodieren”. Wulff Aengevelt, Aengevelt Immobilien, hält nichts von einer solchen Maßnahme.

 in Bestellerprinzip keineswegs im Interesse des Verbrauchers

Das von Bundesverbraucherministerin Katarina Barley angekündigte Nachlegen beim Bestellerprinzip ist nach Meinung der Immobilienbranche nicht sachdienlich.

Unabhängig davon, dass dadurch keine einzige preis- und bedarfsgerechte Neubauwohnung als einzigem Mittel zur überfälligen Schließung der vor allem in den Wachstumskernen seit Jahren eklatanten Angebotslücke bezahlbarer Wohnungen errichtet wird, wird der absolut unrichtige Eindruck erweckt, die Maklerprovision hätte sich erhöht. Tatsächlich sind Bund und 14 der 16 Bundesländer (Ausnahmen Bayern und Sachsen) schon seit Jahren die unrühmlichen Preistreiber bei den Kaufnebenkosten mit wiederholten ungerechtfertigten pauschalen Grunderwerbsteuerhöhungen zum Teil auf bis zu 6,5 Prozent des Kaufpreises – Ende offen.

Bestellerprinzip verbraucherschädigend

Vor allem aber sind die fatalen Auswirkungen des einseitig provisionsbelastenden Bestellerprinzips behauptungswidrig keineswegs im Interesse des Verbrauchers (zumal schutzwürdige Verbraucher immer beide Vertragskontrahenten sind), sondern massiv verbraucherschädigend: Die propagierte zukünftig lediglich nur noch einseitige “Bestellung” des Maklers durch den Verkäufer schafft den klassischen, im BGB und in der Rechtsprechung seit 120 Jahren fest verankerten ehrlichen Makler als fairen Transaktionsbegleiter beider Parteien, denen er jeweils mit Marktkenntnis und Sachkunde die Sorgfalt des ordentlichen Immobilienkaufmanns schuldet und dadurch eine nutzerstiftende Dienstleistung erbringt, ab.

Begünstigung des Verkäufers, Schlechterstellung des Käufers

Hierdurch verliert der Immobilienkäufer schlagartig den Makler als unabhängigen Berater, Dienstleister und markt- und sachkundigen Vertreter seiner Interessen, während der Verkäufer (Besteller) einen zukünftig nur noch allein seine Interessen vertretenden Vertriebler gewinnt. Dieses Modell wäre für den Käufer alles andere als Verbraucherschutz, sondern eine einseitige Begünstigung des Verkäufers bei gleichzeitig massiver Schwächung und Schlechterstellung des Käufers.

Seite zwei: Warum das Bestellerprinzip kontraproduktiv wäre

Weiter lesen: 1 2 3

1 Kommentar

  1. ausgesprochen scharfsinnige Analyse

    Kommentar von Kay Ortmann — 31. Oktober 2018 @ 11:57

Ihre Meinung



 

Versicherungen

MLP: Gesamterlöse steigen deutlich

Trotz der erwarteten negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf einzelne Geschäftsfelder konnte die MLP Gruppe ihren Wachstumstrend der vergangenen Quartale fortsetzen und hat die Gesamterlöse im ersten Halbjahr 2020 um 9 Prozent auf den Höchstwert von 359,0 Mio. Euro gesteigert.

mehr ...

Immobilien

ZIA begrüßt e-Wertpapiere, will aber mehr

Der Zentrale Immobilien Ausschuss ZIA, Spitzenverband der Immobilienwirtschaft, bewertet den kürzlich vorgelegten Gesetzentwurf zur Ein­füh­rung von elek­tro­ni­schen Wert­pa­pie­ren als einen “Meilenstein auf dem Weg hin zum digitalen Kapitalmarkt”. Doch der Verband hofft auf einen weiteren Schritt.

mehr ...

Investmentfonds

ifo Institut: Firmen erwarten normale Geschäftslage erst in 11 Monaten

Die deutschen Unternehmen erwarten erst in durchschnittlich 11,0 Monaten eine Normalisierung ihrer eigenen Geschäftslage. Das ist das Ergebnis der aktuellen ifo Konjunkturumfrage vom Juli.

mehr ...

Berater

Cash. Hitliste der Maklerpools: Die Top Drei

91 Prozent der von Cash. befragten Maklerpools konnten ihre Provisionserlöse im Jahr 2019 steigern. Die drei Spitzenreiter erzielten jeweils Provisionserlöse im dreistelligen Millionenbereich.

mehr ...

Sachwertanlagen

Fondsbörse sieht Zweitmarkt “zwischen Corona-Sorgen und Optimismus”

Die Fondsbörse Deutschland Beteiligungsmakler AG verzeichnete im Juli-Handel im Vergleich zu den Vorjahren eine leicht unterdurchschnittliche Handelstätigkeit bei etwas ermäßigten Kursen. Jedoch zeichne sich im Vergleich zu den Corona-geprägten Vormonaten eine leichte Erholung ab.

mehr ...

Recht

Insolvenzen: Das dicke Ende kommt mit Sicherheit

Die durch die Corona-Pandemie verursachten Wachstumseinbrüche im 2.Quartal waren ohne Zweifel dramatisch. Allerdings zeigt sich in den Konjunkturdaten sowie in den nunmehr akribisch verfolgten täglichen und wöchentlichen Echtzeitindikatoren, dass die meisten Länder den Weg aus der Talsohle bereits im Mai wieder eingeschlagen haben. Also alles wieder gut? Ein Kommentar von Stefan Schneider vom Deutsche Bank Research Management.

mehr ...