26. November 2018, 08:06
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Vorsicht bei Vermietungen im Familienkreis

Die verbilligte Immobilienvermietung an Angehörige ist bei vielen Fach- und Führungskräften ein beliebtes Steuersparmodell. Dabei ist wichtig, alle steuerrechtlichen Vorgaben genau einzuhalten. Die aktuelle Rechtsprechung mahnt zur erhöhten Vorsicht.

Baufinanzierung Shutterstock Gro 1290861801 in Vorsicht bei Vermietungen im Familienkreis

Bei Immobilienvermietungen im Familienkreis setzt das Finanzamt der Miethöhe nach unten klare Grenzen.

Immobilienvermietungen im Familienkreis sind eine interessante Option, nicht zuletzt auch aufgrund der angespannten Lage auf dem Wohnungsmarkt. Vermieten Immobilienbesitzer eine Wohnung preiswert an nahe Angehörige, haben beide Seiten etwas davon: Die Verwandtschaft zahlt weniger Miete als ortsüblich und der Vermieter kann im Idealfall alle Kosten etwa für Instandhaltung und Reparaturen als Werbungskosten geltend machen. Die verbilligte Immobilienvermietung an Angehörige sollte sorgfältig geplant und durchgeführt werden. Fällt der Preisnachlass zu großzügig aus, gerät schnell die steuerliche Anerkennung in Gefahr.

Fiskus setzt Grenzen

Der Fiskus setzt der Miethöhe nach unten eine klare Grenze. Beträgt das Mietentgelt weniger als 66 Prozent der ortsüblichen Monatsmiete, erkennt das Finanzamt die Immobilienaufwendungen nicht mehr in voller Höhe als Werbungskosten an. Von allzu großzügigen Rabatten sollten Vermieter besser Abstand nehmen. Sonst muss die Vermietung in einen entgeltlichen und unentgeltlichen Teil gesplittet werden. Anfallende Werbungskosten sind dann nur noch im Verhältnis des entgeltlichen Teils zur ortsüblichen Miete steuerlich abzugsfähig. Insbesondere bei hohen Werbungskosten ist Vorsicht geboten. Nur wenn die Miete über der 66-Pozent-Grenze liegt, sind die abzugsfähigen Kosten voll steuerwirksam.

Für die Ermittlung der ortsüblichen Miete gibt es keine allgemein verbindliche Vorgehensweise. Vermieter können das übliche Mietniveau in der Regel dem örtlichen Mietspiegel entnehmen, der meist über den Bürgerservice von Städten und Gemeinden erhältlich ist. Er beschreibt, welche Miete für eine nach Baujahr, Art, Größe, Ausstattung und Lage vergleichbare Immobilie üblich ist. Der Fiskus erkennt in der Regel den niedrigsten Wert der Spanne in einer Region noch als ortsüblich an. Es kann aber auch vorkommen, dass für einzelne Regionen gar kein aktueller Mietspiegel existiert. Die ortsübliche Miete muss dann über Internet-Immobilienportale, Hochrechnungen alter Mietspiegel oder ein Sachverständigengutachten ermittelt werden.

Seite zwei: Was der BFH in Sachen Möblierungsaufschlag entschieden hat

Weiter lesen: 1 2 3

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Vorstandswechsel bei der VGH: Knemeyer übernimmt

Der Brandkassenausschuss als Trägerversammlung des Mutterhauses der VGH Versicherungen hat Veränderungen im gemeinsamen Vorstand der beiden VGH-Unternehmen Landschaftliche Brandkasse Hannover und Provinzial Lebensversicherung Hannover bestätigt. Die VGH ist der größte öffentlich-rechtliche Versicherer in Niedersachsen.

mehr ...

Immobilien

Das große Comeback der Offenen Immobilienfonds

Offene Immobilien-Publikumsfonds erleben aktuell einen Höhenflug in jeder Hinsicht: Das Fondsvermögen der Branche steigt seit zwei Jahren fast exponentiell an, und die Nachfrage privater Anleger ist enorm – auch vor dem Hintergrund der wachsenden Renditedifferenz zu alternativen Anlagemöglichkeiten.

mehr ...

Investmentfonds

“Anleger schauen stärker auf Kosten und Transparenz”

Marie Cardoen, Leiterin des Privatkundengeschäfts in Deutschland und Österreich bei Goldman Sachs Asset Management (GSAM), gibt einen Einblick in aktuelle Anlagetrends und beantwortet die Frage, welche Fonds weiter an Bedeutung gewinnen, was GSAM im kommenden Jahr auf der Produktseite plant – und wo der Fokus bei der Unterstüzung potenzieller Vertriebspartner liegt.

mehr ...

Berater

No Time to Wait: Fonds Finanz setzt jetzt auf Filme

Der Maklerpool Fonds Finanz hat die Waeis Filme GmbH gegründet. Sinn und Zweck sei die Etablierung der Bewegtbildproduktion als eigenständiges Geschäftsfeld und dessen Ausbau. Die Geschäftsführung übernehmen die langjährigen Fonds-Finanz-Mitarbeiter Dominik Wasik und Anton Leis gemeinsam mit Norbert Porazik und Markus Kiener.

mehr ...

Sachwertanlagen

KVG-Erlaubnis schon kurz nach dem Start

Die Finanzaufsicht BaFin hat der Five Quarters Real Estate AG aus Hamburg die Erlaubnis als Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) und damit zur Auflage von alternativen Investmentfonds (AIFs) erteilt. Das Unternehmen wurde gerade erst gegründet.

mehr ...

Recht

Haus ohne Grundstück: Warum das Erbbaurecht mit Vorsicht zu genießen ist

Ein Kaufinteressent findet ein Angebot, das fast zu schön ist, um wahr zu sein. Ein signifikant günstigeres Angebot verglichen mit den Marktpreisen und versehen mit dem Hinweis: Erbbaurecht. Aus diesem Vermerk ergeben sich eine Reihe von Fallstricken, die Kaufwillige unbedingt kennen sollten, bevor sie ein Objekt mit Erbbaurecht erwerben. Timo Handwerker, Spezialist für Baufinanzierungen bei Dr. Klein in Hagen, kennt die Probleme genau.

mehr ...