Mieten für Studentenwohnungen auf Rekordniveau

Die Mietpreise für Studenten-WGs sind nach einer Analyse von Homeday in den letzten drei Jahren um durchschnittlich zwölf Prozent gestiegen. An günstigen Studienorten muss oft weniger als die Hälfte der Kosten teurer Standorte aufgewendet werden.

In München müssen Studenten allein die Hälfte ihres durchschnittlichen Budgets für die Kaltmiete einplanen.

Für mehr als 400.000 Studienanfänger beginnt in diesen Wochen der Start ins neue Semester zunächst mit der Suche nach einer passenden Wohnung. Bei der Wahl der Unterkunft ist und bleibt die WG die beliebteste Wohnform. Mehr als ein Drittel aller Studenten lebt derzeit in Wohngemeinschaften zusammen – nur etwa jeder Neunte hat hingegen einen Platz im Wohnheim.

Für das Wohnen am Studienort müssen Studenten allerdings immer tiefer in die Tasche greifen. Wie eine aktuelle Analyse des Maklerunternehmens Homeday für 75 deutsche Universitäts- und Hochschulstädte zeigt, kletterten die Mietpreise für Studenten-WGs in den letzten drei Jahren um durchschnittlich zwölf Prozent. In München, Berlin, Stuttgart und Passau beträgt der Aufschlag sogar mehr als 20 Prozent.

Für den Städtevergleich und die Auswertung der konkreten Preisentwicklungen vor Ort haben die Experten von Homeday die Kaltmieten für eine Studenten-WG mit einer Wohnfläche von 80 Quadratmetern ermittelt und gegenübergestellt. Grundlage der Berechnungen sind die aktuellen Daten aus dem interaktiven Homeday-Preisatlas. Zur Bestimmung der lokalen Mietpreise berücksichtigt der Preisatlas laut Homeday neben zehn Millionen konkreten Angebotsdaten weitere 150 objektrelevante Merkmale.

Wo Studenten am stärksten zur Kasse gebeten werden

Mit Blick auf die fälligen Mieten ist München für Studenten nicht nur das mit Abstand teuerste Pflaster. Auch haben die Preise in der bayerischen Landeshauptstadt im Vergleich zu anderen Hochschulstandorten am stärksten zugelegt. Mussten Studenten vor drei Jahren für eine 80-Quadratmeter-WG noch 1.140 Euro Kaltmiete zahlen, verlangen Vermieter heute mit durchschnittlich 1.410 Euro rund 23 Prozent mehr.

Was eine solche finanzielle Belastung für den Einzelnen bedeutet, macht Homeday-Gründer und Geschäftsführer Steffen Wicker deutlich: „Üblicherweise stehen Studierenden etwa 900 Euro im Monat zur Verfügung. Bei den aktuellen Preisen fließt demnach mehr als die Hälfte des Budgets einer Münchner Dreier-WG allein in die Kaltmiete, obwohl sich die Kosten auf mehrere Schultern verteilen”, so Wicker.

Mit einer ähnlichen Entwicklung sind Studienanfänger in Berlin, Stuttgart, Passau und Augsburg konfrontiert. Dort stiegen die Mieten in den letzten drei Jahren zwischen 19,9 Prozent und 22,2 Prozent. Besonders tief in die Tasche greifen müssen Studenten auch in Stuttgart, Frankfurt am Main, Konstanz, Freiburg, Hamburg, Tübingen und Heidelberg. Dort werden Mietpreise zwischen 870 Euro und 1.080 Euro aufgerufen. Dahinter folgen unter anderem Berlin, Köln, Düsseldorf und Mainz mit 840 bis 860 Euro.

Wohnen in günstigen Studentenstädten kostet oft weniger als die Hälfte

Wie stark die Wohnkosten von der Wahl des Studienortes abhängen, zeigt ein Blick auf die günstigen Hochschulstandorte. Statt Quadratmeterpreisen von 13 bis 18 Euro wie in Frankfurt am Main, Stuttgart und München werden laut Homeday etwa in Wittenberg, Chemnitz, Magdeburg, Wuppertal, Leipzig, Bochum, Dortmund und Saarbrücken weniger als sieben Euro pro Quadratmeter in Rechnung gestellt.

Mit einem Preisniveau von 420 Euro bis 560 Euro monatlicher Kaltmiete für vergleichbare WGs zahlen Studenten oft nur halb so viel für ihre Unterkunft wie in teuren Städten. Insbesondere ostdeutsche Städte sowie zahlreiche Standorte im Ruhrgebiet stellen mit ihren vergleichsweise geringen Wohnkosten für Studienanfänger eine attraktive Alternative zu den eher teuren Studentenhochburgen dar.

„Der anhaltende Immobilienboom in begehrten Städten und die damit verbundene Mietpreisentwicklung macht auch vor den Studenten nicht halt”, erklärt Wicker. „Um übermäßige Belastungen zu vermeiden, ist es wichtig, bereits im Vorfeld genau zu wissen, was und vor allem wo gesucht werden soll. So gibt es innerhalb der Städte oft erhebliche Preisunterschiede zwischen den einzelnen Vierteln. Wer zum Beispiel nicht in, sondern neben dem Szenebezirk eine passende Bleibe findet oder etwas mehr Fahrzeit zum Campus in Kauf nimmt, wohnt in vielen Fällen deutlich günstiger.”

Bei Besichtigungsterminen lasse sich mit einer gut aufbereiteten Bewerbungsmappe punkten. Dazu gehörten eine Kopie des Personalausweises, die aktuelle Schufa-Auskunft, vorhandene Gehaltsabrechnungen der letzten drei Monate, eine Mieterselbstauskunft sowie eine Mietschuldenfreiheitsbestätigung. Bei eher geringen Einkommen sei in der Regel eine zusätzliche Bürgschaft der Eltern erforderlich. (bk)

Foto: Shutterstock

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